Gastbeitrag von
Was ist IoT?
Im Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) werden Gegenstände, die über Sensoren verfügen oder damit nachgerüstet werden können (Retrofit), mit dem Internet und untereinander vernetzt.
Ziel ist es, Daten zu erheben und daraus Erkenntnisse zu gewinnen - beispielsweise über den Zustand des Gegenstandes. Eine IoT-Anwendung umfasst typischerweise drei Kernkomponenten, einen Sensor, ein Netzwerk und die Visualisierung. Wie das funktioniert zeigt Abbildung 1.
Welche Möglichkeiten bietet IoT für den SHK-Bereich?
Das lässt sich anhand dieses Beispiels eines neuen Geschäftsmodells erklären: Sanitär-Heizung-Klima (SHK) steht stellvertretend für ein sehr großes Kompetenzfeld und unzählige Möglichkeiten in der Digitalisierung. Im Folgenden richten wir das Augenmerk auf den Bereich Wasser und Feuchtigkeit.
Wo sanitäre Anlagen geplant und installiert werden, geschieht vor allem eines: sehr viele Leitungen werden verlegt. Mit Wasser gefüllte Zuleitungen oder mit Abwasser gefüllte Ableitungen haben eines gemeinsam: die Rohre beziehungsweise Dichtungen können porös werden. Außerdem können sie durch Fehlnutzung und zu viel Druck auseinanderbrechen oder durch Laien beim Setzen einer Bohrung in Mitleidenschaft gezogen werden. In den meisten Fällen wird der Schaden erst entdeckt, wenn es bereits zu spät ist.
Für einen spezialisierten SHK-Betrieb können sich durch die Sensorik-Technologie ganz neue Geschäftsmodelle erschließen. So kann der Betrieb nicht nur sanitäre Anlagen, sondern gleich auch passende Sensorik verbauen. Diese Sensorik ist in der Lage, über das Internet regelmäßig über den Zustand beispielsweise der Leitungen zu informieren. Im Falle von Beschädigungen löst das System einen Alarm aus. Durch die ständige Überwachung mithilfe von Sensoren werden zusätzlich Schäden durch Verschleiß vorgebeugt. Dieser Service erleichtert nicht nur die Arbeit des SHK-Betriebes, da die Probleme schneller lokalisiert werden können. Die Sensorik bietet sehr gute Möglichkeiten, Kunden zu binden und das Aftersales-Geschäft auszubauen.
Wie lassen sich daraus Einnahmen generieren?
Ein mögliches Szenario: ein SHK-Betrieb kauft Feuchtigkeitssensoren ein und lässt sich von einem Softwareunternehmen eine IoT-Plattform einrichten. Hier werden neue Kunden angelegt und Sensormesswerte analysiert. Anschließend werden die Sensoren beim Kunden eingebaut. Dieser erhält Zugriff auf die IoT-Plattform, auf der die Sensordaten zusammenlaufen und ausgewertet werden. Der SHK-Betrieb übernimmt die Überwachung der Feuchtigkeitswerte mithilfe der gleichen Plattform. Wird ein Feuchtigkeitsanstieg festgestellt, begutachtet ein Handwerker den Schaden und erstellt ein Angebot für einen Einsatz mithilfe seiner Subunternehmer. Erhält er den Auftrag, kontaktiert er eine Bautrocknungsfirma, Maurereien oder welches Gewerk benötigt wird. Gemeinsam übernehmen sie anschließend die erforderlichen Reparaturen. Kern des Geschäftsmodells ist die frühzeitige Erkennung von Wassereinbrüchen, um Schäden zu vorzubeugen oder einzudämmen. Für die Überwachung kann eine monatliche Servicepauschale erhoben oder einfach als Zusatzservice angeboten werden. Oder die Sensoren und der Einbau werden bepreist und der Kunde erhält die Daten. Zudem erhält der SHK-Betrieb automatisch neue Aufträge für die Beseitigung von eintretenden Schäden.
Nicht nur im SHK-Betrieb kann IoT zum Einsatz kommen. Wie dies in einem Dachdeckerbetrieb als neues Geschäftsmodell genutzt werden kann – sehen Sie in dem Video.
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Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 09_2023.













