Landesinnungsverband des Bayrischen Zimmererhandwerks (LIV)
Zukunft wird aus Holz gebaut
Fast 400 Teilnehmer aus dem gesamten Freistaat fanden sich am 24. und 25. Oktober im Congress Centrum Würzburg zum Bayerischen Zimmerer- und Holzbaugewerbetag 2025 ein. Sie informierten sie sich über aktuelle Entwicklungen, tauschten Erfahrungen aus und feierten den Zusammenhalt der Branche.
Bereits am 23. Oktober trafen sich die Obermeister, Fachgruppenleiter und der Vorstand tagsüber zur Mitgliederversammlung des Verbands. Später luden die Zimmerer-Innung Würzburg/Kitzingen und Velux zum traditionellen Innungsabend in den historischen staatlichen Hofkeller ein.
Nach einer kurzen Einführung in die über 300-jährige Geschichte des Weinkellers mit seinen bis zu sechs Meter dicken Mauern genossen die Gäste bei fränkischer Weinprobe und Vesper einen sehr stimmungsvollen Auftakt.
Forschung und Entwicklung im Holzbau
Der Freitag stand mit seinem Fachprogramm im Zeichen zukunftsweisender Themen: Künstliche Intelligenz in der Anwendung, die Entwicklung der bayerischen Wälder, Neuerungen der Bayerischen Bauordnung, Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt TIMpuls, Kreislaufwirtschaft im Holzbau, Innovationen im Arbeitsschutz sowie der Gebäudetyp E.
Parallel dazu trafen sich die Holzbaujunioren, die Chefs von morgen, zum Fachvortrag "Die Top 10 im Baurecht". Die Unternehmerfrauen befassten sich zeitgleich unter dem Motto "Zahlungen sicher im Griff" mit der Prüffähigkeit von Rechnungen und dem Umgang mit Bauherren im Zahlungsverzug.
Festabend mit prominenten Gästen
Begleitend präsentierten im großen Foyer des Congress Centrums rund 40 Aussteller ihre Produkte und Dienstleistungen. Viele Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, sich zwischen den Vorträgen mit den Firmenvertretern auszutauschen und neue Werkzeuge direkt auszuprobieren.
Wie immer bildete der Festabend den gesellschaftlichen Höhepunkt des Verbandstags. Verbandspräsident Peter Aicher begrüßte die Gäste, ebenso richteten Niklas Wagener, der Aschaffenburger Bundestagsabgeordnete und waldpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion sowie Gerd Renz (Präsident von Holzbau Baden-Württemberg) und Forstministerin Michaela Kaniber - per Videobotschaft - Grußworte an die Anwesenden.
Goldene Ehrennadel für besondere Verdienste
Für ihre besonderen Verdienste um das bayerische Zimmererhandwerk wurden die langjährigen Obermeister Richard Stanzel (Aßling) und Josef Zachmeier (Pilsach) mit der Goldenen Ehrennadel ausgezeichnet. Der Obermeister der Zimmerer-Innung Eichstätt, Johann Mack, hatte seine Ehrung bereits am Vortag auf der Mitgliederversammlung erhalten.
Ein besonderer Moment war der Auftritt von Zimmerergesellin Theresa Damm und Dachdeckermeister Dominik Nöcker, den "Messegesichtern" der Dach + Holz 2026. Beide kamen kurz auf die Bühne, um ihre Vorfreude auf die im kommenden Februar stattfindende Fachmesse mit den Kollegen zu teilen.
Klettern als Lebensphilosophie
Der erfahrene Bergsteiger und Diplomphysiker Alexander Huber, bekannt als einer der "Huberbuam" aus dem Kinofilm "Am Limit", begeisterte anschließend mit spektakulären Bildern und Videoclips von seinen Klettertouren. In seinem Vortrag verband er auf unterhaltsame und spannende Weise die Herausforderungen am Berg mit denen des beruflichen und persönlichen Lebens.
Traditionell überreichte der LIV Bayern im Rahmen des Festabends eine Spende in Höhe von 1000 Euro an eine gemeinnützige Organisation am Veranstaltungsort. Verbandspräsident Peter Aicher und Hauptgeschäftsführer Kai Gajewski übergaben den Scheck an das Kinderhospiz Sternenzelt Mainfranken e. V. aus Marktheidenfeld. Vereinsvorsitzender Stefan Zöller freute sich sehr über diese Unterstützung und erzählte von der Idee, das Vereinsheim zu einer Begegnungsstätte für Kinder und Eltern umzubauen.
Nach dem Essen sorgte Überraschungsgast Ines Procter, bekannt aus der fränkischen Fastnacht als "närrische Putzfrau", mit viel Wortwitz und Charme für ausgelassene Stimmung. Danach übernahm die Musikgruppe "Villageboyz" und brachte zahlreiche Teilnehmer mit flotten Melodien gekonnt in Tanzlaune.
Neues Format begeistert
Am Samstag stand ein besonderes Highlight auf dem Programm: das erste Barcamp des Bayerischen Zimmerer- und Holzbaugewerbetags. Bei diesem offenen Austauschformat gibt es keine festgelegte Agenda – die Teilnehmenden gestalten das Programm selbst. Moderator Christoph Krause erläuterte zu Beginn das Konzept: Im gemeinsamen Plenum kann jeder spontan Themen oder Fragen vorschlagen, die anschließend zu sogenannten Sessions werden. Danach können alle selbst entscheiden, welche Themen für sie am interessantesten sind und sich entsprechend auf die parallel laufenden Sessions in unterschiedlichen Räumen verteilen.
Schnell entstand dabei Dynamik: Es wurde engagiert debattiert, an manchen Tischen sogar in Untergruppen weitergearbeitet. Die Bandbreite reichte von Auftragsquote und Betriebsübernahme über Haftungsfragen und die "Excelhölle" bis hin zu Chancen der Produktionssteigerung durch künstliche Intelligenz.
Save the date!
Der Verbandstag 2025 zeigte, wie lebendig das bayerische Zimmererhandwerk ist: Fachlich fundierte Vorträge, neue Austauschformate und ein herzliches Miteinander sorgten für eine gelungene Veranstaltung. Der nächste Bayerische Zimmerer- und Holzbaugewerbetag findet am 9. und 10. Oktober 2026 in Lindau statt.














