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Artikel und Hintergründe zum Thema

Dachausbau: Dämmung

Jessica Stütz,

Amtsgericht in Dinkelsbühl wird Wohnhaus mit Eigentumswohnungen

Wie viele alte Gebäude in der mittelalterlichen Stadt – die Bayerische Denkmalliste führt zahlreiche geschützte Gebäude auf – unterlag auch das Alte Amtsgericht den Auflagen des Denkmalschutzes. Beim Umbau des zweigeschossigen Gebäudes war also Fingerspitzengefühl gefragt.

Umbau mit Auflagen: Das alte Amtsgericht steht, wie viele Gebäude in der mittelalterlichen Stadt Dinkelsbühl, unter Denkmalschutz

© Linzmeier/ Oliver Heinl Fotografie

Ein probates Mittel, dem derzeitigen Wohnungsmangel entgegenzuwirken, ist der Um- und Ausbau bestehender Gebäude. In großen Städten wird deshalb bereits die Umnutzung leer stehender Bürogebäude diskutiert, in kleineren Gemeinden behilft man sich hingegen beispielsweise mit Rat- oder Gemeindehäusern, deren Nutzer inzwischen umgezogen sind. So auch beim alten Amtsgericht Dinkelsbühl, das nach Sanierung und Dachausbau von einem privaten Investor in Form von Eigentumswohnungen vermarktet wurde. Wie viele alte Gebäude in der mittelalterlichen Stadt unterlag auch das alte Amtsgericht den Auflagen des Denkmalschutzes. Beim Umbau des zweigeschossigen Gebäudes mit Bodenerker und Schweifgiebeln im Stil der deutschen Neorenaissance waren also Augenmaß und Fingerspitzengefühl gefragt.

Dämmung: leicht und schnell

Mit der Ausführung der Dachsanierung wurde die ortsansässige Firma Weha Bedachungen beauftragt. Das auf Sanierungen und Fassadendämmungen spezialisierte Unternehmen schlug den Projektbeteiligten eine PUR-Dämmung mit der Platte Linitherm PAL N+F von Linzmeier vor. Die PUR-Dämmelemente hatten für Dachdeckermeister Dominik Wegert gegenüber der ursprünglich geplanten Holzfaserdämmung zwei Vorteile: „Bei einer Holzfaserdämmung hätten wir für eine vergleichbare Energieeffizienz eine 40 mm dicke Aufdach- sowie eine zusätzliche Zwischensparrendämmung gebraucht. Zum einen hätte die Verlegung der Dämmung in zwei Arbeitsgängen erheblich länger gedauert, zum anderen bringt die Holzfaserdämmung einiges an Gewicht aufs Dach. Das kam angesichts des alten Dachstuhls – das Gebäude stammt aus dem Jahr 1900 – nicht infrage. Wir hätten die gesamte Dachstatik neu berechnen und den Dachstuhl möglicherweise ertüchtigen müssen.“

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Mit den PUR-Dämmplatten war es möglich, beide Problemfelder in einem Zug zu „entschärfen“. Die leichten Dämmelemente erhöhten die Dachlast nur minimal – zumal man angesichts ihrer Dämmeffizienz mit λ = 0,023 lediglich eine Aufdachdämmung benötigte, um den Wunsch des Bauherrn nach einem niedrigen U-Wert und den des Denkmalschutzes nach einer weitgehenden Erhaltung der originalen Dachgeometrie zu erfüllen.

Man brauchte hier also nur einen Arbeitsgang und war deutlich schneller. Da die PU-Dämmelemente mit ihrem geringen Gewicht außerdem ein zügiges Arbeiten unterstützen, sich unkompliziert mit handelsüblichen Werkzeugen zuschneiden und danach drehen und auf der anderen Seite von Grat, Kehle oder Gaube wieder anlegen lassen, sparte man zusätzlich Zeit. So war es für die Dachdecker kein Problem, die Dämmung auf der 1000 m2 großen Dachfläche in etwa vier Wochen zu verlegen.

Auszug aus dachbaumagazin 09.2024

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