Deutscher Holzfertigbau-Verband (DHV)
Viel (Bau-)Kultur am Bodensee
Volltreffer für den DHV am Bodensee: Rund um die Aufführung "Der Freischütz" bei den Bregenzer Festspielen trafen sich am 17./18. Juli 2025 die Mitgliedsbetriebe zum Info-Austausch, Architektur- und Betriebsbesichtigungen und natürlich dem Besuch der Opernpremiere am See.
Präsident Erwin Taglieber begrüßte über 30 Gäste im Yachthotel Kressbronn mit einem baupolitischen Auftakt. Das passte gut zum Veranstaltungsmotto "Business und Kultur am Bodensee", weil Business und Kultur wohl nirgends so stark ineinandergreifen wie in der Politik: "Die politische Kultur beeinflusst den politischen Output. Der Output – also z.B. Gesetze, Regelungen, Fördermittel – hat unmittelbar auf unser Business. Und die Leistungsfähigkeit der Wirtschaft, also von uns allen, beeinflusst wiederum, wie Politik gemacht wird," sagte Taglieber.
Der Bau-Turbo – bloß viel Wind oder ein echter Schub?
"Wenn man auf das erste halbe Jahr dieser Regierung schaut, zieht sich ein Begriff durch alle baupolitischen Debatten: der Bau-Turbo. Gemeint ist damit ein ganzes Paket an Gesetzesänderungen mit dem Ziel: schneller planen, schneller genehmigen, und zwar auf allen Ebenen: vom Bebauungsplan über Ausnahmen bis zur Umweltprüfung. Das Kernstück: die Novelle des Baugesetzbuchs. Sie soll den Kommunen deutlich mehr Spielraum geben. Mehr Tempo, mehr Pragmatismus, mehr Entscheidungsmut – wenn sie ihn denn nutzen wollen. Denn: Der Bund zieht sich ein Stück zurück, das Ermessen vor Ort wächst. Und das ist neu. Das ist kein Automatismus – aber eine Chance. Denn genau hier beginnt unser Spielfeld: Wenn Betriebe des Holzbaus auf ihre Gemeinden zugehen, frühzeitig mit Verwaltung und Politik reden, Vorschläge machen, Lösungen zeigen – dann wird aus der Theorie Praxis. Wer den Bürgermeister kennt, wer Netzwerke knüpft und präsent ist, kann Bewegung reinbringen. Also: Der Bau-Turbo ist kein Selbstläufer. Aber er gibt Rückenwind – wenn wir ihn nutzen. Wo Licht ist, bleibt leider auch Schatten. Das Justizministerium bremst wohl Teile der Novelle, etwa beim Verbandsklagerecht – aus Sorge vor Widerstand", resümierte Präsident Taglieber.
Betriebe, die sich sehen lassen können
Auf dem Besichtigungsprogramm am Freitag, 18. Juli standen drei DHV-Betriebe aus dem Bodenseeraum, entweder mit gebauten Projekten (MFH in Überlingen, Bau Barth, mikado 7-8/25, Seite 28) oder direkt in den Betrieben (Holzbau Schmäh, mikado 4/24, Seite 16; Holzbau Berthold Ott, Wilhelmsdorf). Spannend war vor allem die kollegiale Offenheit mit der die drei Betriebsinhaber ihre Kollegen über Arbeitsstrukturen, Auftrags- und Mitarbeitergewinnung informierten – so macht die Verbandsarbeit erstens richtig viel Spaß und bringt zweitens produktiven Input fürs eigene Tagesgeschäft.












