Skulpturale Fassadenpräzision in Zürich:
Wie Glas Trösch die Architektur des „Haus zum Falken“ prägt
Das „Haus zum Falken“ zeigt, wie moderne Glasfassaden den städtischen Raum neu definieren – technisch anspruchsvoll und architektonisch präzise.
Ein neues architektonisches Zeichen am Bahnhof Stadelhofen
Mit dem „Haus zum Falken“ ist in Zürich ein Gebäude entstanden, das die Verbindung von Ingenieurskunst, Mauerwerksbau und moderner Glasarchitektur auf ein neues Niveau hebt. Der Entwurf von Santiago Calatrava reagiert präzise auf die dichte Stadtsituation am Bahnhof Stadelhofen und schließt eine markante Lücke im Stadtgefüge.
Das zurückversetzte Erdgeschoss öffnet den öffentlichen Raum und schafft eine neue Passage, die den Standort funktional wie gestalterisch aufwertet. Die skulpturale Fassadenstruktur prägt dabei das gesamte Erscheinungsbild – und sie ist das Ergebnis eines eng verzahnten Zusammenspiels zwischen Aepli Metallbau AG und BGT Bischoff Glastechnik, einem Unternehmen der Glas Trösch Gruppe.
Technische Präzision im Fassadenbau
Die Realisierung der komplexen Geometrien erfolgte über eine gerüstlose Montage der Elementfassade. Diese Vorgehensweise erforderte eine exakte logistische und sicherheitstechnische Planung und zeigt, wie anspruchsvoll moderne Fassaden im urbanen Kontext geworden sind. Die Konstruktion besteht aus pulverbeschichteten Aluminiumprofilen sowie doppelt bis vierfach siebbedruckten Gläsern, die als individuelle Einzelstücke gefertigt wurden. Diese Spezialgläser wurden so ausgelegt, dass sie Bewegungen des Bauwerks aufnehmen können, ohne die Fassadenästhetik zu beeinträchtigen.
Der niedrige Wärmedurchgangskoeffizient der Konstruktion unterstreicht den hohen energetischen Anspruch – ein Aspekt, der im Gebäudebau und in der Fassadenmodernisierung zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Funktionale Glasgestaltung für hohe energetische Anforderungen
Für die rund 1.800 Quadratmeter umfassende Glasfläche entwickelte Glas Trösch passgenaue Dreifach-Isolierverglasungen. Insgesamt entstanden rund 1.680 Unikatgläser, die im COLORPRINT-Verfahren veredelt wurden. Zum Einsatz kamen SILVERSTAR COMBI Neutral 51/26 Beschichtungen, die Sonnenschutz und Wärmedämmung miteinander verbinden und zugleich eine neutrale Reflexion sicherstellen.
Ergänzend wurde SILVERSTAR EN2plus T genutzt, um die Wärmedämmwerte weiter zu optimieren und Ug-Werte bis zu 0,5 W/(m²K) zu erreichen. Diese Kombination ermöglicht eine hohe Lichttransmission, ohne die Energieeffizienz zu beeinträchtigen – ein für Fassaden im urbanen Gebäudebau zentraler Faktor.
Hochwertige Sicherheitstechnik für unterschiedlichste Gebäudebereiche
In sicherheitsrelevanten Bereichen kam das Verbundsicherheitsglas SWISSLAMEX VSG zum Einsatz. Die zähelastischen Zwischenschichten binden Glasbruch zuverlässig ein und erhöhen die Schutzwirkung. Ein umlaufender Randsiebdruck auf der Rückseite der äußeren Scheiben verdeckt nicht nur den Isolierglasrandverbund, sondern prägt auch das homogene Erscheinungsbild der Fassade.
Die technische Umsetzung erforderte einen mehrstufigen Fertigungsprozess, bei dem Vorspannen, Siebdruck und Beschichtung präzise aufeinander abgestimmt wurden. Für Zonen mit erhöhten mechanischen Anforderungen wurde zusätzlich SWISSDUREX TVG verbaut, das mit seiner Temperaturwechselbeständigkeit und höheren Widerstandskraft den funktionalen Schutz erweitert.
Gestalterische Tiefe durch präzise Materialabstimmung
Die Glasflächen folgen einem klaren architektonischen Konzept: Sie erzeugen durch doppelte Siebdrucktechnik subtile Tiefenwirkungen, die sich bei wechselndem Licht stetig verändern. Farbe, Struktur und Reflexion wurden so aufeinander abgestimmt, dass sich die Fassade harmonisch in das Stadtbild einfügt, ohne an Ausdruckskraft zu verlieren.
Damit zeigt das „Haus zum Falken“, wie moderne Fassadenlösungen weit mehr leisten als reine Gebäudehüllen – sie formen Identität, geben öffentlichen Räumen Charakter und verbinden technische Leistungsfähigkeit mit architektonischem Anspruch.


















