Neubau
Züblin realisiert nachhaltiges Stadtquartier mit Modellcharakter
Mit dem Projekt B’Ella übernimmt die Züblin, Tochtergesellschaft der Strabag SE, einen Großauftrag am Berliner Südkreuz, der weit über ein klassisches Hochbauprojekt hinausgeht. Auf rund 75.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche entsteht ein nachhaltiges Stadtquartier, das Wohnen, Arbeiten und soziale Infrastruktur in einem integrierten Ansatz verbindet. Auftraggeber ist der international tätige Projektentwickler Hines.
Für Bauunternehmer und Entscheider im Bauwesen markiert dieses Projekt einen strategisch bedeutsamen Referenzpunkt. Es zeigt, wie komplexe Quartiersentwicklungen unter hohen Nachhaltigkeitsanforderungen wirtschaftlich und technisch umgesetzt werden können. Die Kombination aus gefördertem Wohnraum, Gewerbeflächen, Büroeinheiten und einer Kita erfordert ein präzise abgestimmtes Projektmanagement über sämtliche Bauphasen hinweg.
Städtebau zwischen Infrastrukturknoten und Quartiersidentität
Der Standort am Berliner Südkreuz zählt zu den dynamischsten Entwicklungsräumen der Hauptstadt. Als wichtiger Verkehrsknotenpunkt verbindet er Fern-, Regional- und S-Bahn-Verkehr und schafft damit ideale Voraussetzungen für ein urbanes Mischquartier. Das Projekt fügt sich mit zwei Gewerbebauten, die einen großzügigen Innenhof rahmen, sowie flankierenden Wohngebäuden klar in die bestehende Stadtstruktur ein.
Entworfen wurde das Ensemble von Tchoban Voss Architekten und Noefer Architekten. Die architektonische Konzeption verfolgt eine urbane, geradlinige Formensprache und setzt zugleich auf funktionale Flexibilität. Für Projektleiter und Planungsverantwortliche zeigt sich hier exemplarisch, wie Architektur, Nutzungsmischung und Nachhaltigkeitsziele frühzeitig integriert werden müssen, um Genehmigungsprozesse, Förderanforderungen und Bauabläufe effizient zu verzahnen.
Nachhaltiges Stadtquartier als technischer und organisatorischer Anspruch
Das nachhaltige Stadtquartier kommt vollständig ohne fossile Brennstoffe aus. Die Energieversorgung basiert auf Geothermie und Photovoltaik. Damit wird ein integrales Energiekonzept umgesetzt, das sowohl ökologische als auch langfristig wirtschaftliche Aspekte berücksichtigt. Für Bauunternehmen bedeutet dies eine frühzeitige Koordination der technischen Gebäudeausrüstung, eine präzise Schnittstellenplanung und eine konsequente Qualitätssicherung in der Ausführung.
Für das Quartier wird eine DGNB-Platin-Zertifizierung angestrebt. Darüber hinaus sollen die Wohngebäude die KFN-Förderung für klimafreundlichen Neubau erhalten. Diese Zielsetzungen erhöhen die Anforderungen an Materialwahl, Dokumentation und Nachweisführung erheblich. Entscheider im Bauwesen erkennen daran, dass Nachhaltigkeitszertifizierungen längst nicht mehr optional sind, sondern zunehmend integraler Bestandteil von Ausschreibungen und Großaufträgen werden.
Wirtschaftliche Perspektive und Eigennutzung als Standortbekenntnis
Bemerkenswert ist die strategische Komponente des Projekts: Strabag wird selbst Mieterin der entstehenden Büroflächen. Diese Eigennutzung unterstreicht die langfristige Standortbindung und stärkt die Identifikation des Baukonzerns mit dem Projekt. Für die Branche liefert dieser Ansatz ein praxisnahes Beispiel dafür, wie Bauunternehmen ihre Rolle vom reinen Auftragnehmer hin zum aktiven Mitgestalter urbaner Räume erweitern.
Insgesamt entstehen rund 300 Wohneinheiten, darunter sozial geförderter Wohnraum, ergänzt um moderne Büro-, Gewerbe- und Aufenthaltsflächen sowie eine Kindertagesstätte. Die funktionale Durchmischung entspricht den aktuellen Anforderungen an resiliente Stadtentwicklung und schafft Synergien zwischen Wohnen und Arbeiten.
Relevanz für Bauunternehmer und Projektentwickler
Der Großauftrag am Berliner Südkreuz verdeutlicht, wie sich komplexe Quartiersentwicklungen unter anspruchsvollen Nachhaltigkeitskriterien realisieren lassen. Für Bauunternehmer und Geschäftsführer zeigt das Projekt, dass technische Kompetenz, strukturierte Projektsteuerung und frühzeitige Integration von ESG-Kriterien entscheidend sind, um im Wettbewerb um innerstädtische Großprojekte erfolgreich zu bestehen.
Das Bauvorhaben B’Ella steht damit exemplarisch für eine neue Generation urbaner Entwicklungsprojekte. Wer im Hochbau langfristig wettbewerbsfähig bleiben will, muss nachhaltige Stadtquartiere nicht nur planen, sondern in wirtschaftlich tragfähige Bauprozesse überführen.













