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Artikel und Hintergründe zum Thema

Weltfrauentag 2025

Sophia Flieger / Gerlinde Weidt,

Nicht ungewöhnlich, aber selten

Weibliche Arbeitskräfte auf der Baustelle – ein Bild, das zwar nicht mehr ungewöhnlich ist, doch immer noch ist der Frauenanteil in Berufen rund um das Bauhandwerk viel zu niedrig:

Sophia Flieger ist Leiterin der Business Unit Broadband Services bei Axians Deutschland. © Axians Deutschland

Im Branchendurchschnitt liegt dieser mit 14 % an letzter Stelle. Dabei ist Baustelle nicht gleich Baustelle: Das stereotypische Klischee der schweren körperlichen, schmutzigen und von Männern dominierten Arbeit ist längst überholt. Immer mehr Mitarbeiterinnen erobern den Bau, sei es als Bauleiterin, Ingenieurin oder Monteurin. Was Frauen hier leisten können und welches Potenzial sie für diese Berufe mitbringen, verdient nicht nur am 8. März, dem Internationalen Weltfrauentag, Beachtung.

Ein Kommentar von Sophia Flieger, Leiterin der Business Unit Broadband Services bei Axians Deutschland, wie Unternehmen weg von Vorurteilen hin zu neuen Vorbildern kommen:

„Oft genug entsprechen die Aufgaben in der Baubranche längst nicht mehr den alten Klischees: Die Tätigkeiten sind abwechslungsreich, kreativ und technisch anspruchsvoll. Im Bereich des Glasfaserausbaus eröffnen sich Frauen mit Fachwissen, Durchsetzungsvermögen und handwerklichem Geschick ganz neue Karrierechancen – beispielsweise im Beruf der Monteurin. Der Breitbandausbau ist Teil der deutschen Digitalstrategie und bietet Frauen Berufsbilder und Aufgabenfelder mit viel Entwicklungspotenzial. Denn um den Wirtschaftsstandort Deutschland zu stärken, sollen bis zum Jahr 2030 flächendeckend Glasfaseranschlüsse sowie der neueste Mobilfunkstandard zur Verfügung stehen. Dies wird nur mit dem Know-how der Dienstleister für Telekommunikationsinfrastruktur (TI) gelingen, die jedoch – wie viele andere Bereiche auch – mit einem akuten Fachkräftemangel kämpfen.

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Um sich in diesem Bereich besser aufzustellen, nutzen TI-Unternehmen bei der Berufsausbildung oder der Qualifizierung von Frauen im Bereich Glasfaserausbau verstärkt die Tatsache, dass weibliche Kräfte technikaffin sind und sich besonders offen für Themen wie Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung zeigen. Im Bereich des Breitbandausbaus sind z.B. alternative, moderne Verlegeverfahren wie Trenching oder horizontale Richtbohrung (HDD- Horizontal Directional Drilling) nicht nur wirtschaftlich effizienter, sondern schonen Ressourcen, die Umwelt und Anwohnende. Aufgaben wie das Verlegen von Hausanschlüssen, das Einblasen und Spleißen der Glasfaserkabel oder spezielle digitale Messungen sind heute für Monteure und Monteurinnen weniger körperlich anstrengend und nicht länger Wind und Wetter ausgesetzt. Zudem sind viele Arbeiten mittlerweile durch Automatisierung und Technisierung deutlich vereinfacht – ein Punkt, der vor allem die junge Generation – männlich wie weiblich – anspricht, die gerne digital arbeitet.

Ein zweiter Schlüsselfaktor, der Mitarbeiterinnen den erfolgreichen Weg auf die Baustellen ebnet und gerade am Weltfrauentag einmal mehr im Fokus steht, sind die ehrlichen Bemühungen der Unternehmen, eine Kultur der Gleichberechtigung und Toleranz aufzubauen. Im Büro ist sie bereits Alltag. Nun gilt es, dafür zu sorgen, dass sie auch auf deutschen Baustellen selbstverständlich wird. Wertschätzung, Nachhaltigkeit, soziales Engagement und konkrete Möglichkeiten zur Weiterentwicklung sind heute entscheidend, um Talente zu gewinnen und langfristig zu binden. Wo dies aktiv gefördert, eine werteorientierte Unternehmenskultur gelebt und mit vielfältigen Programmen unterstützt wird, sind Teams diverser und damit erfolgreicher: Eine Entwicklung, die sich langfristig positiv auf das ganze Unternehmen auswirkt.

Eine Möglichkeit, Frauen einen Beruf auf der Baustelle näher zu bringen, sind z.B. Trainingscenter, in denen Quereinsteigerinnen und Auszubildende gezielt geschult werden. Unternehmen, die gern auch ungewöhnliche Wege gehen, können ihren Mitarbeiterinnen anbieten, probeweise den Büroarbeitsplatz gegen einen Arbeitsplatz auf der Baustelle einzutauschen. So lassen sich auch in der weiblichen Belegschaft Vorurteile abbauen und eventuell das Interesse für eine interne Weiterqualifikation wecken. Gerade TI-Unternehmen sollten großen Wert darauf legen, Frauen ein inklusives, vielfältiges und unterstützendes Arbeitsumfeld zu bieten. Dann werden sich auch verstärkt Frauen für eine Tätigkeit auf der Baustelle entscheiden.“

Über Sophia Flieger

Sophia Flieger ist stellvertretende BU-Leiterin bei Axians TI Service Factory. Sie begann 2023 ihre Tätigkeit bei Axians Deutschland und ist seit 2024 für das Projekt- und Ressourcenmanagement, das Stakeholdermanagement, die Steuerung der Business Unit Broadband Services sowie die Außenpräsentation der Business Unit verantwortlich. Sophia Flieger verfügt über eine achtjährige Erfahrung im Bereich Breitband- und Glasfaserausbau. Zunächst war sie als Bauzeichnerin, später auch als Projektleiterin sowie als Büro- und Standortleiterin bei der VPT Consulting GmbH tätig. Ihre fachlichen Schwerpunkte liegen in den Bereichen Planung, Tiefbau, Montage und Dokumentation von FTTH (Fibre To The Home), 5G SA sowie beim Service bzw. der Entstörung von FTTH und 5G.

Hinweis der Redaktion:
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