Forschungskonsortium
BitKoin verwandelt Abfälle in Baustoff
Ein österreichisches Forschungsprojekt zeigt, wie sich Mineralwolleabfälle zu einem leistungsfähigen Ersatz für Hüttensand verarbeiten lassen. Erste Ergebnisse belegen nicht nur die technische Machbarkeit, sondern auch ein beachtliches Potenzial für Betonperformance und Kreislaufwirtschaft.
Seit März 2023 arbeitet ein österreichisches Projektkonsortium im Forschungsprojekt "BitKoin" an der Entwicklung eines synthetischen Hüttensandersatzes auf Basis von Mineralwolleabfällen. Ziel ist es, diese bislang schwer verwertbaren Abfälle gemeinsam mit sekundären Rohstoffen zu einer Bindemittelkomponente für die Zement- und Betonherstellung aufzubereiten. Dass dieser Ansatz funktioniert, konnte im Technikumsmaßstab mehrfach nachgewiesen werden.
Das Projekt wird von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft gefördert und steht unter der Leitung der Montanuniversität Leoben. Zum Konsortium zählen neben der Rohrdorfer Umwelttechnik die Technische Universität Graz, Porr Umwelttechnik, Saint-Gobain Austria sowie Holcim CTEC.
Um Mineralwolleabfälle als Ersatz für Hüttensand nutzbar zu machen, ist eine gezielte Aufbereitung erforderlich. Zunächst werden die Abfälle in einer Schredderanlage mechanisch vorzerkleinert. Anschließend erfolgt eine Konditionierung mit einem kalziumreichen Sekundärrohstoff, um die chemischen Voraussetzungen für die Verwendung als Bindemittelkomponente zu schaffen. Die konditionierten Materialien werden danach geschmolzen, granuliert und gemahlen. Das so gewonnene Produkt kann konventionellen Hüttensand in der Zementproduktion ersetzen.
Die einzelnen Prozessschritte wurden im Rahmen von Pilotversuchen arbeitsteilig von den Projektpartnern umgesetzt: Die Montanuniversität Leoben übernahm Probenvorbereitung und Schmelzversuche, die Technische Universität Graz die baustofftechnischen Prüfungen, und Porr Umwelttechnik das industrielle Schreddern und Konditionieren. Bei Holcim CTEC wurden daraus die Zementsorten CEM II/B-M und CEM II/C-M hergestellt.
Aus den entwickelten Zementen wurde Normalbeton der Sorte B2 hergestellt und im Zentrallabor von Rohrdorfer in Krieglach umfassend geprüft. Neben der Druckfestigkeit wurde auch der Karbonatisierungswiderstand untersucht.
Laut Dr. Theresa Sattler, Projektleiterin BitKoin bei der Rohrdorfer Umwelttechnik, können derzeit zwei zentrale positive Ergebnisse festhalten werden: "Einerseits verfügen wir über einen Hüttensandersatz, der bei bestimmten relevanten Eigenschaften eine mindestens gleichwertige, teilweise bessere Performance zeigt. Andererseits gelingt es, die Gefährlichkeit von Mineralwolleabfällen zu reduzieren."












