Alternative Antrieben

Kai Ingmar Link,

JCB hat die Alternative im Tank

Mit der Freigabe von B100-Biodiesel für Bagger eröffnet sich für Baumaschinenhersteller ein direkter Weg zur Emissionsreduktion. Auch JCB hat die Chance genutzt.

Die Bagger von JCB können ab sofort mit alternativen Kraftstoffen angetrieben werden. © Pelemedia (Symbolbild, erstellt mit KI)

Der Druck, CO2-Emissionen zu senken, steigt seit Langem. Gleichzeitig bleiben Produktivität und Wirtschaftlichkeit zentrale Anforderungen im Baustellenalltag. JCB reagiert darauf mit der Freigabe von B100-Biodiesel für mehrere Modelle seiner X-Serie. Dieser Schritt ermöglicht erstmals den Einsatz eines zu 100 Prozent erneuerbaren Kraftstoffs in Europa verkauften Kettenbaggern.

Der als Fettsäuremethylester bekannte Treibstoff wird aus recycelten Pflanzenölen gewonnen und durch Transesterifizierung hergestellt. Der Vorteil: Der vorhandene Bagger wird Teil einer klimafreundlicheren Strategie, ohne dass technische Grundkonzepte verändert werden müssen.

Die Initiative basiert auf konkreten Anforderungen aus der Praxis. Richard Brooks, Group Product Innovation Director bei JCB, erklärt: "Diese bedeutende Entwicklung ist eine direkte Antwort auf die Nachfrage großer Bauunternehmen nach Baggern, die mit B100 betrieben werden können. Sie erhalten nun eine praxistaugliche Kraftstoffoption, die echte CO2-Einsparungen ermöglicht – und die künftig, abhängig von der Nachfrage, auch auf weitere JCB-Produkte ausgeweitet werden könnte."

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Ab Juni 2026 können die Modelle 140X, 145XR, 150X, 220X und 245XR mit B100 betrieben werden. Damit wird der Einstieg in alternative Antriebe deutlich erleichtert, insbesondere im schweren Einsatz, wo batterieelektrische oder wasserstoffbasierte Antriebe oft noch limitiert sind.

JCB verfolgt dabei einen technologieoffenen Ansatz. B100 ergänzt bestehende Entwicklungen. Brooks betont: "Die Nutzung von B100-Biodiesel ergänzt JCBs marktführende Technologien in den Bereichen Batterie-Elektro und Wasserstoffverbrennung als Alternativen zu herkömmlichem Dieselantrieb. Kunden, die Maschinen mit Syntech ASB B100 betreiben, können ihre Treibhausgasemissionen im Vergleich zu Standarddiesel um bis zu 93 Prozent reduzieren. Damit wird ein sofortiger und bedeutender Schritt in Richtung Netto-Null erreicht – ohne Leistungseinbußen."

Technisch wurde der Einsatz umfassend abgesichert. Gemeinsam mit Syntech Biofuel hat JCB ein Validierungsprogramm durchgeführt. Der Kraftstoff erfüllt die Norm BS EN 14214 und ist nach ISCC zertifiziert. Eine Rückrüstung auf konventionellen Diesel bleibt jederzeit möglich. Das sichert Investitionen ab und stabilisiert den Restwert der Baumaschinen im Gebrauchtmarkt.

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