Baugewerbe EXKLUSIV
Schlau geplant statt fleißig geschuftet
Dr. Martina Schneller vom Mittelstand-Digital Zentrum Handwerk weiß, wie Kai Optimierungen im Handwerk unterstützen kann: In vielen Handwerksbetrieben ist der Tag geprägt von enger Taktung, kurzfristigen Änderungen und der Herausforderung, mit begrenzten Ressourcen das Maximum herauszuholen.
Dabei wächst der administrative Aufwand – Aufträge koordinieren, Personal einteilen, Material bestellen, Routen planen, Kunden informieren. Und genau hier kommt Kai ins Spiel. Kai, Ihre digitale Assistenz mit künstlicher Intelligenz.
Doch bevor wir uns anschauen, wie Kai konkret helfen kann, würde ich gern noch mal an den letzten Teil erinnern. Da haben wir uns angeschaut, wie Kai aktiv in der Prognose helfen kann und die Zukunft vorhersagt. Welche Aufträge kommen voraussichtlich rein? Oder wie lange wird ein Projekt dauern? Dabei greift Kai auf Zeitreihen-, Abhängigkeits- und Klassifikationsprognosen zurück und erkennt Muster aus der Vergangenheit, auf deren Grundlage Kai vorhersagt, was wahrscheinlich passieren wird. Das ist nützlich, aber erst der Anfang.
Denn erst mit der Optimierung wird es richtig spannend. Da geht es nicht nur darum zu wissen, was kommt – sondern darum, das Maximum aus der Situation zu erzielen. Kai schaut sich also an, welche Aufgaben anstehen und gegebenenfalls noch beauftragt werden, welches Personal verfügbar ist, welche Materialien auf Lager sind, wie die Wünsche der Kundschaft sein werden und welche Fahrzeuge eingesetzt werden können oder einen Wartungsbedarf haben – und schlägt dann vor, wie die Aufträge bestmöglich abgearbeitet werden können.
Ein paar Beispiele aus dem Alltag
Die Optimierungspotenziale von Kai können schon bei der Planung genutzt werden, um zum Beispiel die effizienteste Raumaufteilung für ein Gebäude entsprechend den Nutzungsanforderungen zu bekommen. Mit Kai lassen sich automatisch verschiedene Entwurfsvarianten entwickeln – abgestimmt auf Kriterien wie Kosten, Nachhaltigkeit, Flächennutzung und Energieeffizienz. So entstehen sehr schnell Planungen auf Basis der zu berücksichtigenden Kriterien, und zwar ohne, dass Sie jede Variante manuell durchrechnen müssen.
Im Baualltag selbst sind es oft Kleinigkeiten die zu großen Verzögerungen führen. Kai kann durch die Analyse historischer Projektdaten typische Verzögerungsursachen erkennen und schlägt optimierte Abläufe vor. Dabei werden Faktoren wie Wetter, Materialverfügbarkeit oder Personalressourcen berücksichtigt. Diese Unterstützung soll zu einem gut getakteten Bauzeitenplan führen und den Personaleinsatz optimieren.
Die Baustofflogistik ist eine der häufigsten Störquellen im Bauablauf. Wird zu früh geliefert, fehlt der Platz – kommen die Baustoffe zu spät, steht das Team still. Und wie oft fehlen Verbrauchsmaterialien, für die noch ein Stopp im Baumarkt nötig wird. Kai nutzt die Prognosen und Echtzeitdaten, um Materialflüsse optimal zu steuern – von der Lagerhaltung bis zur punktgenauen Lieferung. Just-in- time-Logistik wird so auch für kleinere Bauvorhaben planbar.
Maschinen effizient nutzen und die Wartungsbedarfe entsprechend planen ist kein Problem für Kai. Stillstehende Baugeräte oder Maschinen kosten Geld und verzögern den Bauablauf. Durch Sensor- und Nutzungsdaten kann Kai den Zustand überwachen und frühzeitig Wartungsbedarfe oder Verschleiße erkennen – also noch bevor es zum Ausfall kommt, auf den Bedarf hinweisen. Vorausschauende Instandhaltung sorgt dafür, dass zum Beispiel ein Bagger zur richtigen Zeit in die Werkstatt kommt – und nicht mitten im laufenden Betrieb stehenbleibt. Optimieren Sie nicht nur die Auslastung, sondern vermeiden Sie mit Kai ungeplante Stillstände.
Kai ist ein Tausendsassa. Kai analysiert laufend den Ressourceneinsatz, vergleicht diesen mit Planwerten und erkennt frühzeitig Budgetabweichungen. Bei drohenden Überschreitungen schlägt Kai Alternativen vor – zum Beispiel eine Umplanung, um Überstunden oder Material-Expresslieferungen zu vermeiden. Mit Kai haben Sie die Kosten immer unter Kontrolle und Budgetüberschreitungen werden vermieden.
Kai sorgt dafür, dass Sie das beste Ergebnis erreichen. Doch wie macht Kai das?
Auch hier lernt Kai aus Daten. Kai schaut sich viele Informationen an – etwa wie lange bestimmte Arbeiten dauern, wie viel Material verbraucht wird oder welche Fehler in der Vergangenheit passiert sind. Eben je nachdem, welche Aufgabe Kai übernehmen soll. Daraus erkennt Kai Muster und kann auf Basis der Prognosen Verbesserungen vorschlagen. Dabei arbeitet Kai allein oder mit anderen Kais zusammen.
Die Zusammenarbeit mehrerer Assistenten namens Kai werden kooperative Multi-Agenten-Systeme genannt. Kai1 kümmert sich um das Material, Kai2 um den Zeitplan, Kai3 um den Kundenkontakt. Sie sind richtige Teamplayer: Sie arbeiten zusammen, tauschen sich aus und lösen gemeinsam komplexe Aufgaben.
Bitte denken Sie beim Einsatz von Kai immer daran: Kai ist eine Assistenz mit künstlicher Intelligenz, die Basis des Ergebnisses ist immer der Algorithmus. Das heißt, KI macht Fehler. Nun haben wir uns alle Kompetenzen einer künstlichen Intelligenz angeschaut. Aber auch in der kommenden Ausgabe geht es weiter. Seien Sie gespannt, womit wir uns dann beschäftigen werden.
Dieser Artikel erschien zuerst in der September-Ausgabe des Baugewerbe Magazins.













