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Artikel und Hintergründe zum Thema

Sicherheit

Ingrid Wutz,

Wenn jede Minute zählt

Brandschutz als Sicherheitsfaktor auf Baustellen

Michel Stracabosko-Dvorski © SSB – Sicherheit, Service, Beratung GmbH

Absturzsicherung, Baugrubensicherung oder Schutz vor Gefahrstoffen – Sicherheit auf Baustellen beginnt, lange bevor der erste Ziegel gesetzt wird. Ein wichtiger Bestandteil ist der Brandschutz, da ein dynamisches Arbeitsumfeld und häufig wechselnde Teams das Risiko von Bränden erhöhen.
„Feuer auf Baustellen kann nicht nur Millionen an Sachschäden verursachen, sondern im schlimmsten Fall auch Menschenleben gefährden“, erklärt Michel Stracabosko Dvorski, Einsatzleiterin für Werk- und Objektschutz bei SSB – Sicherheit, Service, Beratung GmbH. „Angesichts enger Zeitpläne, hoher Baukosten und vieler beteiligter Mitarbeiter ist ein proaktiver Brandschutz daher unverzichtbar.“

Wo auf Baustellen besondere Brandgefahren entstehen

Thermische Arbeiten, wie Schweißen, Schleifen oder Löten, gehören zu den häufigsten Brandursachen auf Baustellen. Denn Funken können noch Stunden nach Abschluss des Gewerks Glutnester entzünden. Auch brennbare Chemikalien, Klebstoffe, Reinigungsmittel, öl- oder lösemittelgetränkte Lappen, Heizgeräte und unsachgemäß gehandhabte Lithium-Ionen-Akkus erhöhen das Brandrisiko deutlich.

Verstärkt wird die Gefahr durch ungesicherte brennbare Materialien in unmittelbarer Umgebung. „Was neben potenziellen Gefahrstoffen häufig übersehen wird, ist der Faktor Mensch“, weiß die Expertin. „So können unachtsam entsorgte Zigarettenstummel oder auch Unrat eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Bränden spielen.“ Zudem stellen unkontrollierte Zugänge sowie eine mangelnde Baustellensicherung ein offenes Tor für Brandstiftung dar.

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Diese Vorgaben gelten für den Brandschutz

In Deutschland regeln die Baustellenverordnung (BaustellV), das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) und die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) den Brandschutz auf Baustellen und legen klare Verantwortlichkeiten fest. Ergänzend beinhalten die Technischen Regeln für Arbeitsstätten konkrete Maßnahmen: Die ASR A2.2 definiert den Einsatz von Löschmitteln, Alarmierungssystemen sowie die Kennzeichnung und Freihaltung von Fluchtwegen, während die ASR A2.3 die Anforderungen an Flucht- und Rettungspläne bestimmt. „Besonders auf größeren Baustellen müssen Evakuierungspläne, gut sichtbare Fluchtwege und regelmäßig geprüfte Feuerlöscher vorhanden sein“, betont Michel Stracabosko-Dvorski.

Vorgaben zur sicheren Lagerung und Handhabung entzündlicher Stoffe sowie zum Betrieb von Dieselaggregaten und Heizgeräten finden sich zudem in den Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) 510 und in den Technischen Regeln für brennbare Flüssigkeiten (TRbF) 20, 30. Ergänzend definiert die Brandschutzordnung nach DIN 14096 Verantwortlichkeiten und Verhaltensregeln zur Brandverhütung sowie für den Ernstfall. Sie gliedert sich in drei Teile: allgemeine Hinweise für alle Anwesenden in Teil A, betriebsinterne Regelungen für regelmäßig anwesende Personen in Part B sowie konkrete Anweisungen für Brandschutzbeauftragte oder helfer in Abschnitt C.

So lassen sich Schäden begrenzen

Neben Zäunen, Beleuchtung und Beschilderung sind auf Baustellen gezielte Brandschutz- und Evakuierungsmaßnahmen unerlässlich. „Konzepte nach VDI 4062 Blatt 3 gewährleisten eine sichere Räumung im Gefahrenfall“, erklärt StracaboskoDvorski. „Voraussetzung ist, dass alle Beteiligten vor Betreten der Baustelle unterwiesen werden und Fluchtwege jederzeit freigehalten sowie klar gekennzeichnet sind.“ Zur Brandprävention gehört außerdem mobile Löschtechnik, etwa Pulverlöscher für den universellen Einsatz sowie Schaum- oder CO2-Löscher für empfindliche Bereiche. Temporäre Maßnahmen wie Brandschutzkissen und bauliche Abschottungen helfen zudem, die schnelle Ausbereitung von Feuer und Rauch im Rohbau zu begrenzen. Da viele Baustellen über keine fest installierte Brandmeldeanlage verfügen, gewinnen mobile digitale Frühwarnsysteme an Bedeutung, darunter funkvernetzte Rauch- und Wärmemelder, Thermografie- und Temperatursensoren, IoT-Plattformen und KI-gestützte Videoanalysen zur Früherkennung.

Warum geschulte Kräfte entscheidend sind

Ausschlaggebend für die Sicherheit auf Baustellen ist vor allem der Faktor Mensch.
Mindestens fünf Prozent der anwesenden Beschäftigten sollten als Brandschutzhelfer geschult sein. Dafür ist die Schulung in Abständen von drei bis spätestens fünf Jahren aufzufrischen. „Bei feuergefährlichen Arbeiten wie Schweißen oder Löten übernehmen Brandposten eine wichtige Überwachungsfunktion“, erläutert Michel Stracabosko-Dvorski. „Sie kontrollieren Arbeitsbereiche auf Risiken, beobachten Funkenflug und Rauchentwicklung und prüfen nach Arbeitsende mögliche Glutnester.“ Laut DGUV Vorschrift 1 müssen sie im Umgang mit Löschmitteln geschult sein und sofort reagieren können. Fehlt eigenes Fachpersonal, können externe Sicherheitsdienstleister Brandwachen übernehmen und bei individuellen Brandschutzkonzepten unterstützen. Arbeiten mehrere Firmen gleichzeitig auf einer Baustelle oder bestehen besondere Gefahren nach den Regeln zum Arbeitsschutz auf Baustellen (RAB 30) Anhang 3 – etwa Absturzrisiken, kontaminierte Bereiche, der Umgang mit Explosivstoffen, Arbeiten in engen Räumen oder erhöhte Brandgefahr, ist nach der Baustellenverordnung die Einbestellung eines Sicherheits- und Gesundheitskoordinators (SiGeKo) nötig, der den Sicherheitsplan erstellt und dessen Umsetzung während der gesamten Bauphase überwacht.

Kurzprofil:

Mit Standort in Esslingen am Neckar bei Stuttgart und den Tätigkeitsorten Nürnberg, Frankfurt am Main und München hat sich die SSB – Sicherheit, Service, Beratung GmbH besonders auf die Entwicklung von maßgeschneiderten Lösungen für sicherheitsrelevante Prozesse spezialisiert. Das Ziel: reibungslose Abläufe im Bereich Schutz und Sicherheit.

Dazu betreut das Team rund um Gründer und Geschäftsführer Gandhi Gabriel seit 2018 größere Konzerne, mittelständische Unternehmen und öffentliche Auftraggeber sowohl bei der Beratung als auch in der Umsetzung von individuellen Sicherheitskonzepten und bei sicherheitsbezogenen Verfahren. Mit ihrer langjährigen Erfahrung prüfen die Experten nicht nur bestehende Prozesse und schaffen bei Bedarf maßgeschneiderte optimierte Strukturen, sondern sie bieten auch eine eigene Vor-Ort-Analyse und Lösungen für unterschiedliche Fachbereiche an.
In ihrer angegliederten Akademie deckt SSB mit hausinternen Dozenten und Sicherheitsspezialisten ein breites Spektrum an Schulungen für intern und extern ab.

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