Baugewerbe INTERNATIONAL
Fertigteilbau in Europa: stabil mit Unterschieden
Der Fertigteilbau bleibt europaweit auf konstantem Niveau, doch ein genauer Blick zeigt erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern.
Während einige Märkte längst etabliert sind, holen andere erst auf – und eröffnen damit strategische Chancen für Bauunternehmen.
Im Rahmen des Europäischen Architekturbarometers der USP Marketing Consultancy wurden 1.078 Architekturbüros in telefonischen Interviews zur Nutzung und zu ihren Erfahrungen mit der Fertigteilbauweise befragt. Bereits zum vierten Mal erlaubt die Studie damit einen Vergleich der Verbreitung von Fertigteilbau unter Architekturbüros im europäischen Raum. Neben Deutschland umfasst die Untersuchung Großbritannien, Frankreich, Spanien, Italien, die Niederlande, Belgien, Polen, Dänemark und Schweden.
Das zentrale Ergebnis: Über alle bisherigen Erhebungswellen hinweg bleibt die Nutzung von Fertigteilbauweisen insgesamt stabil. Hinter diesem scheinbar gleichmäßigen Trend verbergen sich jedoch deutliche nationale Unterschiede. Besonders die Niederlande, Dänemark und Schweden stechen mit einer konstant hohen Akzeptanz hervor. Am anderen Ende der Skala liegt Großbritannien, das seit 2019 eine anhaltend niedrige Nutzung aufweist.
Zwischen diesen Polen erstreckt sich ein breites Mittelfeld – in dessen unterem Bereich auch Deutschland positioniert ist. Hier geben derzeit rund 28 Prozent der befragten Architekturbüros an, Fertigteilbauweisen einzusetzen. Für Bauunternehmen signalisiert dies: Der Markt ist vorhanden, aber noch längst nicht ausgeschöpft.
Blick nach vorn: Steigende Erwartungen bis 2035
Trotz der momentan sehr unterschiedlichen Ausgangslagen rechnen Architekturbüros in ganz Europa mehrheitlich mit einer steigenden Bedeutung der Fertigteilbauweise in den kommenden Jahren. Sowohl für 2030 als auch für 2035 erwarten die Befragten einen zunehmenden Einsatz – unabhängig davon, ob der jeweilige Markt heute bereits als reif gilt oder noch Nachholpotenzial besitzt.
Für europaweit tätige Bauunternehmen und Hersteller von vorgefertigten Bauelementen ergibt sich daraus ein klarer Handlungsauftrag: Strategien müssen stärker auf den Reifegrad der einzelnen Märkte zugeschnitten werden. In Ländern mit bislang geringer Akzeptanz kann dies verstärkte Informations- und Überzeugungsarbeit bedeuten, während in etablierten Märkten vor allem technischer Support, Systemkompetenz und Differenzierung gefragt sind.
Über die Untersuchung
Das internationale Architekturbarometer der Rotterdamer USP-Gruppe wird seit 2009 im Vier-Monats-Rhythmus unter telefonisch befragten Architekturbüros in verschiedenen europäischen Ländern durchgeführt. Die aktuellsten Detailergebnisse für Deutschland zum Thema Fertigteilbau können über die BauInfoConsult-Studie "Prefab-Monitor" kostenpflichtig hinzugebucht werden. Diese liefert praxisnahe Einblicke in den Einsatz und die Marktpräsenz vorgefertigter Bauelemente in der deutschen Baubranche.












