Forum Holzbau

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16. Europäischer Kongress (EBH): „Ein Gebäude ist keine Waschmaschine“

Zirkuläres Bauen, Nachhaltigkeit und Modulbau-Lösungen waren einige der Themenschwerpunkte, die am 17./18. Oktober 2023 über 700 Teilnehmer nach Köln zum 16. Europäischen Kongress (EBH) von Forum Holzbau lockten – so viele Gäste wie noch nie. Wie wichtig „Ressourcenschonung durch zirkuläres Bauen“ künftig sein wird, das zeigte Dr. Christine Lemaitre, Geschäftsführerin der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB).

„Es geht doch nicht um das bessere Zertifizierungssystem, sondern um bessere Gebäude“, sagte Christine Lemaitre, Geschäftsführerin der DGNB (Foto: mikado)

Warum es höchste Zeit ist sich sofort ressourcenschonend aufzustellen: „Aktuell fährt Abfall bei uns im Schnitt 300 km weit!“ Deshalb konzentriert sich die DGNB auf fünf Ansatzpunkte für zirkuläres Bauen:
1. Bestand erhalten
2. Gebäudebestand als Rohstoffquelle verstehen
3. Kreisläufe im Rückbau schließen
4. Wiederverwenden, Recyclingmaterialien und biobasierte Materialien einsetzen
5. Kreislauffähigkeit umsetzen

Rekord: Über 700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer – so viele Gäste konnte Forum Holzbau im Kölner Gürzenich erstmals begrüßen (Foto: mikado)

Dafür gibt es sein gut einem Jahr den Gebäuderessourcenpass. Sein Grundkonzept lehnt sich an die Idee des etablierten Energieausweises an. Das Prinzip: In dem Ressourcenpass sollen individuell für jedes Gebäude die wesentlichen Informationen rund um die Ressourcennutzung, die Klimawirkung und die Kreislauffähigkeit angegeben werden. Lemaitre warnte allerdings vor Trugschlüssen: „Zirkulär bauen ist keine Einladung, um mit gutem Gewissen einfach mehr zu konsumieren, ein Gebäude ist keine Waschmaschine.“

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Musterbeispiel: Alnatura Campus in Darmstadt

Nachhaltiges Vorzeigeprojekt: Der Campus des Bio-Lebensmittelhändlers Alnatura, den das Architekturbüro haascookzemmrich STUDIO2050 geplant hat (Foto: Brigida Gonzales)

Martin Haas vom Stuttgarter Büro haascookzemmrich STUDIO2050 zeigte, wie vorbildlich sich ganze Areale ressourcenbewusst gestalten lassen. Wo früher in Darmstadt die Kasernen und Panzerhallen der Kelley Barracks standen, bietet heute der Campus des Bio-Lebensmittelhändlers Alnatura einen einzigartigen „Arbeits-, Lern-, Erholungs- und Begegnungsort“ mit Büros, Waldorfkindergarten, vegetarischem Bio-Restaurant sowie zahlreichen Erlebnisgärten.

Das Herzstück ist die Alnatura Arbeitswelt – eine offene Bürolandschaft für bis zu 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Entsprechend der Unternehmensphilosophie „Sinnvoll für Mensch und Erde“ waren Nachhaltigkeit, Transparenz und soziale Unternehmenskultur selbstverständliche Vorgaben für die Entwicklung der Verwaltungszentrale.

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