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Artikel und Hintergründe zum Thema

Feuchteschäden, Dachkonstruktion

Wilhelm Seewitz,

Flachdach war Warmdach – Kaltdach bringt Nässe!

In Zerbst (Anhalt) wurde ein Einfamilienhaus mit einem Flachdach, (Bitumendämmdach) mit einem zimmermannsmäßig abgebundenen Satteldach (Pfettendach) überbaut.

Teilansicht: Einfamilienhaus nach dem Umbau, „Satteldach über Flachdach!“ © Wilhelm Seewitz

Objekt: Bei dem Bauprojekt wurden allerdings die Probleme der Bauphysik nicht beachtet, ein klarer Verstoß gegen die „Allgemein anerkannten Regeln der Technik.“ So entstanden erhebliche Feuchteschäden im Haus.

Schadensbild: Hier die Messungen und Erkenntnisse des Ortstermins, die die Feuchteschäden sichtbar machen und die Ursachen begründen. Am Einfamilienhaus wurden entsprechende bauliche Veränderung vorgenommen, indem ein Satteldach über das ehemalige Flachdach errichtet wurde. Das Haus wurde mit einem so genannten Bitumendämmdach damals gebaut. Dieses Flachdach/Warmdach wurde nach Aussagen des Eigentümers niemals ganz dicht, so dass die Dämmung ständig durchnässt wurde und das Wasser in die Dachdecke einsickerte. Nach dem Aufbau des Satteldaches entstand so eine andere Situation, denn das Einfamilienhaus erhielt damit ein Kaltdach. Die Dämmung (Bitumendämmdach) wurde entfernt und dadurch wurde die Dachdecke eine einzige Wärmebrücke.

Die Messung der Feuchtigkeit in Mauerwerk und Decke ergaben Werte, die deutlich machten, dass nur eine ausreichende Dämmung der Dachdecke die Schimmelbildung verhindert. Die Werte der Messungen der Feuchtigkeit und der Temperatur wurden wie folgt interpretiert: In dem Raum Bad/WC und außen wurden folgende Werte bei Feuchtigkeits- und Temperaturmessungen ermittelt: Außentemperaturen von 10,7 bis 17,9 ° C; relativer Luftfeuchtigkeit außen 45,2 bis 73,0 Prozent; Raumlufttemperaturen von 7,1 bis 13,4 ° C; relative Luftfeuchtigkeit innen von 66,1 - 74,8 Prozent. Die Messungen in Mauerwerk und Decke ergaben in Gewichtsprozenten folgendes: Feuchtigkeit an der Innenseite 3,7 bis 10,7 Prozent. Zum Vergleich im Scanmodus gemessen 43 bis 125 Digits. Feuchtigkeit, Dachboden 3,8 bis 8,3 %, zum Vergleich im Scanmodus gemessen 44 bis 96 Digits.

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Bei diesen Umgebungsbedingungen innen und außen und der angenommenen Rohwichte des Mauerwerkes von 1200 bis 1800 kg/m³ und 2000 bis 2400 kg/m³ gelten folgende Aussagen zu den Werten: Normal trocken 40 bis 60 Digits, feucht 80 bis 110 Digits beginnendes Flüssigkeitswasser-Verkommen > 120 Digits. Diese Dachkonstruktion ohne Dämmung, wie zum Ortstermin vorgefunden, entspricht nicht den Regeln der Technik und erfüllt nicht die an eine Dachdecke als äußere Begrenzung von Wohnräumen gestellten Anforderungen und reicht für den Wärmeschutz nicht aus. Der Dachraum unter dem Satteldach und über der Erdgeschoßdecke hat nach außen hin ebenfalls keinerlei Dämmung.

Auszug aus mikado 12.2024

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