Wirtschaft & Verbände
Bauunternehmerporträt (49): "Der nächste Auftrag ist stets der wichtigste"
Als Familienunternehmen 1912 von Stuckateurmeister Heinrich Mai gegründet, wird die Tradition der Handwerkskunst bei der Heinrich Mai & Sohn bis heute genauso gepflegt, wie auch die stetige Suche nach neuen ertragreichen Tätigkeitsfeldern.
Als "Paradeunternehmen des Stukkateurgewerbes in Nordrhein-Westfalen" bezeichnete Rüdiger Otto, Präsident Baugewerbliche Verbände, die Heinrich Mai & Sohn auf der Festveranstaltung zur 100-jährigen Jubiläum. Er war einer von zahlreichen Gästen und prominenten Festrednern, die am 3. Februar 2012 die Verdienste des Betriebes und seiner Mitarbeiter würdigten.
In einem Jahrhundert Firmengeschichte hat das Traditionsunternehmen das architektonische Bild seiner Heimatstadt Düsseldorf entscheidend geprägt. Alles fing 1912 an, als der 29-jährige Stukkateurmeister und Kunststudent Heinrich Mai den Betrieb gründete. Damals wie heute wird auf handwerkliche Qualität und Termintreue gegenüber den Kunden gesetzt.
Seit 1997 stehen Rolfgeorg Jülich, Enkel des Firmengründers, und Wolfgang Eiker gemeinsam an der Spitze des Betriebes. Mittlerweile ist mit Tobias Jülich die vierte Generation als Geschäftsführer im Familienbetrieb tätig.
Der ursprüngliche Betrieb heißt heutzutage Mai BauManager und wird flankiert von der Mai Baumanagement GmbH, die sich auf den schlüsselfertigen Hausbau spezialisiert hat.
"Wir sind recht breit auf mehreren Säulen aufgestellt", sagt Geschäftsführer Rolfgeorg Jülich. Dabei macht das Bauen im Bestand rund 85 % des Umsatzes aus.
Die Mitarbeiterzahl befindet sich momentan bei rund 100, von denen ein Großteil aus Nachunternehmern besteht, die regelmäßig für den Düsseldorfer Betrieb arbeiten. "Lediglich 20 der 100 Leute sind eigene Mitarbeiter", klärt Geschäftsführer Wolfgang Eiker auf.
Insbesondere im Trockenbau und bei vielen Putzarbeiten setzt man auf die Nachunternehmer. Die fest angestellten, eigenen Mitarbeiter hochqualifizierte Stuckateure führen Spezialaufgaben aus. "Unsere Nachunternehmer arbeiten im Grunde regelmäßig für uns, so dass sie teilweise auch unsere Firmenkleidung auf der Baustelle tragen", informiert Rolfgeorg Jülich.
Ganz egal, wie sich die Mitarbeiterstruktur oder die Bezeichnung des Unternehmens geändert haben, eine Sache ist stets gleich geblieben: Die handwerkliche Qualität der Ausführung ist ein wichtiger Erfolgsfaktor des Baubetriebes. Für den Erfolg scheut man auch nicht weite Wege zu gehen.
"Zu 90 % bauen wir in Nordrhein-Westfalen", beziffert Wolfgang Eiker den Aktionsradius des Düsseldorfer Unternehmens. Aber auch bundesweite Projekte sind keine Seltenheit. So hat man schon an der Neugestaltung des Potsdamer Platzes in Berlin mitgearbeitet.
In den vergangenen Jahrzehnten hat man sich einen Namen gemacht mit der Restaurierung von Kirchen und Schlössern, die Errichtung von U-Bahnhaltestellen, Verwaltungsgebäuden, Kaufhäusern und Luxushotels. "Aber darauf ruhen wir uns nicht aus, schließlich ist der Markt zyklisch im Wandel", weiß Geschäftsführer Rolfgeorg Jülich.
Mit Argusaugen beobachtet man die Entwicklungen in der Branche und versucht frühzeitig an geeigneten Trends zu partizipieren. "Beispielsweise haben wir in der Vergangenheit auf den Rückgang der Nachfrage bei Stuckarbeiten reagiert", erklären die beiden Geschäftsführer. Diese Abflachung am Markt nutzte man als Chance, sich noch stärker im Bereich Umbauarbeiten und Innenausbauten zu positionieren.
"Drei Viertel unserer Aufträge erhalten wir über persönliche Kontakte", sagt Wolfgang Eiker. Beide Männer an der Spitze wissen um die Bedeutung eines gut funktionierenden Netzwerkes, das über Jahre gewachsen ist. "Beispielsweise arbeiten wir schon seit 40 Jahren für den Flughafen Düsseldorf, was über so einen Zeitraum nur möglich ist, wenn eine Partnerschaft funktioniert und auf Vertrauen basiert", macht Rolfgeorg Jülich deutlich.
Die Geschäftsführung ist stets im Austausch mit Mitarbeitern und Kunden. Jede Woche finden Bauleiterbesprechungen statt, damit man frühzeitig reagieren und neue Aufträge beschaffen kann. "Der nächste Auftrag ist stets der wichtigste", unterstreicht Wolfgang Eiker.
Eine wichtige Aufgabe der kommenden Jahre stellt sicher die Schaffung eines jüngeren Unterbaus im Betrieb dar. "Ein Drittel unserer Belegschaft liegt in der Altersgruppe über 50 Jahre", gibt Rolfgeorg Jülich zu bedenken.
Intensiv bildet man selber Nachwuchskräfte aus, um die Zukunft des Betriebes durch junge Mitarbeiter zu sichern. Wobei die Ausbildung nicht das große Problem darstellt, eher das halten dieser Fachkräfte, die am Markt stark nachgefragt werden.
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