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Susanne Frank,

Alles auf einer Hand

1949 gründete Jakob Stockschläder in Ochtendung (bei Koblenz) einen Produktionsbetrieb für Mauersteine aus Rheinischem Bims. Seit damals ist die Jakob Stockschläder GmbH & Co.KG (Kurzform: Jasto) stetig gewachsen und konnte sich mit ihren drei Produktsparten erfolgreich sowie innovativ am Markt positionieren.

Seit 1997 lenkt Ralf Stockschläder, der Sohn des Firmengründers Jakob, als Geschäftsführer die Geschicke des Unternehmens. Ihm zur Seite steht Jasto-Verkaufsleiter Arno Kirst, der mit seiner ruhigen und sachlichen Art ein perfektes Team mit dem wortgewandten Geschäftsführer bildet. Beide luden zum Firmensitz in Ochtendung, um über die Firmengeschichte, neue Produkte, aber auch vor allem über die Menschen, die hinter Jasto stecken hautnah zu informieren.

Bims ist in der Region eine feste Größe, da er dort vor circa 13.000 Jahren durch einen Ausbruch des Laacher Vulkans in der Eifel entstand. Die immensen Ablagerungen bilden seit dem 19. Jahrhundert die Grundlage für die Bimsindustrie im Neuwieder Becken. Noch heute nutzt man bei Jasto das Vulkangestein bei der Produktion.

Unter der Führung des Firmengründers Jakob Stockschläder stieg das Familienunternehmen in den 1960er und 1970er zu einer festen Größe unter den Mauersteinherstellern der Bims- und Leichtbetonindustrie auf. 1973 erfolgte der Bau einer vollautomatischen Produktionsanlage mit Trockenkammer.

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Trotz der Erfolge ruhte man sich nicht auf den Lorbeeren aus: 1984 kam die Kaminwelt als weiteres Geschäftsfeld zur Bauwelt (mit den Mauersteinen) hinzu, was in den kommenden Jahren zu einer Erweiterung der Firmenfläche auf 300.000 m² und Erhö­hung der Produktionskapazitäten führte.

Nach dem Tod von Jakob Stockschläder übernahm sein Sohn Ralf Stockschläder 1997 die Unternehmensverantwortung. Er fand ein gefestigtes Unternehmen vor, musste aber innerhalb kürzester Zeit und mit der notwendigen Professionalität auf die sich abzeichnenden Marktveränderungen reagieren.

Ihm ist es gelungen den Betrieb noch breiter aufzustellen, um so jeglichen Marktschwankungen zu trotzen. Seit 2003 gibt es neben der Bau- und Kaminwelt die Gartenwelt als weiteres Standbein. „Mit diesen drei Produktgruppen bieten wir für unsere Kunden alles aus einer Hand an“, erklärt der Geschäftsführer.

Alle Produkte für den Rohbau und für die Flächen rund ums Haus kommen aus einer Hand. „Das ist für alle am Bau beteiligten von Vorteil“, betont Jasto-Verkaufsleiter Arno Kirst. Dieser Schritt hat sich bezahlt gemacht, denn das Unternehmen steht gut da. Im letzten Jahr konnte man einen Umsatz von 18 Millionen Euro erzielen. Dabei entfielen 57% auf die Bauwelt, 35 % auf die Gartenwelt und 8 % auf die Kaminwelt.

Laut Ralf Stockschläder ist der Erfolg aber nicht nur eine Folge der Neustrukturierung und Ausweitung der Produktpalette. Für ihn ist die gelebte Unternehmenskultur zumindest genauso wichtig. „Man kann nur dann am Puls der Zeit sein und auch bleiben, wenn das gesamte Team mitzieht und zwar mit ganzer Kraft“, ist er fest überzeugt.

Familie und Tradition werden in der Tat bei Jasto gelebt – und das nicht nur in der Führungsriege. Auszubildende, die ihrem Großvater und Vater folgen und somit nun schon in dritter Generation dem Unternehmen die Treue halten, oder auch eine Werksstraße, die nach einem verdienten Arbeiter, der kürzlich in Pension ging, benannt wurde, sind zwei Beispiele für in die Praxis umgesetzte Grundsätze.

Zu den Highlights der jüngsten Unternehmensgeschichte zählt die Markteinführung des patentgeschützten Z-Steins im Jahr 2009. Seine Z-förmige Steingeometrie zeichnet ihn aus. Der Stein aus Bims-Leichtbeton besitzt integrierte Dämmstoffkammern und verbindet höchste Energieeffizienz mit einer monolithischen Bauweise ohne Wärmedämmverbundsystem.

Durch die spezielle Steinausbildung ergibt sich ein Mauerwerksverband ohne durchgehende Stoßfugen. Die aus Steinen mit unterschiedlichen Wärmeleitzahlen und Festigkeitsklassen bestehende Z-Stein-Produktpalette wird ständig weiter optimiert.

Den anwesenden Fachjournalisten wurde auch das neue Vormauer-Dämmsystem (VMDS) vorgestellt. Das Vormauerwerk ermöglicht zweischalige Außenwandkonstruktionen in komplett massiver Bauweise.

Als Spezialist für Leichtbeton-Wandbaustoffe mit hervorragenden Wärmedämmwerten überträgt Jasto viele Vorteile seines monolithischen Steinprogramms auf das neue System: Es verfügt über eine innenliegende Dämmung. Für das VMDS verwendet Jasto ausschließlich rein mineralische Steinwolle.

Der Einsatzbereich liegt vorwiegend in der Sanierung bestehender Gebäudesubstanz. Das VMDS erreicht einen Lambda-Wert von 0,055. Damit lässt sich beispielsweise der U-Wert eines Bestandsgebäudes aus den 1960er Jahren mit 30 cm dickem Jasto-Klassik Leichtbetonmauerwerk auf zeitgemäße und EnEV-gerechte 0,20 W/(m²K) steigern. So wird ein nachträgliches massives Dämmen auch zu einer Option für den mehrgeschossigen Wohnungsbau.

Das Jasto-Werk in Ochtendung erstreckt sich über 300.000 m². Es umfasst auch einen Ausstellungspark für die drei Produktwelten. Bis heute wurde mit Jasto-Produkten Wohnraum für mehr als 140.000 Familien geschaffen.

„Wir verstehen uns als ein Unternehmen mit Tradition, dass die Zukunft mit nachhaltigen Produktsystemen und einer am Menschen orientierten Unternehmenskultur meistern wird“, sind sich Ralf Stockschläder und Arno Kirst abschließend einig.

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