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Artikel und Hintergründe zum Thema

Fertigungshalle

Max Kandler,

Brüninghoff realisiert moderne Fertigungshalle für Egeplast in Greven

Die Produktionshalle mit Technikachse und Bürotrakt umfasst eine Fläche von 6.000 Quadratmetern. © Brüninghoff

Um den wachsenden Bedarf an Microducts effizient zu bedienen, hat die Brüninghoff Gruppe im Auftrag der Egeplast International GmbH eine hochmoderne Fertigungshalle in Greven errichtet. Diese Erweiterung der Produktionskapazitäten markiert einen weiteren Meilenstein in der erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen den beiden Unternehmen. Egeplast, ein führender Hersteller von Kunststoffrohrsystemen, setzt mit dem Bau der neuen „EgeGigaFab“ auf eine optimierte, hochautomatisierte Produktion. Die Halle, die insbesondere für die Herstellung von Microducts ausgelegt ist, wird maßgeblich dazu beitragen, den Ausbau des Glasfasernetzes voranzutreiben.

Egeplast, das sich seit den 1990er-Jahren auf die Produktion von Polyethylenrohren spezialisiert hat, exportiert seine patentierten Mehrschichtrohre in über 30 Länder weltweit. Angesichts der steigenden Nachfrage nach Microducts, welche für den Glasfaserausbau essenziell sind, hat das Unternehmen nun die Produktionskapazitäten an seinem Standort Greven verdoppelt. Die neue, rund 11.000 Quadratmeter große Produktionshalle stellt die größte Betriebsinvestition in der Geschichte des Familienunternehmens dar. Brüninghoff, ein langjähriger Partner von Egeplast, war bereits bei früheren Bauprojekten wie der Errichtung von Produktionshallen, Erweiterungsbauten und dem Verwaltungsgebäude involviert.

Im Fokus der neuen Halle steht eine effiziente und flexible Fertigung, die den Prinzipien der Lean-Production folgt. Durch den Einsatz moderner Automatisierungstechniken und längere Anlagenlaufzeiten können Rüstzeiten sowie Produktionsstillstände minimiert werden. Dies verschafft Egeplast größere Handlungsspielräume bei der Produktionsplanung und sichert die Wettbewerbsfähigkeit.

Produktions- und Silohalle mit hoher Vorfertigung

Die Planung der rund 11.000 Quadratmeter großen Halle übernahm das Unternehmen Industriebau Hoff und Partner GmbH aus Gronau. Die detaillierte Ausführungsplanung wurde von der Plansite GmbH & Co. KG aus Münster umgesetzt. Brüninghoff trat als Generalunternehmen auf und errichtete nicht nur die Produktionshalle, sondern auch eine 680 Quadratmeter große Silohalle. Die Technikachse der Halle umfasst zwei Geschosse, wobei sich im ersten Obergeschoss ein Bürotrakt mit einer Fläche von rund 1.150 Quadratmetern befindet. Für die tragende Konstruktion wurden Betonfertigteile mit einem hohen Vorfertigungsgrad verwendet. In Heiden produzierte Brüninghoff Bauelemente wie Stützen, Sockel und Wandplatten vor. Insgesamt kamen 119 Stahlbetonstützen mit einer Länge von jeweils 11 Metern zum Einsatz. Spannbetonbinder und -unterzüge mit Spannweiten von bis zu 35 Metern und einem Gesamtgewicht von 1.550 Tonnen komplettieren die Konstruktion.

Brandschutz und Gebäudetechnik

Der Brandschutz spielte bei der Planung und Umsetzung der Fertigungshalle eine zentrale Rolle. Aufgrund der Größe des Gebäudes wurde es in zwei Brandabschnitte unterteilt. Das umfangreiche Brandschutzkonzept umfasst Brandmeldeanlagen, akustische Signalgeber sowie Wände mit unterschiedlichen Brandschutzanforderungen. Eine Sprinkleranlage und spezielle Brandwände sorgen für zusätzlichen Schutz. Für die Außenwände der Halle wurde eine Stahlunterkonstruktion mit Isowandpaneelen verwendet, die eine Mineralwolldämmung zur Wärme- und Schalldämmung enthalten. Diese Konstruktion trägt auch zur Feuerwiderstandsklasse R90 bei, was einen erhöhten Schutz im Brandfall gewährleistet.

Die technische Ausstattung des Gebäudes entspricht den Anforderungen der Effizienzgebäudeklasse 40 EE. Neben zwei Trafostationen wurden ein modernes Entwässerungssystem sowie eine leistungsfähige Belüftungsanlage integriert. Letztere sorgt mit einer Luftwechselrate von 130.000 Kubikmetern pro Stunde für eine ausreichende Frischluftzufuhr im gesamten Gebäude.

Großflächiges Außengelände

Das Grundstück in Greven bietet mit 67.000 Quadratmetern nicht nur ausreichend Platz für die neue Fertigungshalle, sondern auch für zusätzliche Lager- und Verkehrsflächen sowie Parkplätze. Zu den weiteren Außenanlagen gehören Versickerungsmulden, ein Regenrückhaltebecken mit einem Volumen von 1.150 Kubikmetern und ein asphaltierter Radweg. Das Regenrückhaltebecken entlastet die Kanalisation, indem es Regenwasser zwischenspeichert.

Effiziente Planung und termingerechte Umsetzung

Um das Bauprojekt möglichst effizient und termingetreu abzuschließen, war eine enge und partnerschaftliche Zusammenarbeit aller beteiligten Unternehmen erforderlich. Durch den Einsatz von Building Information Modeling (BIM) konnten potenzielle Probleme, etwa bei der technischen Gebäudeausrüstung oder der Logistik, frühzeitig identifiziert und gelöst werden. Zudem wurden Materialien wie die Dachflächendämmung bereits frühzeitig bestellt und auf der Baustelle zwischengelagert, um Verzögerungen durch Preis- oder Lieferengpässe zu vermeiden.

Mit der Fertigstellung der „EgeGigaFab“ in Greven schafft Egeplast eine wichtige Grundlage für weiteres Unternehmenswachstum und kann so der steigenden Nachfrage nach intelligenten Rohrsystemen, insbesondere Microducts, gerecht werden. Die moderne Produktionshalle optimiert nicht nur die Effizienz und Flexibilität der Produktion, sondern bietet auch Raum für zukünftige Entwicklungen.

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