Industrieller Taktgeber
Cem Özdemir bei Sto: Baupolitik, Planungssicherheit und die Rolle innovativer Baustoffe
Beim Besuch von Cem Özdemir diskutiert Sto politische Rahmenbedingungen, Investitionssicherheit und die Bedeutung moderner Baustoffe für Fassaden und Dämmung.
Politischer Austausch am Stammsitz in Stühlingen
Die aktuellen Herausforderungen der Bauwirtschaft standen im Mittelpunkt eines Besuchs von Cem Özdemir bei der StoGroup in Stühlingen. Gemeinsam mit Niklas Nüssle, Mitglied des Landtags von Baden-Württemberg, tauschte sich der Grünen-Spitzenkandidat mit Vorstand, Mitarbeitenden und regionalen Vertretern über die wirtschaftliche Lage der Branche sowie über politische Rahmenbedingungen für das Bauen aus. Ziel des Termins war es, ein realistisches Bild der Situation eines international tätigen Mittelstandsunternehmens zu gewinnen, das mit seinen Baustoffen maßgeblich zur energetischen Qualität von Gebäuden beiträgt.
Sto als industrieller Taktgeber im Bauwesen
Sto zählt weltweit zu den führenden Anbietern von Lösungen für Fassaden und Wärmedämm-Verbundsysteme und beschäftigt rund 5.600 Mitarbeitende. Am Stammsitz präsentierten Vorstandschef Rainer Hüttenberger und Technikvorstand Jost Bendel zentrale Produktsegmente und technologische Entwicklungen. Im Fokus standen dabei Fassadendämmsysteme, die sowohl für den Neubau als auch für die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden eine zentrale Rolle spielen. Die Leistungsfähigkeit moderner Systeme für Dämmung – und damit auch für die oft verkürzt zitierte Dämmun – wurde im Kontext steigender energetischer Anforderungen und ambitionierter Klimaziele eingeordnet.
Baupolitik zwischen Anspruch und Realität
In den Gesprächen wurde deutlich, dass die wirtschaftliche Situation in der Bauindustrie seit mehreren Jahren angespannt ist. Sto sieht sich, wie viele Unternehmen der Branche, mit rückläufigen Umsätzen und einer hohen Unsicherheit konfrontiert. Investitionsentscheidungen werden bewusst zurückgestellt, da verlässliche politische Leitplanken fehlen. Insbesondere wechselnde baupolitische Vorgaben auf Bundes- und Länderebene erschweren langfristige Planungen und wirken sich unmittelbar auf Innovations- und Investitionsbereitschaft aus.
Ein zentrales Thema war die Umsetzung der EU-Gebäudeeffizienzrichtlinie. Aus Sicht des Unternehmens gefährden Verzögerungen und inhaltliche Anpassungen die notwendige Dynamik bei der energetischen Gebäudesanierung. Gerade hier spielen hochwertige Baustoffe und leistungsfähige Fassadenlösungen eine Schlüsselrolle, um Klimaziele wirtschaftlich und technisch realisierbar zu machen.
Planungssicherheit als Voraussetzung für Investitionen
Deutlich wurde auch, dass Klimaziele im Gebäudesektor ohne substanzielle Investitionen nicht erreichbar sind. Diese setzen jedoch stabile Förderstrukturen und klare politische Signale voraus. Für Hersteller wie sto, die stark in Forschung und Entwicklung investieren, ist Planungssicherheit ein entscheidender Faktor, um Innovationen vom Labor in die Praxis zu bringen und Bauunternehmen marktreife Lösungen anzubieten.
Der Austausch vor bei Sto in Stühlingen verdeutlichte damit exemplarisch, wie eng Industrie, Politik und Baupraxis miteinander verzahnt sind. Für Bauunternehmer, Projektleiter und Entscheider im Bauwesen liefert der Besuch wichtige Einblicke in die aktuellen Rahmenbedingungen der Branche und zeigt, welche Bedeutung verlässliche politische Weichenstellungen für die Zukunft von Dämmung, Fassadenbau und nachhaltigem Bauen haben.













