Umwandlung eines Flughafens
Eine Baustelle zum „Abheben“ - Altlastensanierung durch Bauer
Die Vorfreude auf den Urlaub beginnt normalerweise am Flughafen, wenn man sich auf den Weg zu fernen Zielen macht. Doch für die Sanierungsexperten des Bauer Umwelt-Bereichs der Bauer Resources GmbH, die das Flughafengelände in Berlin-Schönefeld betreten, steht Erholung nicht auf der Agenda. Stattdessen widmen sie sich der Sanierung des ehemaligen Tanklagers Nord, eine entscheidende Maßnahme für den Bau des neuen Regierungsflughafens. Ihr Vorgehen umfasst den selektiven Rückbau alter technischer Anlagen und den Austausch von kontaminiertem Boden.
Eine Menge Abbruchmaterial
Seit November 2022 arbeitet Bauleiter Friedrich Leifheit mit seinem Team vor Ort und hat zunächst alles für den komplexen Rückbau vorbereitet. Zuerst wurde das Betriebsgebäude des Tanklagers Nord entkernt, von Schadstoffen befreit und abgerissen. Anschließend begann der eigentliche Abbruch und Rückbau des Tanklagers. In einem systematischen Prozess arbeiteten die Experten von oben nach unten, wobei sie etwa 20.000 Tonnen Abbruchmaterial erzeugten. Das Lager bestand aus sechs massiven Stahltanks mit einem Fassungsvermögen von jeweils 375 Kubikmetern, jeder Tank war vier Meter breit und 30 Meter lang. "Diese Dimensionen sind beeindruckend", bemerkte der erfahrene Bauleiter. "Unser erfahrenes Team hat jedoch eine gute Hand für derart anspruchsvolle Aufgaben." Nach Abschluss der Rückbauarbeiten verblieb eine beeindruckende Baugrube, in der nun der Bodenaustausch beginnt. Jahrzehntelange Leckagen der Tanks haben im Erdreich Rückstände von Flugbenzin hinterlassen. Daher werden etwa 25.000 Tonnen kontaminierten Bodens mit einer BG 30 ausgehoben und durch neues Material ersetzt. Diese Aufgabe erfordert Präzision, da die Großlochbohrungen mittels GPS-Einmessung auf mehreren Ebenen bis zu einer Tiefe von etwa 12 Metern durchgeführt werden. Während des Bohrvorgangs wird die Luft kontinuierlich abgesaugt, und das Team trägt spezielle Schutzausrüstung. Bei den Tiefbauarbeiten erhalten sie Unterstützung von den Kollegen von Bauer Spezialtiefbau, die nach Abschluss der Austauschbohrungen auch für die Bodenverdichtung verantwortlich sind. Ein tragfähiger Baugrund ist unerlässlich für die zukünftigen Flugbetriebsflächen des Regierungsflughafens.
Eine komplexe Situation
Die Sicherheitsvorkehrungen auf einem Flughafengelände machen deutlich, dass alles anders ist als auf einer herkömmlichen Baustelle. Dies zeigt sich bereits beim Zugang: Aufgrund der Lage der Sanierungsfläche innerhalb des Flughafensicherheitsbereichs gelangen die Mitarbeiter nur über eine Schleuse ins Innere, die mit vier Toren und Vierfach-Bauzaunblenden inklusive NATO-Draht gesichert ist. Das gesamte Personal muss wöchentlich angemeldet werden, ebenso wie alle eingesetzten Geräte und durchzuführenden Arbeiten. "Wir müssen Wochen im Voraus ein detailliertes Konzept vorlegen, um die Genehmigung zu erhalten", erklärt der Bauleiter. "Eine gute Planung ist wie immer entscheidend." Doch das ist noch nicht alles; rund um die Baustelle herrscht ständiger Flugverkehr. "Egal, welche Arbeiten wir hier bisher durchgeführt haben, nur 25 Meter entfernt von uns findet der Flugverkehr statt", so Friedrich Leifheit weiter. Ankommende Staatsbesucher mit umfangreichen Eskorten und Straßensperren sind keine Seltenheit. Dies erfordert eine äußerst präzise Planung des Baustellenverkehrs. "Ein umsichtiges Vorgehen, gegenseitiger Respekt und Professionalität sind dabei von großer Bedeutung."
Expertise ist entscheidend
Solche Projekte gehören zum Kerngeschäft von Friedrich Leifheit und seinem Team. "Die technische Umsetzung bereitet uns keine Schwierigkeiten, aber die Dimensionen und die örtlichen Gegebenheiten sind ungewöhnlich", sagt er. "Als Team sind wir über uns hinausgewachsen und haben wertvolle Erfahrungen gesammelt. Bis zum Abschluss des Projekts im Januar 2024 gibt es noch viel zu tun, wie die Rückverfüllung der Baugrube oder der Rückbau des ehemaligen Generalshotels. Dennoch wird die Baustelle für uns alle noch lange in Erinnerung bleiben, denn sie hebt sich buchstäblich von anderen ab."














