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Artikel und Hintergründe zum Thema

Messe

Max Kandler,

GET-Fachtagung zur Abscheidetechnik setzt Maßstäbe für Qualität und Rechtssicherheit

Die InfraTech 2026 in Essen hat erneut verdeutlicht, wie stark regulatorische Vorgaben, Umweltanforderungen und technische Innovationen das Bau- und Infrastruktursektor prägen. Für Bauunternehmer, Projektleiter und Entscheider bedeutet dies vor allem eines: steigende Verantwortung bei Planung, Ausschreibung und Ausführung technischer Anlagen.

Die Referenten der GET-Fachtagung auf der InfraTech 2026 (von li.n.re.): Christoph Königs, Dr. Ronald Möhlenbrock, Ulrich Bachon, Lukas Zerfaß © GET, Foto: Jannik Hammes

Im Congress Center West rückte die Gütegemeinschaft Entwässerungstechnik e.V. (GET) mit ihrer Fachtagung zur Leichtflüssigkeitsabscheidetechnik genau jene Schnittstelle in den Fokus, an der Recht, Technik und Baupraxis zusammenlaufen. Im Mittelpunkt standen konkrete Herausforderungen bei Planung und Einbau von Abscheideranlagen sowie die Auswirkungen aktueller Regelwerke auf Bauprojekte.

Qualität als strategischer Erfolgsfaktor im Bauprozess

Die Diskussion um Normen und Qualitätsanforderungen ist für die Bauwirtschaft keine abstrakte Debatte. Sie entscheidet über Haftungsrisiken, Betriebssicherheit und langfristige Wirtschaftlichkeit. In der Leichtflüssigkeitsabscheidetechnik zeigt sich deutlich, dass europäische Mindestanforderungen nicht zwangsläufig das bisherige Sicherheitsniveau widerspiegeln.

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Für ausführende Unternehmen und Planer entsteht daraus ein Spannungsfeld: Einerseits sind Ausschreibungen häufig preisgetrieben, andererseits steigen die Anforderungen an Dauerhaftigkeit und Umweltverträglichkeit. Freiwillige Gütesicherungen wie das RAL-GZ 693 der GET gewinnen in diesem Kontext an Bedeutung. Sie dienen als verlässliche Orientierung bei der Produktauswahl und helfen, Qualitätsunterschiede technisch belastbar zu bewerten.

Gerade für Geschäftsführer und Projektverantwortliche wird damit deutlich, dass Qualitätssicherung nicht nur technisches Detail, sondern Teil der unternehmerischen Risikostrategie ist.

AwSV und technische Abgrenzung: Wo Abwasser endet und Anlagensicherheit beginnt

Ein zentrales Thema der Fachtagung war die Differenzierung zwischen Leichtflüssigkeitsabscheidern im klassischen Abwasserbereich und solchen, die als Rückhalteeinrichtungen bei Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen eingesetzt werden.

Blick in den Tagungsraum der GET-Fachtagung Abscheidetechnik auf der InfraTech 2026 © GET, Foto: Jannik Hammes

Die Anforderungen der AwSV und des technischen Regelwerks verlangen eine präzise Einordnung der jeweiligen Anlage. Für Bauunternehmen bedeutet dies, dass Planungsfehler oder falsche Annahmen zur Anwendungsart unmittelbare Auswirkungen auf Genehmigungsfähigkeit, Ausführung und spätere Überwachung haben können. Besonders relevant ist diese Abgrenzung bei Tankstellen, Abfüllflächen oder Industrieanlagen, in denen wassergefährdende Stoffe gehandhabt werden.

Mit dem Einsatz neuer paraffinischer Dieselkraftstoffe wie HVO rücken zudem veränderte Stoffeigenschaften in den Fokus. Hier sind Bauherren und Planer gefordert, die Eignung der eingesetzten Abscheidertechnik sorgfältig zu prüfen und bestehende Anlagen fachlich einzuordnen.

HVO-Kraftstoffe: Praxisbeispiele und genehmigungsfähige Lösungen

Die Einführung alternativer Kraftstoffe verändert nicht nur den Energiemarkt, sondern auch die Anforderungen an die technische Infrastruktur. In der Praxis zeigen sich typische Problemstellungen dort, wo bestehende Anlagen ohne umfassende Prüfung weitergenutzt werden.

Fehleinschätzungen bei Stoffeigenschaften, unzureichende Dimensionierung oder nicht zugelassene Komponenten können zu Umweltschäden und erheblichen Haftungsrisiken führen. Die auf der InfraTech 2026 vorgestellten Fallbeispiele machten deutlich, dass genehmigungsfähige Lösungen eine sorgfältige Abstimmung zwischen Betreiber, Fachplaner, Sachverständigenorganisation und ausführendem Unternehmen voraussetzen.

Für Entscheider im Bauwesen ergibt sich daraus die klare Handlungsempfehlung, Projekte mit Leichtflüssigkeitsabscheidetechnik frühzeitig interdisziplinär zu betrachten und nicht isoliert als Einzelgewerk zu behandeln.

Einbau von Abscheideranlagen: Kritische Details entscheiden über die Dauerhaftigkeit

Neben regulatorischen Fragen standen bauliche Details im Mittelpunkt der Fachtagung. Insbesondere die Dichtheit von Schächten und Anschlussbereichen zählt zu den neuralgischen Punkten im Einbau von Abscheideranlagen.

Unterschiedliche Werkstoffe wie Beton, Polymerbeton oder Kunststoff erfordern jeweils angepasste Einbauverfahren. Typische Fehler entstehen häufig an Schnittstellen zwischen Tiefbau, Rohrleitungsbau und Anlagentechnik. Für Bauleiter und Poliere bedeutet dies, dass eine präzise Abstimmung der Gewerke sowie eine konsequente Qualitätskontrolle vor Ort unverzichtbar sind.

Eine dauerhaft funktionssichere Abscheideranlage ist das Ergebnis fachgerechter Planung und sorgfältiger Ausführung. Mängel zeigen sich häufig erst im Betrieb und führen dann zu kostenintensiven Nachbesserungen oder behördlichen Auflagen.

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