dTwin in der Praxis

Kai Ingmar Link,

Digitaler Zwilling des Nemetschek Hauses

In dTwin entstand ein vollständiges, begehbares Modell des Nemetschek Haus. © Nemetschek

Die Nemetschek Group hat mit ihrer SaaS-Digital-Twin-Plattform dTwin einen entscheidenden Schritt in Richtung digitaler Transformation getan.

Dies spiegelt sich nun auch im Nemetschek Haus in München wider, das einen digitalen Zwilling erhalten hat. Dieser wurde in dTwin errichtet, der innovativen Cloud-basierten Plattform der Nemetschek Group für Building Lifecycle Intelligence. Durch diese Plattform können Daten von Bestandsgebäuden an verschiedenen Standorten gesammelt und mit Echtzeit-Informationen angereichert werden, was kontextbezogene Einblicke über den gesamten Gebäudelebenszyklus ermöglicht.

Das Nemetschek Haus in München-Riem wurde 2000 eröffnet und dient unter anderem als Unternehmenszentrale des MDAX-Konzerns. © Nemetschek

In der Bauindustrie entspricht ein fertiges Gebäude selten zu 100 Prozent den Originalmodellen der Architekten. Das liegt oft an späteren Umbauten und nicht unbedingt an der Qualität des Bauhandwerks. Um dennoch eine verlässliche Entscheidungsbasis für den weiteren Verlauf der Bauarbeiten, den Gebäudebetrieb und die Sanierung zu schaffen, ist ein aktuelles, digitales Gebäudemodell unerlässlich, das mit den ursprünglichen Plänen verglichen werden kann. Durch die Anreicherung mit Echtzeit-Daten entsteht so ein Digitaler Zwilling, der in anderen Branchen bereits erfolgreich die Planung, Ausführung, Qualität und Sicherheit verbessert hat.

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Die Nemetschek Group ermöglicht mit dTwin einen 360°-Blick auf Gebäude über alle Lifecycle-Phasen und Datenquellen hinweg. Dank offener API-Schnittstellen können alle relevanten Informationen aus IWMS, CAD/BIM und Echtzeitdaten aus Gebäudeautomationssystemen importiert werden. So schafft dTwin eine Brücke zwischen Planungsphase, Bauphase und Gebäudebetrieb für durchgängige Transparenz und datengesteuerte Entscheidungen, die sowohl ökonomisch als auch ökologisch sinnvoll sind.

Im digitalen Zwilling können zahlreiche Echtzeit-Gebäudedaten abgerufen werden. © Nemetschek

Das Nemetschek Haus in München diente als Paradebeispiel für die Umsetzung eines Digitalen Zwillings. Der Unternehmenssitz beherbergt auf vier Stockwerken und 20.000 Quadratmetern neben der Firmenzentrale auch mehrere Marken der Nemetschek Group sowie externe Mietparteien. Durch die Kombination von hochpräzisem terrestrischem Laserscanning und mobilen 360°-Panoramaaufnahmen wurden insgesamt rund 13.000 Aufnahmen und knapp 100 Gigabyte an Punktwolken-Daten generiert, die als Basis für den Digitalen Zwilling dienten.

Der volle Nutzen eines digitalen Zwillings entfaltet sich im Zusammenspiel von architektonischen Informationen und Echtzeit-Daten aus dem Gebäudebetrieb. Die Nemetschek Group analysiert am eigenen Hauptquartier die Raumbelegung und erfasst laufend Qualitätsparameter wie Raumtemperatur, Luftfeuchtigkeit und CO2-Gehalt mittels IoT-Sensoren. Alle diese Sensordaten werden kontextbezogen in den digitalen Zwilling integriert und ermöglichen Echtzeit-Analysen jedes einzelnen Raums.

Der digitale Zwilling ist vollständig virtuell begehbar und liefert auf Knopfdruck verschiedenste Daten und Ebenen. © Nemetschek

dTwin fungiert als Single Source of Truth und führt Informationen aus dem gesamten Gebäudelebenszyklus übersichtlich auf einer zentralen Plattform zusammen. Dies gewährleistet die Interoperabilität verschiedener Systeme und schafft Mehrwerte im gesamten Gebäudelebenszyklus, von der Planungsphase über die Bauphase bis hin zum Gebäudebetrieb und darüber hinaus. Nemetschek hat mit dTwin bewiesen, dass digitale Zwillinge von Bestandsgebäuden in der Realität nutzbar gemacht werden können.

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