zuruck zur Themenseite

Artikel und Hintergründe zum Thema

Wohnungsbau

Kai Ingmar Link,

Serieller 3D-Druck: Heidelberg Materials und Peri setzen neue Maßstäbe

In Heidelberg entsteht ein neuer Standard für den digitalen Wohnungsbau: serieller 3D-Druck mit CO₂-reduzierten Baustoffen von Heidelberg Materials.

Ein neues Kapitel für den digitalen Wohnungsbau

Das Projekt entstand in Zusammenarbeit zwischen Peri 3D Construction, Korte-Hoffmann Gebäudedruck, den SSV Architekten und Heidelberg Materials. © Peri

Der Wohnungsbau in Deutschland steht unter dem Druck steigender Kosten, enger Zeitpläne und wachsender Nachhaltigkeitsanforderungen. Mit dem Projekt DREIHAUS zeigt die Branche erstmals, wie sich serieller 3D-Gebäudedruck in der Praxis skalieren lässt. Die Konversionsfläche Campbell in Heidelberg wird dabei zum Schaufenster einer Bauweise, die die Prozesse des Mauerwerksbaus grundlegend verändert und konsequent auf Digitalisierung setzt.

Das Projekt entstand in Zusammenarbeit zwischen PERI 3D Construction, Korte-Hoffmann Gebäudedruck, den SSV Architekten und Heidelberg Materials. Die Kombination aus digital gesteuerter Fertigung und CO₂-reduzierten Baustoffen macht DREIHAUS zu einem Meilenstein für den industriellen Wohnungsbau.

3D-Druck als Impuls für Geschwindigkeit und Wirtschaftlichkeit

Die drei Mehrfamilienhäuser werden mit einem voll digitalisierten 3D-Drucksystem erstellt, das Betonwände Schicht für Schicht aufträgt. © Peri

Die drei Mehrfamilienhäuser werden mit einem voll digitalisierten 3D-Drucksystem erstellt, das Betonwände Schicht für Schicht aufträgt. Die vorgeplanten Wandverläufe werden automatisiert abgefahren, sodass ein Quadratmeter Wandfläche innerhalb weniger Minuten entsteht. Der Produktionsablauf ist darauf ausgelegt, Druck- und Betonageprozesse parallel zu organisieren. Während in einem Gebäudeteil der 3D-Drucker arbeitet, wird im anderen bereits die Decke betoniert. Dadurch verkürzt sich die Bauzeit deutlich.

Anzeige

Diese konsequente Prozesslogik zeigt, wie sich digitale Fertigungsprozesse im realen Baustellenbetrieb integrieren lassen. Die Partner wollen mit den Abschlussdaten des Projekts belegen, dass sich Wohnungsbauten mit dieser Technologie schneller und wirtschaftlicher realisieren lassen als nach klassischen Verfahren des Mauerwerksbaus.

Skalierbare Gebäudekonzepte für den seriellen Einsatz

Ab 2026 wird Korte-Hoffmann Gebäudedruck als Bauträger selbst DREIHAUS-Projekte realisieren und damit den Übergang von der Konzeptphase in den realen Markt vollziehen. © Peri

Die Grundrisse und Gebäudetypen des DREIHAUS wurden speziell für den 3D-Druck optimiert. Die Gebäude sind vollständig durchgeplant, modular aufgebaut und in mehreren Größen skalierbar. Damit erhält die Branche ein reproduzierbares Modell, das sich beliebig oft umsetzen lässt – ein zentraler Schritt, um Standardisierung und Effizienz im Wohnungsbau voranzutreiben.

Ab 2026 wird Korte-Hoffmann Gebäudedruck als Bauträger selbst DREIHAUS-Projekte realisieren und damit den Übergang von der Konzeptphase in den realen Markt vollziehen.

Neue Baustoffe setzen Maßstäbe beim Klimaschutz

Für den Wohnungsbau bedeutet das einen technologischen Schritt nach vorn: Digitalisierung, moderne Baustoffe und klimafreundliche Produktion greifen erstmals in einer vollkommen industrialisierten Prozesskette ineinander. © Peri

Eine Schlüsselrolle spielt die Materialtechnologie von Heidelberg Materials. Für die ersten Gebäude kommt ein 3D-Druck-Baustoff zum Einsatz, der durch ein CO₂-reduziertes Bindemittel deutliche Emissionsvorteile bietet. Das dritte Gebäude nutzt erstmals in Deutschland den Net-Zero-Zement evoZero®. Dieser Baustoff basiert auf CO₂-Abscheidung und -Speicherung im norwegischen Werk des Unternehmens und gilt international als Referenz für klimaneutrale Bindemittel.

Eine Schlüsselrolle spielt die Materialtechnologie von Heidelberg Materials. © Peri

Für den Wohnungsbau bedeutet das einen technologischen Schritt nach vorn: Digitalisierung, moderne Baustoffe und klimafreundliche Produktion greifen erstmals in einer vollkommen industrialisierten Prozesskette ineinander.

Digitalisierung als Fundament für neue Bauprozesse

Ab dem Frühsommer 2026 werden die DREIHAUS-Gebäude als Boarding-House unter dem Namen HEI³ Apartments – Heidelberg hoch drei genutzt. © Peri

Der 3D-Druck eröffnet dem Bauwesen neue Wege der Planung, Fertigung und Qualitätssicherung. Durchgängige digitale Datenströme ermöglichen präzise Materialmengen, konstante Bauteilqualität und einen optimierten Bauablauf. Gleichzeitig entstehen neue Rollen und Kompetenzen auf den Baustellen, etwa im Bereich digitaler Maschinenführung und datenbasierter Prozesssteuerung.

Die Konversionsfläche Campbell in Heidelberg wird dabei zum Schaufenster einer Bauweise, die die Prozesse des Mauerwerksbaus grundlegend verändert und konsequent auf Digitalisierung setzt. © Peri

Für Bauunternehmen entsteht so ein realistischer Einstieg in digitale und automatisierte Bauverfahren – ohne den Verlust architektonischer Freiheitsgrade.

Probewohnen als praktischer Realitätstest

Der 3D-Druck eröffnet dem Bauwesen neue Wege der Planung, Fertigung und Qualitätssicherung. © Peri

Ab dem Frühsommer 2026 werden die DREIHAUS-Gebäude als Boarding-House unter dem Namen HEI³ Apartments – Heidelberg hoch drei genutzt. Damit kann erstmals ein breites Publikum testen, wie sich Wohnen in einem 3D-gedruckten Gebäude anfühlt und wie sich die neuen Baustoffe und Bauweisen im Alltagsbetrieb bewähren.

Fazit

Der Produktionsablauf ist darauf ausgelegt, Druck- und Betonageprozesse parallel zu organisieren. © Peri

Mit DREIHAUS wird sichtbar, wie 3D-Druck, Digitalisierung und moderne Baustoffe zu einer industriell reproduzierbaren Bauweise zusammenwachsen. Heidelberg Materials, PERI 3D Construction und ihre Partner zeigen, dass der digitale Wohnungsbau nicht mehr Vision, sondern Praxis ist. Für Deutschlands Wohnungsmarkt eröffnet sich damit ein neues Kapitel – schneller, effizienter und deutlich klimafreundlicher als bisherige Bauverfahren.

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
zurück zur Themenseite
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Hybridbau

Leipfinger-Bader: Seriell saniert mit System

Vorgefertigte Holzwände bringen mehr Tempo und Struktur in die Bestandssanierung. Bei einem ehemaligen Hotel in Bayern wurden sie bereits werkseitig mit Rollladenkästen und Lüftungstechnik ausgestattet – und auf der Baustelle als Einheit montiert.

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Jetzt Newsletter abonnieren