Jahresbericht
Hilti Gruppe 2025: Stabiler Umsatz trotz Währungseffekten
Die Hilti Gruppe bewegt sich im Jahr 2025 in einem global angespannten Umfeld. Geopolitische Unsicherheiten, volatile Währungen und ein verändertes Zollregime prägen die Rahmenbedingungen für das Baugewerbe. Besonders für Bauunternehmer, Projektleiter und Entscheider zeigt sich: Die Fähigkeit zur Anpassung wird zunehmend zum Wettbewerbsfaktor.
Trotz dieser Herausforderungen erreicht die Hilti Gruppe 2025 einen Umsatz von CHF 6,3 Milliarden. In Lokalwährungen entspricht dies einem Wachstum von 1,9 Prozent. Der starke Schweizer Franken belastet jedoch die ausgewiesene Entwicklung und führt zu einem Rückgang von 2,1 Prozent beim berichteten Umsatz. Diese Diskrepanz verdeutlicht, wie stark externe Faktoren die reale Geschäftsentwicklung im Bauzuliefermarkt beeinflussen.
Regionale Entwicklung: Wachstumsimpulse außerhalb Europas
Ein differenzierter Blick auf die Regionen zeigt ein uneinheitliches Bild, das für die strategische Ausrichtung im Baugewerbe von hoher Relevanz ist. Während der amerikanische Markt mit einem Wachstum von 9,3 Prozent in Lokalwährungen überzeugt, bleibt Europa hinter den Erwartungen zurück. Die schwache Baukonjunktur führt hier zu einem Rückgang von 1,9 Prozent.
Deutlich dynamischer entwickelt sich die Region Mittlerer Osten und Afrika, wo steigende Bautätigkeit ein Wachstum von 12,9 Prozent ermöglicht. In Asien/Pazifik hingegen dämpfen wirtschaftliche Unsicherheiten, insbesondere in Nordasien, die Entwicklung leicht.
Für Entscheider im Bauwesen lassen sich daraus klare Signale ableiten: Regionale Diversifikation und flexible Marktstrategien gewinnen weiter an Bedeutung.
Investitionen als strategischer Anker im Jahr 2025
Trotz rückläufiger Ergebniskennzahlen setzt die Hilti Gruppe konsequent auf Zukunftsinvestitionen. Mehr als 70 neue Produkte und Services kommen 2025 auf den Markt. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung erreichen CHF 459 Millionen, was einem Anteil von 7,3 Prozent am Umsatz entspricht.
Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung im Softwaresegment. Der jährlich wiederkehrende Umsatz wächst um 28 Prozent, während der Kundenstamm auf über 25.000 steigt. Diese Entwicklung unterstreicht den strukturellen Wandel im Baugewerbe hin zu integrierten digitalen Lösungen.
Parallel dazu stärkt die Hilti Gruppe ihre Lieferketten durch den Ausbau von Produktions- und Lieferantennetzwerken in Amerika, Osteuropa und Indien. Für Bauunternehmen bedeutet dies mehr Stabilität in der Materialversorgung – ein entscheidender Faktor in volatilen Zeiten.
Ergebnisentwicklung: Margen unter Druck
Die intensive Investitionstätigkeit und negative Währungseffekte wirken sich auf die Profitabilität aus. Das Betriebsergebnis sinkt 2025 um 5,3 Prozent auf CHF 728 Millionen. Auch der Reingewinn geht auf CHF 516 Millionen zurück, was einem Minus von 8,0 Prozent entspricht.
Die Umsatzrendite (ROS) liegt bei 11,6 Prozent und damit leicht unter dem Vorjahresniveau. Ähnlich entwickelt sich die Kapitalrendite (ROCE), die auf 11,8 Prozent sinkt. Positiv hervorzuheben ist hingegen der freie Cashflow, der mit CHF 545 Millionen deutlich über dem Vorjahr liegt.
Für die Praxis zeigt sich hier ein typisches Bild der Branche: Unternehmen investieren gezielt in Zukunftsfelder und nehmen kurzfristige Margenrückgänge in Kauf, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.
Strategischer Ausblick: Fokus auf Resilienz und Innovation
Mit Blick auf 2026 bleibt das Umfeld für die Bauindustrie anspruchsvoll. Die Kombination aus geopolitischen Risiken, Handelsbarrieren und Währungseffekten dürfte weiterhin für Unsicherheit sorgen. Die Hilti Gruppe erwartet ein Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Bereich in Lokalwährungen.
Im Rahmen der Strategie „Lead 2030“ stehen Innovationen in den Bereichen Hardware, Software und Services im Mittelpunkt. Gleichzeitig wird die Verbesserung der Kundenerfahrung konsequent vorangetrieben.
Für das Baugewerbe insgesamt lässt sich daraus eine klare Entwicklungslinie ableiten: Digitale Geschäftsmodelle, resiliente Lieferketten und kontinuierliche Innovation sind zentrale Erfolgsfaktoren der kommenden Jahre.









