Kreislaufwirtschaft
Strabag - Leuchtturmprojekt im Hafen
Strabag errichtet im Neusser Hafen einen neuen Wertstrommanagement-Standort (WSM-Standort) und setzt damit ein klares Zeichen für die Kreislaufwirtschaft.
Die Strabag-Direktion Nordrhein-Westfalen verfolgt mit diesem Leuchtturmprojekt das Ziel, mineralische Baustoffe wie Boden-Bauschutt-Gemische systematisch zu recyceln und in Wertstoffkreisläufe einzubinden. Durch die trimodale Anbindung an Hafen, Straße und Schiene entstehen optimale logistische Bedingungen, um Transportwege effizient zu gestalten und den Materialumschlag zu maximieren. Die Folgen: gestärkte regionale Baustoffkreisläufe und langfristig eine nachhaltigere Bauwirtschaft.
Georg Lehde, kaufmännischer Leiter der Strabag-Direktion Nordrhein-Westfalen, hebt die ökologischen Vorteile dieses Konzepts hervor: "Der trimodale Anschluss entlastet das örtliche Straßennetz und reduziert dadurch die CO2-Emissionen erheblich, was insbesondere in einer Region mit intensiver Bautätigkeit wie in Nordrhein-Westfalen von unschätzbarem Vorteil ist." Die direkte Anbindung an den Schiffsverkehr ermöglicht eine effizientere Materiallogistik und hilft, den Einsatz von Lkw-Transporten zu reduzieren, was wiederum die Umweltbelastung verringert.
Die Genehmigung für den Bau des WSM-Standorts wurde schon 2024 erteilt. Anfang 2025 begannen die Bauarbeiten, sodass die Inbetriebnahme im Sommer erfolgen kann. Strabag verfolgt dabei von Anfang an einen nachhaltigen Ansatz. Die Baustelle wird nach den Kriterien der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) zertifiziert. Der Einsatz von Niedrigtemperaturasphalt reduziert den Energieverbrauch und die Emissionen.
Nach Fertigstellung bleibt Nachhaltigkeit ein zentraler Aspekt: Strabag plant den Einsatz von elektrisch und HVO-betriebenen Maschinen, die eine umweltfreundlichere Alternative zu konventionellen Antrieben darstellen. Zudem wird ein modernes Energiemanagementsystem integriert, das den Energieverbrauch kontinuierlich überwacht und optimiert. Durch diese Maßnahmen soll der Betrieb des WSM-Standorts möglichst ressourcenschonend und emissionsarm gestaltet werden.
Jährlich können am Standort bis zu 250.000 Tonnen mineralische Bau- und Rohstoffe angenommen und aufbereitet werden. Die Materialien werden gesiebt und in zwei Hauptkategorien unterteilt: Boden und Bauschutt. Während der gesiebte Boden für Auffüllmaßnahmen genutzt wird, durchläuft der Bauschutt eine mehrstufige Verarbeitung. Nach der Zerkleinerung wird er wiederverwendet.
Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 03_2025.












