3D-Druck im Bauwesen:
Die Zukunft des Mauerwerksbaus und nachhaltiger Baustoffeinsätze?
Der 3D-Druck hat das Potenzial, das Bauwesen grundlegend zu verändern und neue Möglichkeiten für Architektur und Konstruktion zu eröffnen.
Am 31. März und 1. April 2025 werden rund 100 Wissenschaftler*innen aus den Bereichen Bauingenieurwesen, Maschinenbau, Architektur und Materialwissenschaften in Weimar zusammenkommen, um im Rahmen des Symposiums „Building the Future: From Bauhaus' Form Follows Function to Form Follows Material“ die Rolle von 3D-Druckverfahren im Bauwesen zu diskutieren. Im Mittelpunkt stehen nicht nur innovative Technologien, sondern auch die Herausforderungen, die es noch zu überwinden gilt, um das volle Potenzial des 3D-Drucks im Bau zu entfalten.
3D-Druck als Beitrag zur Nachhaltigkeit im Bauwesen
Das Symposium wird einen interdisziplinären Austausch bieten, bei dem Experten aus Architektur, Bau und Design den aktuellen Stand der Forschung beleuchten. Dabei wird besonders auf die Entwicklung nachhaltiger Baumaterialien und die Optimierung des Materialeinsatzes durch den 3D-Druck fokussiert. Dies ist besonders im Kontext der Baukrise und der zunehmenden Bedeutung von Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung von entscheidender Bedeutung. Das Ziel der wissenschaftlichen Untersuchungen ist, neue Lösungen zu entwickeln, die es ermöglichen, schneller, kostengünstiger und vor allem nachhaltiger zu bauen.
„Die Zukunft des Bauens ist digital vom Design bis zur Produktion“, erklärt Prof. Dr.-Ing. habil. Stefan Kollmannsberger, der Organisator des Symposiums und Professor für „Data Engineering im Bauwesen“ an der Bauhaus-Universität Weimar. Diese Perspektive zeigt, wie der 3D-Druck eine Schlüsselrolle bei der Transformation der Bauindustrie spielen kann. Der innovative Einsatz von Baustoffen wie Beton und Zement kann durch den 3D-Druck optimiert werden, wodurch die Ressourcennutzung effizienter wird und gleichzeitig umweltfreundlichere Alternativen entstehen.
Forschung zu 3D-gedruckten Baustoffen und Mauerwerksbau
Ein weiterer wichtiger Aspekt der Forschung ist die Untersuchung von Materialabweichungen und deren Auswirkungen auf die Festigkeit und Haltbarkeit von 3D-gedruckten Bauwerken. Kollmannsberger erklärt: „Durch die Kombination von CT-Scans und neu entwickelten Simulationsmethoden wollen wir vorhersagen, wie sich Unregelmäßigkeiten und Defekte auf Festigkeit und Haltbarkeit auswirken – und so den Weg für sicherere und effizientere 3D-gedruckte Bauwerke ebnen“. Diese Forschung ist besonders relevant, da der 3D-Druck im Mauerwerksbau oft mit Herausforderungen in Bezug auf Materialgenauigkeit und Strukturstabilität konfrontiert ist.
Wissenschaftler und Experten im Dialog: Der Weg zur seriellen Produktion
Das Symposium wird nicht nur von renommierten Forschern und Dozenten, sondern auch von führenden Praktikern aus der Bauwirtschaft begleitet. Prof. Katrin Dörfler und Prof. Harald Kloft stellen den DFG Transregio 277 „Additive Manufacturing in Construction“ vor. Dieses Forschungsprojekt befasst sich mit der Weiterentwicklung von 3D-Drucktechnologien und ihrer praktischen Anwendung im Bauwesen. Frank Steffens, CEO der Brüninghoff Gruppe, wird die Chancen der Vorfabrikation im Kontext des 3D-Drucks thematisieren, während Prof. Caitlin T. Mueller vom MIT neue digitale Methoden zur Erzeugung von Strukturen an der Schnittstelle zwischen Architektur und Bauwesen vorstellen wird.
Das Symposium zeigt, wie der 3D-Druck zur Lösung der aktuellen Baukrise beitragen kann. Durch den Einsatz von additiven Fertigungstechniken und nachhaltigen Baustoffen wie recyceltem Beton und innovativen Zementmischungen könnten Baukosten gesenkt und gleichzeitig die Umweltbelastung reduziert werden.
Ein Blick auf die historische Bedeutung des Bauhauses im digitalen Zeitalter
Am zweiten Tag der Veranstaltung wird das historische Bauhaus in den Fokus gerückt. Was können moderne 3D-Drucktechniken von den Prinzipien des Bauhauses lernen? Dr. Ute Ackermann, Abteilungsleiterin des Bauhaus-Museums Weimar, und Dr.-Ing. Dorothea Roos, Leiterin der Bauabteilung Bauhaus Dessau, werden die Verbindungen zwischen der historischen Bauhausbewegung und den aktuellen Entwicklungen im digitalen Bauwesen erläutern. Prof. Dr. Jan Willmann von der Fakultät Kunst und Gestaltung hält einen Vortrag zum Thema „Bauhaus im digitalen Zeitalter“, wobei er untersucht, wie das Bauhaus als Inspiration für die moderne 3D-Drucktechnologie dienen kann.
Symposium Building the Future: Eine Gelegenheit zur Vernetzung
Das Symposium „Building the Future“ findet vom 31. März bis 1. April 2025 an der Bauhaus-Universität Weimar statt. Die Teilnahme ist kostenfrei, und die Veranstaltung wird auch via Stream angeboten, um eine breite Diskussion zu ermöglichen. Der Sonderforschungsbereich „Transregio 277 Additive Manufacturing in Construction“ (AMC), der seit 2020 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird, ist der organisatorische Rahmen für dieses hochkarätige Event. Der AMC ist an der Technischen Universität Braunschweig und der Technischen Universität München angesiedelt und trägt maßgeblich zur Weiterentwicklung des 3D-Drucks im Bauwesen bei.
Mit dem Symposium wird ein bedeutender Schritt in Richtung einer digitalen Zukunft des Bauens gemacht, bei dem der 3D-Druck eine zentrale Rolle spielt, um den Mauerwerksbau und die gesamte Baubranche nachhaltig und zukunftsfähig zu gestalten.














