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Artikel und Hintergründe zum Thema

Konjunkturausblick 2026

Kai Ingmar Link,

Schmitz Cargobull: "2026 erwarten wir wieder ein leichtes Wachstum"

Die Bauwirtschaft steht an einem Wendepunkt. Nach Jahren geprägt von Kostensteigerungen, Auftragsrückgängen und politischer Unsicherheit richtet sich der Blick nun auf 2026.

Andreas Schmitz, CEO Schmitz Cargobull © Schmitz Cargobull

Zwischen anhaltender Krise und vorsichtiger Zuversicht stellt sich für viele Unternehmen dieselbe Frage: Bleibt der Druck hoch – oder beginnt eine Phase der Stabilisierung?

Im Interview sprechen wir darüber, wie die Branche das Jahr 2026 einschätzt, welche wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen entscheidend werden und wo trotz aller Herausforderungen neue Perspektiven entstehen. Es geht um Zahlen und Trends – aber auch um Stimmungen, Erwartungen und konkrete Handlungsoptionen für die Praxis

Baugewerbe Magazin: Wie blicken Sie auf das kommende Geschäftsjahr: Welche Entwicklungen erwarten Sie für Ihr Unternehmen und für die Baubranche insgesamt?

Andreas Schmitz, CEO Schmitz Cargobull: 2026 erwarten wir nach drei Jahren Stagnation wieder ein leichtes Wachstum. Im Bereich Bau geht das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung von einem moderaten Wachstum des Bauvolumens um 2 % aus. Unser Fokus liegt darauf, unsere Marktanteile über den Mehrwert der Schmitz Cargobull Trailer auszubauen. Unsere Fahrzeuge stehen für Zuverlässigkeit, niedrige Lebensdauerkosten und erzielen am Ende ihrer Nutzung hohe Wiederverkaufswerte. Genau für diesen Mehrwert richten wir unsere Innovationen aus.

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Unser Sattelkipper S.KI SOLID bietet ein hervorragendes Verhältnis von Leergewicht zu Belastbarkeit und Lebensdauer. Durch den Einsatz hochfester Stähle wird der Abrieb der Mulde reduziert. Damit erhöhen die Fahrzeuge die Effizienz auf der Baustelle.

Mit dem Anlauf der neuen Muldengeneration bei unserem neuen S.KI LIGHT Sattelkipper mit Aluminiummulde für das Bausegment, optimieren wir die Robustheit in den Bereichen Obergurt, Muldenboden und Heck bei gleichbleibend niedrigem Gewicht und erhöhen damit weiter den Kundenmehrwert im Bereich besonders gewichtssensibler Transporte.

Ein weiterer Schwerpunkt ist der Ausbau unseres globalen Produktionsnetzwerks. Damit stellen wir sicher, dass unsere Fahrzeuge dort verfügbar sind, wo unsere Kunden sie benötigen – mit hoher Liefersicherheit und stabiler Serviceinfrastruktur. Ein besonderes Highlight wird in diesem Jahr unser Auftritt auf der IAA TRANSPORTATION 2026 sein, dort werden wir gemeinsam mit unseren Partnerunternehmen zahlreiche Neuheiten präsentieren.

BGW: Welche größten Herausforderungen erwarten Sie im kommenden Jahr für Ihr Unternehmen?

Schmitz: Die größten Herausforderungen bleiben steigende Produktionskosten und politische Vorgaben, insbesondere zu CO₂-Emissionen. Die Rahmenbedingungen werden nicht einfacher, wir reagieren aber mit klaren Maßnahmen:

  • Höhere Flexibilität im Produktionsnetzwerk, damit wir schneller auf Nachfrageverschiebungen reagieren können
  • Weiterentwicklung unseres Produktportfolios in allen relevanten Segmenten – von Transportlösungen für den Bau- und Agrarbereich über den urbanen Verteilerverkehr bis hin zum temperaturgeführten Transport und dem Stückguttransport.
  • Investitionen in strategische Partnerschaften, um unser internationales Wachstum voranzutreiben und lokal angepasste Qualitätslösungen. Mit unseren Produkten profitieren unsere Kunden von niedrigsten Betriebskosten, hoher Langlebigkeit und attraktiven Wiederverkaufswerten.

BGW: Welche Erwartungen haben Sie an Politik, Auftraggeber und die Branche insgesamt für das kommende Jahr?

Schmitz: Wir investieren in Lösungen, die die Kosten unserer Kunden senken und den Transport effizienter machen. Dafür brauchen wir verlässliche politische Rahmenbedingungen. Das betrifft hauptsächlich drei Aspekte:

  • Infrastruktur: Wirtschaftlicher Transport ist ohne leistungsfähige Straßen, Brücken und Ladeinfrastruktur nicht möglich.
  • Energiepolitik: Planbare und wettbewerbsfähige Preise sind für Transport und Produktion entscheidend.
  • Regulierung: Vorgaben müssen technisch sinnvoll sein. VECTO für Trailer ist aus unserer Sicht nicht zielführend – Trailer verursachen kein CO₂. Viele werden als Lager genutzt und immer mehr laufen hinter emissionsfreien Zugmaschinen.
    Innovation braucht Freiräume. Ein Beispiel ist unser EcoDuo-Konzept, das bis zu 25 % Energie einspart. Länder wie Spanien und Schweden unterstützen solche Lösungen bereits. In Deutschland hingegen wird das Potenzial bisher nicht genutzt, wodurch wir im internationalen Vergleich Wettbewerbsfähigkeit verlieren.
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