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Wirtschaft & Verbände

Alles digital bis zur Anlieferung auf der Baustelle

Die Digitalisierung hat auch die Transport- und Logistikbranche voll erfasst. Damit ergeben sich neue Möglichkeiten, die Baustellenbelieferung effizienter zu gestalten. Einer der Vorreiter ist die Knauf Group. Bis 2018 werden 6.000 Fahrzeuge der Knauf-Speditionspartner mit Tablets ausgerüstet sein. Sie sorgen zusammen mit der Transporeon-Plattform für einen digitalen End-to-End-Prozess der Transportlogistik. Logistik zählt für Knauf zu den Kernkompetenzen und erfordert, insbesondere bei der Baustellenbelieferung, Planungssicherheit und Pünktlichkeit. Dies gilt auch für kurzfristige Bestellungen und Lieferungen innerhalb eines Tages. 70 Prozent der eingehenden Aufträge werden noch am selben Tag verladen.

Knauf
Knauf ist Vorreiter in Sachen Digitalisierung. Für die Auftragsvergabe nutzt der Hersteller von Baustoffen die Cloud-Plattform von Transporeon. Alle Fotos: Knauf

Kurt Münk, Leiter Frachtmanagement bei der Knauf Gips KG, ist überzeugt, dass der bereits 2001 mit dem damaligen Start-up Transporeon eingeschlagene Weg sich dabei bewährt hat: „Wir haben uns sehr früh mit Digitalisierung beschäftigt und uns deshalb komplett auf die Auftragsvergabe über die Transporeon-Plattform eingelassen. Dadurch konnten wir allein bei den administrativen Kosten rund 30 Prozent einsparen.“ Auch die Transportkosten selbst konnten um rund 20 Prozent gesenkt werden. Doch das war nicht das primäre Ziel von Knauf, vielmehr war es die Steigerung der Kundenzufriedenheit, der Lieferqualität und der Prozessqualität.

Automatisierte Auftragsvergabe über die Cloud

Aus dem einstigen Start-up ist die weltweit agierende Cloud-Plattform für intelligente Transportlogistik geworden. Transporeon verbindet das weltweit größte Netzwerk von über 1.000 Verladern und Handelsunternehmen, über 55.000 Transportdienstleister und mehr als 100.000 Nutzer in über 100 Ländern durch eine Reihe von Software-as-a-Service-Lösungen in aktuell 24 Sprachen.

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Über die Transporeon Group

Transporeon ist eine weltweit agierende Cloud-Plattform für intelligente Transportlogistik. Sie schafft eine digitale Verbindung zwischen Verladern und ihren Logistikpartnern, und unterstützt sinnvolle, transparente und kostengünstigere Warenströme auf der ganzen Welt. Durch die Digitalisierung der gesamten Logistik-Supply-Chain ermöglicht sie auch eine echte Kommunikation und Zusammenarbeit in der weltweiten Verlader-Logistikdienstleister-Community. Das Unternehmen verbindet das weltweit größte Netzwerk von über 1.000 Verladern und Handelsunternehmen, über 55.000 Carrier und über 100.000 Nutzer in über 100 Ländern durch eine Reihe von Software-as-a-Service-Lösungen in aktuell 24 Sprachen. Die Services der Transporeon Plattform sind ISO-27001 zertifiziert. Seine Hauptsitze hat die Transporeon Group in Ulm und Kempten.
Baustellenbelieferung
Mit Hilfe einer App wird die Baustellenbelieferung wesentlich planbarer, weil der Lieferzeitpunkt aktualisiert werden kann.

Die Transportaufträge vergibt Knauf auf der Transporeon-Plattform entweder automatisiert, anhand von festen Ratenvereinbarungen für bestimmte Routen (No Touch Order). Oder nach dem Spotmarkt-Prinzip (Best Carrier), bei dem die zugelassenen Speditionen Gebote für den jeweiligen Auftrag abgeben.

Rahmenvereinbarungen werden in bestimmten Abständen neu festgelegt. Während früher hierfür individuelle Gespräche und Verhandlungen mit rund 160 Speditionen erforderlich waren, kann Knauf heute Anpassungen über die Transporeon-Plattform einstellen. Über Best Carrier haben die Spediteure einen so genannten dynamischen Kontrakt mit Knauf vereinbart, der im Rahmen eines Frachtpreiskorridors zu erfüllen ist. Best Carrier ist nach wie vor die schlankeste Vergabelösung und daher von Knauf priorisiert. Bei No Touch Order werden in der Regel spezielle Korridore, Postleitzahlengebiete, besondere Anforderungen der Kunden oder auch klassische Troubleshooter-Dienste abgearbeitet. Lediglich ein Mitarbeiter im Knauf-Team ist für die Verwaltung der Raten und Konditionen für ganz Deutschland erforderlich.

Die digitalen Lösungen von Transporeon sind direkt in das ERP-System von Knauf integriert. Durch die Standardisierung digitaler Prozesse erhalten die Knauf-Mitarbeiter in der Logistik die Flexibilität und den Freiraum, um sich Individualprozessen und Abstimmungen anzunehmen. Kurt Münk betont: „Bei aller Automatisierung, die schlanke Strukturen ermöglicht und gleichzeitig hohe Prozessdisziplin erfordert, legen wir viel Wert auf den persönlichen Kontakt.“ Die Zusammenarbeit zwischen Knauf und seinen Transportpartnern sei seit jeher von enger Zusammenarbeit und gegenseitiger Wertschätzung geprägt, betont der Manager.

App statt Papier für 6.000 Lkw

Die vollständige Digitalisierung der Logistik-Prozesse auch als „Transportlogistik 4.0“ bezeichnet, ist für Knauf aufgrund des frühen Einstiegs heute eine lösbare Aufgabe. „Für uns ist Transportlogistik 4.0 erreicht, wenn alle in der Transportkette Beteiligte jederzeit über die gleichen Informationen verfügen. Von uns als Hersteller über den Spediteur, den Fahrer im Lkw bis hin zum Empfänger auf der Baustelle. Dies wollen wir in 2018 schaffen – und zwar vollständig papierlos“, erklärt Münk.

6.000 Fahrzeuge
6.000 Fahrzeuge werden bis 2018 mit Tablets ausgerüstet; 350 Lkw haben sie bereits.

Diesem Ziel ist Knauf schon heute sehr nah. Seit 2013 nutzt der Baustoffhersteller „Mobile Order Management“ (MOM) von Transporeon. MOM ist eine App für Android-Tablets und -Smartphones, mit der die Fahrer Aufträge verwalten, Lieferungen mittels GPS-Stempel dokumentieren, Ablieferbelege inklusive Unterschrift erstellen, Schadensdokumentationen mitsamt Fotos anlegen und vieles andere mehr. Alle Daten werden in Echtzeit in die Plattform eingespeist und stehen so unverzüglich allen zur Verfügung. Im Rahmen eins Pilotprojekts wurden 2016 bereits rund 350 Fahrzeuge mit Tablets ausgestattet, die Fahrer in der Nutzung geschult.

Pionier für digitalisierte Baustellenbelieferung

Damit wird Knauf als Pionier der Branche wesentliche Vorteile realisieren: Zum einen wird die Baustellenbelieferung wesentlich planbarer, weil der Lieferzeitpunkt über die App wesentlich aktueller zwischen Fahrer und Baustelle abgestimmt und aktualisiert werden kann. Münk: „Mit einer flexibleren und aktuelleren Terminabstimmung gibt es weniger Leerlauf. Das spart Kosten. Auf allen Seiten.“

Kurt Münk
„Für uns ist Transportlogistik 4.0 erreicht, wenn alle in der Transportkette Beteiligten jederzeit über die gleichen Informationen verfügen. Von uns als Hersteller über den Spediteur, den Fahrer im Lkw bis hin zum Empfänger auf der Baustelle. Dies wollen wir in 2018 schaffen – und zwar vollständig papierlos.“

Kurt Münk Leiter Frachtmanagement Knauf Gips KG

Zudem können die Gründe für Verspätungen, etwa Staus, sauber dokumentiert werden. Auch Schadensfälle bzw. Reklamationen können direkt vor Ort besprochen und erfasst werden. Das Qualitäts-Management in der Zentrale von Knauf kann sofort reagieren. Der elektronische Ablieferbeleg bringt enorme Effizienzverbesserungen und entlastet die Umwelt: Während bisher für rund 10.000 Transporte pro Monat ca. 5.000 Briefe mit Ablieferbelegen per Post an die Kunden geschickt werden, entfallen diese Postsendungen nebst dem benötigten Papier. Auch das aufwendige Einscannen der Belege entfällt ersatzlos, da diese über die Mobile-Order-Management-App automatisch archiviert werden.

Jens Tosse

Über die Knauf Group

Als Hersteller von Baustoffen und Bausystemen ist Knauf heute weltweit in mehr als 86 Ländern an über 220 Standorten mit Produktionsstätten und Vertriebsorganisationen vertreten. Der Name Knauf steht in vielen Ländern nach wie vor als Synonym für Gips, einem Rohstoff mit faszinierenden Eigenschaften. Gips und gipsverwandte Produkte und Dämmstoffe werden in nahezu allen west- und osteuropäischen Ländern hergestellt und vertrieben. Die Unternehmen der Knauf Gruppe operieren erfolgreich in den USA (Dämmstoffe), Südamerika und Asien, Afrika und Australien. Knauf Werke produzieren moderne Trockenbausysteme, Putze und Zubehör, Wärmedämm-Verbundsysteme, Farben, Fließestriche und Bodensysteme, Maschinen und Werkzeuge für die Anwendung dieser Produkte ebenso wie Dämmstoffe. 2016 erwirtschaftete die Unternehmensgruppe Knauf weltweit mit rund 27.400 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 6,5 Mrd. Euro.
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