Arbeitskleidung
Fristads treibt Innovation bei flammhemmender Arbeitskleidung voran
Im Bereich der persönlichen Schutzausrüstung gelten flammhemmende Textilien seit Jahren als eine der technisch anspruchsvollsten Produktkategorien. Insbesondere bei Arbeitskleidung für das Baugewerbe, die Industrie sowie Energie- und Infrastrukturbereiche müssen höchste Anforderungen an Schutzwirkung, Haltbarkeit und Tragekomfort erfüllt werden. Gleichzeitig wächst der Druck auf Hersteller, nachhaltigere Materialien und transparentere Lieferketten zu etablieren.
Vor diesem Hintergrund sorgt Fristads mit einer neuen Generation antimonfreier flammhemmender Fasern für Aufmerksamkeit. Die Entwicklung wird in der Frühjahrsausgabe 2026 des internationalen Fachmagazins „Health and Safety International“ vorgestellt und könnte langfristig neue Maßstäbe für die Herstellung moderner Schutzbekleidung setzen.
Warum antimonfreie Fasern für die Arbeitskleidung relevant sind
Flammhemmende Arbeitskleidung schützt Beschäftigte vor Hitzeeinwirkungen, offenen Flammen und Lichtbögen. Bislang basierten zahlreiche Lösungen auf Fasern, deren Herstellung den Einsatz von Antimon erforderte. Das Metall wird unter anderem bei bestimmten flammhemmenden Fasertypen eingesetzt, steht jedoch zunehmend im Fokus von Diskussionen rund um Umweltaspekte, Rohstoffverfügbarkeit und die Stabilität globaler Lieferketten.
Die Entwicklung antimonfreier flammhemmender Fasern galt deshalb lange als technisch anspruchsvoll. Sicherheitsanforderungen lassen im PSA-Bereich nur geringe Spielräume zu. Jede Veränderung an Materialien oder Herstellungsverfahren muss gewährleisten, dass die Schutzwirkung unverändert erhalten bleibt.
Genau an diesem Punkt setzt die aktuelle Entwicklung von Fristads an. Gemeinsam mit dem Chemieunternehmen Kaneka und dem Faservertriebsspezialisten Waxman Fibres wurde eine neue Fasertechnologie entwickelt, die ohne Antimon auskommt und gleichzeitig die erforderlichen Schutzstandards erfüllt.
Nachhaltigkeit und Schutzfunktion erstmals konsequent zusammengeführt
Das Ergebnis der mehrjährigen Entwicklungsarbeit ist die flammhemmende Faser Protex F. Neben dem Verzicht auf Antimon bietet die neue Materiallösung einen weiteren Vorteil: Die Herstellung kann teilweise auf recycelten Chemikalien basieren, die aus Kunststoff- und Textilabfällen gewonnen werden.
Für die Branche ist dieser Schritt von besonderer Bedeutung. Während recycelte Materialien inzwischen in vielen Bereichen der klassischen Arbeitskleidung etabliert sind, stellt ihre Integration in hochspezialisierte Schutzkleidung deutlich höhere Anforderungen. Zertifizierte Schutzfunktionen dürfen dabei weder eingeschränkt noch beeinträchtigt werden.
Die Entwicklung zeigt, dass Nachhaltigkeit und technische Leistungsfähigkeit zunehmend miteinander vereinbar werden. Gerade für Bauunternehmen und industrielle Auftraggeber gewinnt dieser Aspekt an Bedeutung, da neben Arbeitsschutz zunehmend auch Umwelt- und Nachhaltigkeitsziele in Beschaffungsentscheidungen einfließen.
Von der Faserinnovation zur marktreifen PSA-Lösung
Innovationen entfalten ihren Nutzen erst dann vollständig, wenn sie in praxistaugliche Produkte überführt werden. Nach rund fünf Jahren Entwicklungsarbeit plant Fristads deshalb die Integration der neuen antimonfreien flammhemmenden Fasern in die kommende Multinorm Green-Kollektion.
Die für September 2026 angekündigte Kollektion verbindet zertifizierten Multinorm-Schutz mit nachhaltigeren Materialkonzepten. Darüber hinaus sollen Umweltproduktdeklarationen (EPD) zusätzliche Transparenz schaffen. Für Bauunternehmen, Projektentwickler und industrielle Auftraggeber gewinnen solche Daten zunehmend an Relevanz, da sie belastbare Informationen über CO₂-Emissionen und Ressourcenverbrauch über den gesamten Produktlebenszyklus liefern.
Insbesondere im Kontext von ESG-Strategien, Nachhaltigkeitsberichterstattung und Scope-3-Erfassungen werden nachvollziehbare Produktdaten immer stärker nachgefragt. Arbeitskleidung entwickelt sich damit zunehmend von einem reinen Ausstattungsprodukt zu einem Baustein ganzheitlicher Unternehmensstrategien.
Zusammenarbeit als Schlüssel für technologische Fortschritte
Die Entwicklung verdeutlicht zugleich, wie stark Innovationen in der PSA-Branche von partnerschaftlicher Zusammenarbeit abhängen. Die Anforderungen an moderne Arbeitskleidung sind so komplex, dass Fortschritte häufig nur durch die enge Vernetzung von Materialherstellern, Faserentwicklern, Bekleidungsherstellern und Anwendern möglich werden.
Steigende regulatorische Anforderungen, höhere Kundenerwartungen und der Wunsch nach resilienteren Lieferketten beschleunigen diesen Wandel zusätzlich. Unternehmen, die frühzeitig auf innovative und nachhaltigere Lösungen setzen, können sich dadurch langfristig Wettbewerbsvorteile sichern.
Bedeutung für das Baugewerbe
Für das Baugewerbe zeigt die Entwicklung exemplarisch, wohin sich der Markt für persönliche Schutzausrüstung bewegt. Schutzkleidung muss künftig nicht nur höchste Sicherheitsstandards erfüllen, sondern auch Anforderungen an Nachhaltigkeit, Transparenz und Ressourceneffizienz berücksichtigen.
Mit den neuen antimonfreien flammhemmenden Fasern demonstriert Fristads, dass selbst in technologisch hochkomplexen Bereichen der Arbeitskleidung neue Wege möglich sind. Für Bauunternehmen und Entscheider eröffnet dies zusätzliche Optionen bei der Auswahl moderner PSA-Lösungen, die Sicherheitsanforderungen und Nachhaltigkeitsziele gleichermaßen unterstützen.
Die vorgestellte Entwicklung verdeutlicht damit einen Trend, der die gesamte Branche in den kommenden Jahren prägen dürfte: Innovative Materialtechnologien werden zunehmend zum entscheidenden Faktor für die nächste Generation professioneller Arbeitskleidung.









