Baustelle
Wolff & Müller baut Außenanlagen im ICE-Werk Dortmund-Hafen
Das neue ICE-Werk der Deutschen Bahn entsteht im Dortmunder Hafen auf dem Gelände des früheren Güterbahnhofs. Die Bahn investiert über 400 Millionen Euro in den Standort, der für Wartung und Instandhaltung moderner ICE-Züge vorgesehen ist. Mit dem Vergabepaket VP30 wurde Wolff & Müller beauftragt, die Außenanlagen umzusetzen. „Wir realisieren komplexe Bauleistungen in einem eng getakteten Zeitrahmen und setzen dabei auf digitale Tools, Drohnenvermessung und vernetzte Baumaschinen. Zudem können wir unsere Erfahrungen aus einem früheren Bahnprojekt, dem ICE-Werk Köln-Nippes, in dieses Projekt einbringen“, sagt Dirk Wippermann, Niederlassungsleiter Dortmund bei der Wolff & Müller Tief- und Straßenbau GmbH & Co. KG. Das etwa 25 Hektar große Gelände umfasst neben der rund 480 Meter langen Werkshalle neue Betriebsgleise, Zu- und Abfahrten sowie verschiedene Behandlungsanlagen. Die Arbeiten an den Außenanlagen begannen im September 2025 und sollen bis Ende Juni 2027 abgeschlossen werden.
Von Erd- bis Gleisbau
Das Leistungsspektrum von Wolff & Müller am ICE-Werk Dortmund-Hafen ist breit angelegt. Etwa 30.000 Kubikmeter Boden werden bewegt, außerdem entsteht ein vollständiges Entwässerungssystem mit rund 23 Kilometern Leitungen, darunter Trink- und Löschwasserleitungen. Für die technische Infrastruktur werden etwa 45 Kilometer Kabelschutzrohre und 16 Kilometer Kabelkanäle eingebaut. Spezielle Schutz- und Tragschichten aus mineralischem Material stabilisieren und sichern das Baufeld. Im Straßenbau entstehen moderne Verkehrsflächen mit Asphalt- oder Betonoberflächen. Ein zentraler Bestandteil ist der Gleisbau: Mehr als 18 Kilometer Gleise sowie 70 Weichen werden verlegt. Ergänzend dazu gehören Randwege, Gleistragplatten und Servicebahnsteige zur Ausstattung des neuen ICE-Werks, um einen reibungslosen Betriebsablauf zu gewährleisten.
Viele Gewerke und Schnittstellen
„Die größte Herausforderung bei diesem Projekt ist der straffe Zeitplan mit zahlreichen Schnittstellen zu anderen Gewerken. Die Koordination aller Beteiligten ist entscheidend für den Erfolg“, erklärt Ralf Axmann, Projektleiter bei Wolff & Müller. Die Abstimmung mit der Deutschen Bahn ist dabei besonders anspruchsvoll. So sind 70 Liefertermine für Oberbaumaterialien wie Schwellen, Schienen und Weichen einzuhalten. Auch der Abruf von Gleisschotter, den der Bauherr zur Verfügung stellt, erfordert eine genaue Planung. Ein Teil dieses Schotters stammt vom alten Güterbahnhof und wird wiederverwendet. Arbeiten an bestehenden, in Betrieb befindlichen Gleisen – darunter die Anbindung des Werks an das DB-Streckennetz – können ausschließlich in vorher festgelegten Sperrpausen stattfinden, die strikt zu beachten sind.
Echtzeit-Überwachung des Asphalteinbaus
Zur effizienten und transparenten Steuerung der Bauprozesse im ICE-Werk Dortmund-Hafen nutzt Wolff & Müller digitale Technologien. Das System „BPO Asphalt“ dient der Echtzeit-Überwachung des Asphalteinbaus. Durch die Vernetzung von Mischanlage, Transportlogistik und Baustelle werden Abläufe präzise auf den Straßenfertiger abgestimmt. Dessen Materialbedarf definiert die benötigten Produktionsmengen der Mischanlagen und die Fahrzyklen der Lkw. Auf diese Weise lassen sich Stillstände und Wartezeiten reduzieren.
Drohnen als Vermessungshelfer
Drohnen unterstützen die Vermessung und Dokumentation des Baufortschritts. Sie erfassen das Gelände in Form von Orthofotos, Punktwolken und 3D-Modellen und liefern damit regelmäßig aktualisierte Daten zum Zustand der Baustelle. Aus diesen Informationen lassen sich Volumina von Aushub oder Lagerbeständen zuverlässig berechnen. Gleichzeitig ermöglichen sie eine anschauliche Visualisierung des Baufortschritts.
Digitale Maschinensteuerung
Die im Projekt eingesetzten Baumaschinen greifen auf digitale Geländemodelle zurück, die sämtliche relevanten Höhen- und Formdaten enthalten. Die Maschinen können diese Informationen direkt auslesen und sich daran orientieren. Dadurch sind Erd-, Straßen- und Gleisbauarbeiten ohne umfangreiche manuelle Vermessung oder Absteckung möglich. Die Flächen und Trassen entstehen präzise nach Planung, während Materialeinsatz und Nacharbeit reduziert werden.













