Organisation

Arbeitsmedizin - Häufig in der Bauwirtschaft

Von Leistenbrüchen sind besonders Handwerker betroffen,, die schwere Lasten tragen müssen. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und neue Operationsverfahren zeigen jedoch gute Erfolge. Wie Sie sich bei Verdacht auf einen Leistenbruch verhalten sollten, erfahren Sie hier.

Mehrere hundert Beschäftigte werden durch einen Leistenbruch jedes Jahr in der Bauwirtschaft zeitweise arbeitsunfähig. Dabei kann es die Beschäftigten aller Berufe gleichermaßen treffen: Die Ursachen von Leistenbrüchen sind zumeist körperliche Belastungen durch häufiges Heben und Tragen schwerer Lasten. Allerdings können Leistenbrüche auch beim Sport vorkommen, erblich bedingt oder durch Störungen im Bindegewebe hervorgerufen sein. Sehr gefährdet sind Übergewichtige und starke Raucher.

Die Leiste - ein sensibles, fein strukturiertes System zwischen Stabilität und Nachgiebigkeit - kompensiert Druckbelastungen auf die untere Bauchwand. Durch einen Leistenkanal treten Blutgefäße, Lymph- und Nervenbahnen durch die Leiste hindurch. Muskeln und Bänder schützen diesen Bereich. Hält die Leiste einer Belastung nicht mehr stand, verliert das Bindegewebe am Leistenkanal seine Festigkeit. Durch die Bruchöffnung werden Fett und Darmteile in einen "Bruchsack" hinausgedrückt. In der Bauchwand entsteht ein regelrechtes Loch.

Betroffene bemerken einen Leistenbruch erst, wenn sie im Stehen eine kleine Beule in der Leiste erkennen. Wird eine in der Bruchöffnung eingeklemmte Darmschlinge nicht ausreichend durchblutet, stirbt sie ab. In solchen Fällen muss innerhalb von sechs Stunden operiert werden, sonst droht eine lebensgefährliche Bauchfellentzündung.

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In den meisten Fällen können Ärzte Leistenbrüche durch Abtasten der Leistenregion feststellen. Die Diagnose kann durch Ultraschall-Untersuchungen oder Röntgen gesichert werden. Da sich ein Bruch niemals von selbst zurückbildet, sondern größer wird, muss jeder Leistenbruch operiert werden. Wie der Arbeitsmedizinische Dienst der Berufsgenossenschaften der Bauwirtschaft betont, sei ein Bruchband als Behandlungsmethode nicht zu empfehlen. Es behebe nicht die Ursache des Leistenbruches und der Druck schädige das Gewebe.

Eine Operation sollte nicht hinausgezögert werden. Anfangs ist der Leistenbruch noch klein und lässt sich gut operieren, der Arbeitsausfall nach der Operation ist kurz. Mit zunehmender Größe verschlechtern sich die Langzeiterfolge. Mit modernen Verfahren können Operationen oft ambulant durchgeführt werden.

Die Operationswunde ist üblicherweise sieben bis zehn Tage nach der Behandlung abgeheilt. Danach können Betroffene Tätigkeiten ohne körperliche Belastungen, zum Beispiel Büroarbeiten, sofort wieder aufnehmen. Beschäftigte auf Baustellen, die in der Regel körperlich schwere Arbeit leisten, können meist schon nach drei, spätestens sechs Wochen wieder voll eingesetzt werden.

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