Wirtschaft & Verbände
Mit Zuversicht ins neue Jahr
Auf der Vor-Pressekonferenz zur BAU 2011 gab Dieter Schäfer eine Einschätzung zur Lage der Baustoffindustrie ab. Trotz einiger Hemmnisse sehen die Hersteller dem kommenden Jahr mit viel Optimismus entgegen.
Nach Überwindung der Wirtschaftskrise stehen die Zeichen gesamtwirtschaftlich klar auf Aufschwung. Dies gilt mit Einschränkungen auch für die Baustoffindustrie. So hat die Produktion über alle Einzelbranchen von Januar bis August um 3,6 % zugelegt. Während das erste Quartal noch von deutlichen Rückgängen geprägt war, sind seit April im Branchendurchschnitt stabile Zuwächse zu verzeichnen. Wir dürfen dabei aber nicht vergessen, dass wir 2009 einen Produktionseinbruch von 11 % verkraften mussten, der auf eine geringere Nachfrage aus dem Wohnungsneubau und dem gewerblichen Bau sowie die stark rückläufigen Auslandsorders zurückzuführen war. Derzeit zieht insbesondere die Wohnungsbaukonjunktur an, wenn auch von niedrigem Niveau. Erfreulich ist darüber hinaus, dass der Erholungsprozess beim gewerblichen Bau erheblich schneller eingesetzt hat als zunächst erwartet. Im öffentlichen Bau ist das Auslaufen der Konjunkturpakete hingegen schon spürbar, so ist etwa der Auftragseingang im Straßenbau rückläufig.
Insgesamt haben sich die Aussichten insbesondere für hochbaunahe Zweige der Baustoffindustrie aufgehellt. Für Wirtschaftsbereiche, die primär in den Tiefbau liefern, sind die konjunkturellen Aussichten hingegen eher verhalten, zumal sich die Konsolidierungsbemühungen der öffentlichen Hand zunehmend im Bereich der Investitionen bemerkbar machen dürften.
In der kurzfristigen Betrachtung sehen wir für die konjunkturelle Entwicklung Licht und Schatten. Aus unserer Sicht ist eine Verbesserung der politischen Rahmenbedingungen dringend erforderlich, um gesamtwirtschaftliche Wachstumsimpulse zu setzen und künftige Herausforderungen etwa in puncto Klimaschutz zu meistern. Hier hat die Bun¬desregierung mit ihrem Energiekonzept einen höchst ambitionierten Fahrplan aufgestellt. Eine wesentliche Rolle spielt hierbei der Gebäudesektor, auf den in Deutschland 40 % des Endenergieverbrauchs und ein Drittel der CO2-Emissionen zurückgehen. Das im Energiekonzept formulierte Ziel, die Energieeffizienz im Gebäudesektor durch die Steigerung der Sanierungsquote von derzeit 1 auf 2 % pro Jahr zu verbessern, ist ausdrücklich zu begrüßen. Zu begrüßen ist auch, dass es jetzt mehr um Investitionsanreize als um ordnungspolitische Vorschriften gehen soll. Hierfür wird allerdings eine deutliche Aufstockung der Förderprogramme erforderlich sein.








