Modulbauweise

Marvin Meyke,

Modulare Raumlösungen aus Stahlraumzellen

Neben ihrer Schnelligkeit und Flexibilität können Gebäude aus Stahlraumzellen auch unter Nachhaltigkeitsaspekten punkten. Die mobilen Gebäude erfüllen alle bauordnungsrechtlichen Vorschriften, sind langlebig und verbinden Multifunktionalität mit Wiederverwertung und Ressourcenschonung.

© Algeco

Im Kern bestehen sie aus vorgefertigten Stahlraumzellen, die am Standort zusammengesetzt werden. Die Stahlrahmen nehmen die gesamte Gebäudelast auf. Auf diese Weise kommen die modularen Bauten ohne tragende Wände aus, was sich positiv auf ihre Flächeneffizienz auswirkt und gleichzeitig den Nutzern Flexibilität bietet: Denn auch nach ihrer Fertigstellung lassen sich die Bauten immer wieder vergrößern oder verkleinern. Ebenso können Module versetzt und Wände samt Versorgungsleitungen neu platziert werden.

Wiederverwendung und Recycling als Grundprinzip
"Sollte ein Gebäude nicht mehr benötigt werden, können wir es schnell zurückbauen und nach der Demontage einen Großteil unserer Module und Bauprodukte wiederverwenden", sagt Harald Theisinger, Director Modulbau bei Algeco, einem Anbieter modularer Raumlösungen. Die Gebäude kommen weitgehend ohne Verbundstoffe aus, somit lassen sich die meisten Materialien sortenrein trennen und zu 95 Prozent wieder in den Wertstoffkreislauf zurückführen. Stahl, aus dem die Bauten maßgeblich bestehen, wird in geschlossenen Werkstoffkreisläufen geführt und lässt sich am Ende des Lebenszyklus nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip fast zu 100 Prozent mehrfach verwenden – entweder direkt nach dem Rückbau als Baustahl oder durch Recycling.

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Ein weiterer Vorteil der modularen Bauweise ist die detaillierte Planung und Spezifikation aller Materialien „Bereits in der Konzeptions- und Planungsphase überlegen wir gemeinsam mit unseren Kunden, wie wir ihre Wünsche bestmöglich realisieren können, insbesondere unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten“, sagt Harald Theisinger. „Da wir unsere Gebäude en détail im Voraus planen, können wir bereits in dieser frühen Phase ressourcenschonende Konzepte über den gesamten Lebenszyklus entwickeln, Verschwendung vermeiden und die Gebäudekosten verlässlich optimieren.“

Serielles Bauen schont Ressourcen
Die Vorfertigung der einzelnen Raummodule erfolgt nach seriellen Prinzipien zu 90 Prozent im Werk, möglichst effektiv und energieeffizient bei gleichzeitiger Wahrung von Qualitätsstandards und Reduktion von Abfällen. Dank der gebündelten Logistik sind wenige Fahrten zur Baustelle notwendig, was zu weiteren Energieeinsparungen führt. Treffen die modularen Einheiten auf der Baustelle ein, enthalten sie bereits Fenster, Türen und Leitungen. Die Montage vor Ort dauert nur wenige Tage und erfolgt zudem geräusch- und emissionsarm. Im Vergleich zur konventionellen Bauweise sind die mobilen Raumlösungen in bis zu 75 Prozent kürzerer Bauzeit errichtet. Daraus ergeben sich neben Zeitgewinn auch finanzielle Vorteile: Je schneller sich Gebäude nutzen lassen, desto schneller fließen Einnahmen.

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