Holzbau Deutschland
Trainieren für die WorldSkills 2024
Vom 10. bis 15. September 2024 findet der internationale Berufswettbewerb im französischen Lyon statt. Für Deutschland geht der 20-jährige Zimmerergeselle Linus Großhardt an den Start.
Die vierköpfige Zimmerer-Nationalmannschaft bereitet sich seit Monaten auf die Teilnahme an den WorldSkills 2024 vor. Die Berufswettbewerbe finden alle zwei Jahre im Wechsel statt. Im kommenden Jahr sind die EuroSkills vom 9. bis 13. September im dänischen Herning zu Gast.
Bei den diesjährigen WorldSkills wird sich Linus Großhardt einer starken internationalen Konkurrenz stellen. In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass die Wettbewerbsaufgaben bei den WorldSkills immer leichter geworden sind. Das ist nicht unbedingt ein Vorteil für die deutschen Teilnehmer, die traditionell stark im Schiften sind. Denn je einfacher die Aufgaben, desto mehr junge Zimmerer aus den teilnehmenden Ländern können sie lösen. Der Wettbewerb wird dadurch noch härter. Der deutsche WorldSkills-Experte Simon Rehm weiß, was Linus in den nächsten Wochen erwartet. Er war 2015 in São Paulo dabei und wurde Weltmeister. „Für Linus ist jetzt wichtig: Trainieren, trainieren, trainieren, um Routine in die Arbeitsabläufe zu bekommen, um Sicherheit zu gewinnen und Selbstvertrauen aufzubauen.“
Alexander Bruns, ebenfalls Weltmeister und Gewinner der WorldSkills 2019 in Kazan, ergänzt: „Auch wenn die Aufgaben vom Schwierigkeitsgrad her einfacher geworden sind, ist die Anzahl der zu bearbeitenden Hölzer deutlich gestiegen. Dadurch wird die Ausführung zeitintensiver. Die Taktik vieler Teams wird sein, Abstriche bei der Präzision zu machen, um das Modell auf jeden Fall fertigzustellen. Linus ist technisch gut und arbeitet präzise. Das ist schon mal gut. Denn ohne Präzision kann man nicht schnell sein.“
Linus, der seine Ausbildung zum Zimmerer von 2020 bis 2023 im Familienbetrieb absolvierte, freut sich auf die intensive Trainingsphase. Schon als Kind half er gerne auf den Baustellen seines Vaters und wusste früh, dass er Zimmerer werden wollte. Mit der Teilnahme an den WorldSkills geht für ihn ein großer Traum in Erfüllung. Die Zimmerer-Nationalmannschaft besteht aus den Besten ihres Handwerks. Sie haben sich in nationalen Wettbewerben für die Nationalmannschaft qualifiziert. Das aktuelle Team besteht aus Florian Dorer, Pascal Frauendorf, Linus Großhardt und Jakob Spreer.
Die Entscheidung, dass Linus zu den WorldSkills fährt, fiel beim Ausscheidungstraining, das vom 8. bis 12. April in Kassel stattfand. Linus zeigte konstant gute Leistungen und hatte bereits beim internationalen Trainingswettbewerb der Zimmerer Anfang Februar in Lyon die Bronzemedaille gewonnen. Obwohl nur ein Teilnehmer an den Start gehen kann, trainiert das Team gemeinsam, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Sie unterstützen sich gegenseitig, denn die Teilnahme an den Welt- und Europameisterschaften der Berufe ist ein Höhepunkt für die Zimmerer-Nationalmannschaft.
Unterstützt wird die Zimmerer-Nationalmannschaft von Holzbau Deutschland – Bund Deutscher Zimmermeister im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes, der Berufsorganisation des Zimmererhandwerks. Seit 2008 unterstützen die Holzbau Deutschland Leistungspartner das Team. Die Ergebnisse zeigen, dass sich das Engagement lohnt: Fünfmal Europameister in der Nationenwertung, viermal in der Einzelwertung, Goldmedaille und damit Weltmeistertitel 2015 für Simon Rehm und 2019 für Alexander Bruns, Silber und Vizeweltmeistertitel für Philipp Kaiser bei den WorldSkills 2022 Special Edition. Bei den EuroSkills 2023 gewann Jonas Lauhoff die Goldmedaille.









