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Artikel und Hintergründe zum Thema

BetonTage 2025

Kai Ingmar Link,

Nicht nur bei SolidUnit: Innovationen im Fokus

Beim diesjährigen Zukunftstag Bauwirtschaft auf den 69. Ulmer BetonTagen stand die Frage nicht im Raum, ob Veränderungen notwendig sind, sondern wo der wichtigste Ansatzpunkt liegt.

Alexander Rother (Netzwerkmanager solid UNIT Baden-Württemberg), Tobias Riffel (Vize-Präsident Bauwirtschaft Baden-Württemberg und Vorstandsvorsitzender solid UNIT Deutschland), Prof. Dr. Thomas Auer (Technische Universität München), Prof. Stefan Leupertz (Geschäftsführer 3D2L GmbH), Wiebke Zuschlag (Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit solid UNIT), Dr. Ulrich Lotz (Geschäftsführer FBF Betondienst GmbH). (v.l.) © Armin Buhl

„Transformation braucht Menschen, die vorangehen!“, betonte Tobias Riffel, Vize-Präsident der Bauwirtschaft Baden-Württemberg e.V. und Vorstandsvorsitzender von solid UNIT Deutschland, zur Eröffnung der Veranstaltung. Gemeinsam mit der Bauwirtschaft Baden-Württemberg organisierte solid UNIT Baden-Württemberg den Zukunftstag in Kooperation mit der FBF Betondienst GmbH. Dabei wurden zentrale Handlungsfelder für CO₂-Reduktion und Ressourcenschonung in der Bauwirtschaft beleuchtet. Die Veranstaltung zeigte, welche innovativen Ansätze bereits heute dazu beitragen, die Transformation der Branche voranzutreiben.

Neue Perspektiven für nachhaltiges Bauen

Ein zentraler Schwerpunkt lag auf der Lebenszyklusbetrachtung von Gebäuden, der Entwicklung des Gebäudetyps E sowie der Optimierung von Ausschreibungsprozessen. Prof. Dr. Thomas Auer von der TU München stellte in seinem Vortrag „Einfach bauen – Paradigmenwechsel von der Energieeffizienz zur Ökobilanz“ dar, wie nachhaltige Bauprojekte durch die Anwendung physikalischer Prinzipien und optimierte Gebäudeausrichtungen realisiert werden können. Anhand internationaler Beispiele erläuterte er, wie durch einfache, aber effektive Maßnahmen erhebliche Energieeinsparungen erzielt werden.

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Prof. Stefan Leupertz von der 3D2L GmbH widmete sich in seinem Vortrag der Notwendigkeit eines neuen Vergabesystems. Er kritisierte das starre Festhalten an bestehenden Normen, das Innovationen behindere, und sprach sich für flexiblere Vertragsmodelle aus, die den spezifischen Anforderungen einzelner Bauprojekte gerecht werden.

Dipl.-Ing. Dr. Martin Röck vom Rise Labs an der KU Leuven setzte sich mit Benchmarks und Zielwerten für CO₂-Emissionen im gesamten Lebenszyklus von Gebäuden auseinander. Er unterstrich die Bedeutung des schrittweisen Übergangs zu klimafreundlicheren Baustoffen und betonte, dass strengere Grenzwerte für „Embodied Carbon“-Emissionen ein entscheidender Hebel für eine nachhaltigere Bauweise sein könnten.

Beton und Klimaschutz: Notwendige Veränderungen im Bauwesen

Dr. Stefanie Weidner von der Werner Sobek AG verdeutlichte in ihrem Vortrag die Relevanz emissionsarmer Bauplanung. Sie stellte konkrete Projekte vor, die zeigen, wie durch klare Vorgaben bereits in der Planungsphase der CO₂-Fußabdruck von Gebäuden reduziert werden kann. Ein besonders wirkungsvolles Instrument sieht sie in gesetzlich festgelegten Emissionsgrenzen, wie sie beispielsweise in Dänemark bereits angewendet werden. Dort wird eine Baugenehmigung nur erteilt, wenn die vorgeschriebenen CO₂-Grenzwerte eingehalten werden.

Dr. Sebastian Tschöpe von Goldbeck Bauelemente GmbH präsentierte die Vorteile der „Treibhausgas-orientierten Ausschreibung“. Anhand des Siemens-Campus Erlangen zeigte er, wie durch gezielte Berücksichtigung von CO₂-Emissionen in der Ausschreibung nachhaltigere Bauprozesse ermöglicht werden.

Start-ups und Innovationen für eine nachhaltige Bauwirtschaft

Ein besonderes Highlight der Veranstaltung war die abschließende Pitch-Runde, in der drei Start-ups ihre innovativen Lösungen zur Optimierung des CO₂-Fußabdrucks in der Bauwirtschaft vorstellten. Unter dem Motto „Nachhaltigkeit neu denken“ präsentierten CarStorCon Technologies GmbH, Sonocrete GmbH und alcemy GmbH ihre Konzepte zur Emissionsreduktion und Ressourcenschonung. Die anschließende Diskussionsrunde mit Dr. Weidner, Dr. Tschöpe und den Start-ups sowie das große Interesse der Teilnehmerinnen und Teilnehmer unterstrichen die Relevanz des Themas und den dringenden Bedarf an neuen, nachhaltigen Lösungen im Bauwesen.

Die BetonTage haben sich einmal mehr als richtungsweisende Plattform für den fachlichen Austausch über Innovationen und nachhaltige Bauprozesse erwiesen. Die präsentierten Konzepte und Diskussionen zeigen, dass die Transformation der Bauwirtschaft bereits in vollem Gange ist – getragen von Fachleuten, Unternehmen und Start-ups, die entschlossen vorangehen.

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