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Artikel und Hintergründe zum Thema

Studie von S&B Strategy

Kai Ingmar Link,

"Zukunft Handwerk" - Herausforderungen bis 2030

Der Fachkräftemangel ist ein großes Problem. © S&B Strategy

Kleine und mittelständische Handwerksbetriebe stehen vor immer größeren Herausforderungen, die in den kommenden Jahren weiter zunehmen werden. Dies ist das Ergebnis der Studie "Zukunft Handwerk" von S&B Strategy, einer auf die Baubranche spezialisierten Strategie- und M&A-Beratung. Besonders der demografische Wandel, der Fachkräftemangel, die steigende Komplexität von Bauvorhaben und ungelöste Nachfolgesituationen stellen die zentralen Herausforderungen dar. Bis 2030 wird eine zunehmende Marktkonsolidierung und eine wachsende Kluft zwischen Angebot und Nachfrage prognostiziert.

Eine der drängendsten Fragen lautet: Wer wird die steigende Nachfrage nach Handwerkern bedienen? Die Nachfrage nach Handwerkern wird weiter steigen, getrieben von der Energiekrise, den Klimazielen und politischen Vorgaben. Bis 2030 wird erwartet, dass die Zahl der offenen Stellen von 46.984 im Jahr 2022 auf 75.970 anwächst, eine Steigerung um 62 Prozent. Dies wird hauptsächlich auf den demografischen Wandel, die steigende Akademisierung und die verstärkte Nachfrage zurückgeführt.

Die zweite Herausforderung ist die zunehmende Komplexität von Bauvorhaben. Dies resultiert aus höheren Kundenanforderungen, größeren Bauprojekten und dem vermehrten Einsatz moderner Technologien. Ein Beispiel dafür ist der Einbau von Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen, der Kenntnisse aus verschiedenen Gewerken erfordert.

Die dritte große Herausforderung ist die steigende Anzahl ungelöster Unternehmensnachfolgen. Bis 2030 wird ein Anstieg von 23 Prozent erwartet, was bedeutet, dass es 2030 rund 11.300 Betriebe mit ungeklärter Nachfolge geben wird, verglichen mit 9.200 im Jahr 2020.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, empfiehlt die Studie eine Professionalisierung des Personalmanagements, die Förderung von Weiterbildung und Digitalisierung sowie die rechtzeitige Regelung der Unternehmensnachfolge. Dies ist besonders wichtig, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Die Studie identifiziert verschiedene Handlungsfelder für Mitarbeitergewinnung und -bindung, darunter Sichtbarkeit und Benefits beim Recruiting sowie Entwicklungsmöglichkeiten und eine attraktive Unternehmenskultur bei der Mitarbeiterbindung.

Ein alternativer Lösungsweg könnte der Anschluss an eine nationale oder regionale Handwerksgruppe sein. Dies ermöglicht Zugang zu Fachkräften, reduziert die Komplexität durch Integration in etablierte Prozesse und bietet langfristige Lösungen für die Unternehmensnachfolge.

Um die passenden Maßnahmen zu finden, hat S&B Strategy einen Selbst-Test entwickelt, der Eigentümern von Handwerksbetrieben eine erste Orientierung bietet. Dieser Test hilft bei der Entscheidung, ob eine eigene Professionalisierung oder der Anschluss an eine Handwerksgruppe die bessere Lösung ist.

Patrick Seidler, Geschäftsführer bei S&B Strategy, betont die Bedeutung des Handwerks für die Umsetzung der Klimaziele der Bundesregierung und sieht eine positive Zukunft für die Branche, wenn es gelingt, Handwerksbetriebe attraktiver für Mitarbeiter und Berufseinsteiger zu machen.

Die Bau- und Bauzulieferindustrie steht vor Tradition, Innovation und wachsendem Transformationsdruck, und S&B Strategy begleitet Handwerksbetriebe bei der Bewältigung dieser Herausforderungen, von der Strategiefindung über die Umsetzung bis zur Suche nach geeigneten Nachfolgern für ihre Unternehmen.

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