Report von Autodesk Construction Cloud
Bauwirtschaft 2024: Herausforderungen und Chancen für Wachstum, Fachkräfte und Nachhaltigkeit
Die Baubranche in Deutschland, Österreich, der Schweiz (DACH) und den Niederlanden steht vor vielfältigen Herausforderungen und bietet gleichzeitig Perspektiven für Wachstum, Bewältigung des Fachkräftemangels und Förderung der Nachhaltigkeit. Ein genauerer Blick auf die Entwicklungen und Trends in der Region zeigt aktuelle Defizite und mögliche Zukunftsszenarien auf.
Wachstumserwartungen und Fachkräfteengpässe
Die Mehrheit der deutschen Bauunternehmen (78%) erwartet für das kommende Geschäftsjahr eine Umsatzsteigerung von durchschnittlich 33%, was im Ländervergleich den niedrigsten Wert darstellt. Ein besorgniserregender Trend ist jedoch die Einstellung von Fachkräften nicht als Wachstum, sondern als Ersatz. Nur 43% der Unternehmen planen Neueinstellungen, während die Mehrheit sich darauf beschränkt, ausscheidende Mitarbeiter zu ersetzen.
Die Gründe für die zurückhaltende Einstellungspolitik sind vielfältig. Defizite sehen die deutschen Bauunternehmen bei der Nachbesetzung von Stellen nach dem Ausscheiden von Mitarbeitern (37%), der Abwanderung aus der Baubranche (37%) und dem Qualifikationsbedarf im Unternehmen (37%). Ein alarmierender Faktor ist, dass zwei Drittel der Unternehmen, die neue Mitarbeiter suchen, auf Schwierigkeiten stoßen, vor allem aufgrund steigender Lebenshaltungskosten und der Schwierigkeit, wettbewerbsfähige Löhne anzubieten oder Mitarbeiter mit den erforderlichen Qualifikationen zu finden.
Technologische Ambitionen und Qualifikationsdefizite
Obwohl deutsche Bauunternehmen großes Interesse an technologischen Innovationen zeigen und Investitionen in moderne Baumethoden, Robotik und künstliche Intelligenz planen, gibt es Bedenken hinsichtlich der Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte. Fast ein Viertel der Fachkräfte (24 Prozent) befürchtet einen Mangel an digitalen und technologischen Kompetenzen in den nächsten fünf bis zehn Jahren. Bildungsdefizite, die von unzureichenden Studiengängen bis hin zu mangelnden Investitionen der Unternehmen in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter reichen, beeinträchtigen die Talentpipeline erheblich.
Die Sorge um den Fachkräftemangel wirkt sich auch auf die Fähigkeit der Unternehmen aus, neue Vorschriften zu erfüllen, z. B. höhere Anforderungen an die Energieeffizienz. Nahezu 30 % der Experten sind der Ansicht, dass ihre Unternehmen nicht ausreichend auf Gesetzesänderungen vorbereitet sind, insbesondere aufgrund eines Mangels an Mitarbeitern mit den erforderlichen Fähigkeiten und Kenntnissen.
Nachhaltigkeit hat Priorität
Erfreulich ist das wachsende Bewusstsein der deutschen Bauunternehmen für ihre Verantwortung im Bereich Nachhaltigkeit und Ethik. Rund ein Drittel der Unternehmen plant in den nächsten zwei Jahren Investitionen in Nachhaltigkeits- und ESG-Strategien, was nach Weiterbildung die zweithöchste Priorität darstellt. Die Herausforderung besteht jedoch darin, dass 32% der Fachkräfte das Gefühl haben, dass dem Thema Vielfalt nicht genügend Priorität eingeräumt wird. Dies wird auf einen Mangel an Vielfalt in der Branche zurückgeführt, was weitere Anstrengungen auf nationaler Ebene erfordert, um eine inklusivere und vielfältigere Bauindustrie zu schaffen.












