mikado-Interview

Jessica Stütz,

Versicherungen für Zimmereien

mikado: Herr Albrecht: Bezüglich Versicherungen sind Sie unter anderem Ansprechpartner für Innungsmitglieder vom LIV Bayern und anderen Zimmererverbänden. Wie kam es zu der Zusammenarbeit?

Johannes Albrecht von der IHG Versicherungsmakler GmbH & Co. KG in Oberhaching berät Zimmerer und Holzbau-Unternehmer © LIV Bayern

Johannes Albrecht: Unsere Gründerväter Karl-Heinz Herrle und Winfried Kaltenecker waren ihrer Zeit voraus und suchten die Anbindung an Verbände. So wurde die IHG als Versicherungsmakler 1992 ins Leben gerufen. Von Beginn an war eine Wirtschafts-GmbH des LIV Bayern an unserem Unternehmen als Gesellschafter beteiligt – dies gilt bis heute. Die Erfolge stellten sich rasch ein, sodass auch andere Landesinnungsverbände sich uns anschlossen und wir heute (bis auf die fünf neuen Bundesländer) deutschlandweit tätig sind.

Sie sind auf Zimmereien bzw. Holzbaubetriebe spezialisiert. Wie kam es dazu?

Johannes Albrecht: Es ist bis heute der richtige Ansatz, sich als Versicherungsmakler auf bestimmte Branchen zu fokussieren. So arbeiten wir mit eigenen Bedingungen und Klauseln über Rahmenverträge Besonderheiten aus, welche maßgefertigte Versicherungslösungen für Zimmerer- und Holzbaubetriebe bieten. Diese Rahmenverträge werden laufend überarbeitet und an sich ändernde Vorgaben wie Rechtsprechung und Gesetze angepasst.

Was sind die ersten Schritte, wenn Sie einen Zimmereibetrieb beraten?

Anzeige

Johannes Albrecht: Noch bevor wir mit den Verantwortlichen über mögliche Versicherungen sprechen, erfolgt vor Ort eine Betriebsbegehung mit Risikoanalyse. Im Fokus stehen dabei sicherlich der organisatorische Brandschutz, aber auch Themen wie die Haftung bei Planung oder die Absicherung von Schlüsselmaschinen wie Abbundanlagen.

Wie geht es danach weiter?

Johannes Albrecht: Im Anschluss an die Risikoanalyse erfolgt die Prüfung der bestehenden Versicherungen, ob diese zu den vorgefundenen Risiken passen. Dabei spielt das berühmte „Kleingedruckte“ eine wesentliche Rolle. In der weiteren Analyse wird das Preis-/Leistungsverhältnis bewertet und mögliche Änderungen besprochen.

Was ist Ihr Eindruck – sind die meisten Zimmereien gut abgesichert oder haben etliche Unternehmer noch mangelhafte Altverträge?

Johannes Albrecht: Bei einigen Holzbaubetrieben wird das Thema Versicherung gerne noch stiefmütterlich behandelt oder als notwendiges Übel bezeichnet. Wichtig ist, vorhandene Policen regelmäßig zu überprüfen und bedarfsgerecht zu halten. Hierfür sehe ich den betreuenden Vermittler mit seiner Sachkunde in der Pflicht. Dazu gehört auch, für die richtige Bildung der Versicherungssummen zu sorgen. Eine Unterversicherung im Schadensfall kann fatale finanzielle Folgen nach sich ziehen.

Wo liegen denn die Risikoschwerpunkte bei den Holzbau-Unternehmen?

Johannes Albrecht: Der Bedarf an Versicherungsschutz ist natürlich am größten, wenn es um existenzbedrohende Risiken geht. Zimmereien sind teilweise technisch hoch aufgerüstete Betriebe, die Kapital in Millionenhöhe binden. Neben der Absicherung der Sachwerte, wie Gebäude und Einrichtung, gilt es die finanziellen Folgen bei einer Betriebsunterbrechung abzudecken, da der Vorfertigungsgrad immer höher wird. Durch die zunehmende Automatisierung der Produktionsabläufe steigt das Wagnis bei empfindlicher Steuer-, Mess- und Regeltechnik. Oder denken wir an die Haftungsrisiken aus dem Betrieb, dem Produkt oder aus der planerischen Tätigkeit durch die Bauvorlageberechtigung.

Es kann also viel passieren. Wie sollten Zimmerer Ihrer Meinung nach das Thema Versicherung angehen?

Johannes Albrecht: Die Verantwortlichen eines Holzbaubetriebes sollten sich regelmäßig selbst hinterfragen, an welchen Stellen das unternehmerische Risiko am größten ist, und die vorhandenen Policen turnusgemäß überprüfen lassen. Eine objektive Beratung erhält man über Versicherungsmakler, die mit berufsständischen Verbänden kooperieren und somit den erforderlichen Sachverstand mitbringen.

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Jetzt Newsletter abonnieren