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Artikel und Hintergründe zum Thema

Weimar als Zentrum der Baustoffforschung

Kai Ingmar Link,

Innovationskraft für Beton- und Mauerwerksbau

Weimar prägt seit Jahrzehnten Baustoffforschung und Mauerwerksbau – FIB bündelt Forschung, Lehre und Innovation für Baupraxis und Betonbau.

Das Institut ist mit modernstem Prüf- und Analyseequipment wie Additiver Fertigung, 3D-Rasterlektronenmikroskopie, CT-Scan oder Kryopräparation ausgerüstet. © Guido Werner

Weimar: Ein historischer Standort mit Innovationskraft

Mit mehr als 60 Mitarbeiter*innen und Millionenbeträgen an Drittmitteln ist das F.A. Finger-Institut für Baustoffkunde (FIB) heute die führende Forschungseinrichtung der Bauhaus-Universität Weimar. Gegründet 1995, wurzelt das Institut jedoch in den 1940er Jahren, als Friedrich August Finger die Grundlagen für die akademische Beschäftigung mit Baustoffen legte. Zusammen mit dem Institut für Angewandte Bauforschung (IAB) und der Materialforschungs- und Prüfanstalt (MFPA) wird Weimar ab 2026 als Bundesbauforschungszentrum ausgebaut und setzt Maßstäbe für klimaneutrales Bauen und nachhaltige Baustoffinnovationen.

Weimar gilt seit über 70 Jahren als internationales Zentrum der Baustoffforschung. Die alle drei Jahre stattfindende internationale Baustofftagung ibausil, organisiert vom FIB, bringt Hunderte Expert*innen aus über 20 Ländern zusammen. Das Forum dient als Plattform, um Forschung und Praxis zu verknüpfen, aktuelle Herausforderungen wie die Klimakrise, marode Infrastruktur oder Wohnraumknappheit in baustofflicher Sicht zu diskutieren und innovative Lösungen für Betonbau und Mauerwerksbau zu entwickeln.

Forschung und Innovation am Puls der Zeit

Die internationale Baustofftagung (ibausil) findet seit 1964 alle drei Jahre in Weimar statt. © Thomas Müller

Das FIB deckt die gesamte Bandbreite der Baustoffforschung ab: von Beton, Mörtel und Zement über biobasierte Beschichtungen bis hin zu Holzbau und modernen Polymersystemen. Sowohl Grundlagenforschung als auch angewandte Projekte fließen direkt in praxisrelevante Anwendungen ein. Patentanmeldungen, Drittmittelprojekte und Ausgründungen wie Sonocrete, Polycare und Oliment zeigen die Innovationskraft der Einrichtung. Diese Entwicklungen ermöglichen effizientere, nachhaltigere Baustoffe für Betonbua und Mauerwerksbau und setzen neue Maßstäbe für ressourcenschonendes Bauen.

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Die technische Ausstattung des Instituts ist state-of-the-art: Additive Fertigung, 3D-Rasterelektronenmikroskopie, CT-Scanning und Kryopräparation erlauben hochpräzise Analysen und Materialuntersuchungen. Kooperationen mit nationalen und internationalen Hochschulen sichern den Wissenstransfer und die kontinuierliche Weiterentwicklung der Forschung. Ende 2026 wird ein neuer Laborbau in der Coudraystraße 13 fertiggestellt, der modernste Infrastruktur für die Baustoffforschung bereitstellt und den Innovationsstandort Weimar langfristig stärkt.

Praxisrelevanz für Betonbau und Mauerwerksbau

Am FIB werden Grundlagenforschung sowie angewandte Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet Baustoffe, Sanierung und Recycling mit den Schwerpunkten Zement, Mörtel, Beton, Gips, Polymere und Holz durchgeführt. © Guido Werner

Das FIB verbindet Forschung mit direkter Anwendbarkeit. Die Ergebnisse fließen in die Lehre ein und bereiten Bauingenieure optimal auf die Anforderungen moderner Baustellen vor. Masterstudiengänge wie „Baustoffingenieurwissenschaft“ und weiterbildende Programme zur „Nutzerorientierten Bausanierung“ bieten praxisnahes Wissen und fördern die Fachkräfteentwicklung in Deutschland. Angesichts des Fachkräftemangels bleibt die Nachfrage nach spezialisierten Absolvent*innen hoch – ein klarer Hinweis auf die Relevanz fundierter Baustoffforschung für die Baupraxis.

Historische Kontinuität und moderne Kompetenz

Namensgeber Friedrich August Finger legte den Grundstein für die akademische Baustoffforschung in Weimar und schuf damit ein weltweit einzigartiges Bildungs- und Forschungsumfeld. Unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Horst-Michael Ludwig, unterstützt von Prof. Dr.-Ing. Andrea Osburg und Jun.-Prof. Luise Göbel, setzt das FIB diese Tradition fort. Ziel ist es, sowohl innovative Baustoffe als auch nachhaltige Bauverfahren zu entwickeln, die für die Praxis von Betonbau und Mauerwerksbau unmittelbar nutzbar sind.

Mit über 60 Mitarbeiter*innen und Drittmitteleinnahmen in Millionenhöhe ist das F.A. Finger-Institut für Baustoffkunde (kurz: FIB) die aktuell forschungsstärkste Einrichtung der Bauhaus-Universität Weimar. © Guido Werner

Die Kombination aus historischer Expertise, modernster Forschungstechnologie und praxisnaher Ausbildung macht Weimar zu einem unverzichtbaren Zentrum für die Bauindustrie. Das FIB zeigt, wie Forschung direkt in die Umsetzung auf Baustellen übertragen werden kann – von der Materialanalyse bis hin zu ressourcenschonenden Bauverfahren.

Weimar als führender Innovationsstandort

Das F.A. Finger-Institut für Baustoffkunde demonstriert eindrucksvoll, dass Forschung und Praxis Hand in Hand gehen können. Für Bauunternehmer, Geschäftsführer und Projektleiter bietet das Institut sowohl fundierte Expertise als auch praxisrelevante Lösungen für Betonbau, Mauerwerksbau und nachhaltige Baustoffentwicklung. Weimar bleibt damit ein führender Standort, an dem Tradition, Forschung und Innovation in der Bauwirtschaft auf einzigartige Weise zusammenkommen.

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