Interview: Trockenestrichsystem
„Entscheidend ist, dass der Zimmerer strukturiert und nach Verlegeplan arbeitet“
Das im Münchner Projekt „Heßstraße“ eingesetzte Trockenestrichsystem verspricht Zimmereibetrieben, die Anforderungen der neuen Holzbaurichtlinie (MHolzBauRL 09/2024) wirtschaftlich attraktiv umsetzbar zu machen. Andreas Grübler, Technischer Vertrieb Trockenbau & Fassade Region Süd-Ost sowie Jens Morscheid, Dipl. Ing. (FH) Holztechnik, Technischer Vertrieb von James Hardie in Bayern, erläutern Verarbeitung und Vorteile.
mikado: Worauf müssen Zimmerer beim Einbau Ihres Fußbodenheizungssystems besonders achten?
Andreas Grübler: Entscheidend ist, dass der Zimmerer strukturiert und nach Verlegeplan arbeitet, damit der Heizungsbauer die Rohre anschließend problemlos und effizient einbauen kann. Ansonsten entspricht die Verarbeitung des fermacell Therm 25 Systems genau den Abläufen, die der Zimmerer bereits kennt. Besondere Werkzeuge sind nicht erforderlich – mit den gewohnten Geräten ist er bestens für die Verlegung der Fußbodenelemente gerüstet.
Jens Morscheid: Ein Punkt ist mir besonders wichtig ist, aber wahrscheinlich achten die meisten Zimmerer sowieso darauf: Für den Brandschutz ist beim Einbau unseres Systems unbedingt ein Randdämmstreifen aus Steinwolldämmung erforderlich. Darauf sollten Zimmerer stets achten, um die Brandschutzanforderungen sicher zu erfüllen und Fehler bei der Ausführung zu vermeiden.
mikado: Wie profitieren Zimmereibetriebe von Ihrem Trockenestrich für Fußbodenheizungen?
Andreas Grübler: Zimmereibetriebe profitieren in mehrfacher Hinsicht: Sie verfügen bereits über das technische Verständnis für die Verarbeitung, sodass sich das System nahtlos in ihre Arbeitsabläufe integrieren lässt. Darüber hinaus bieten wir umfangreiche Serviceleistungen: Für Betriebe, die unsere Fußbodenelemente Therm25 erstmals verarbeiten, stellen wir eine kostenlose Einweisung durch unseren Vorführmeister bereit. Zudem erstellen wir individuelle Verlegepläne ohne Zusatzkosten. Ab Herbst erweitern wir dieses Angebot um Schulungen und Zertifizierungen in unseren Werken, sodass Zimmereibetriebe optimal für die Verarbeitung gerüstet sind.
Jens Morscheid: Die neue Holzbaurichtlinie hat die Schutzziele nochmals präzisiert und angepasst. Mit unserem fermacell Therm25 System werden wir Zimmereibetrieben künftig ermöglichen, diese Anforderungen mit einem einfacheren, schlankeren und damit deutlich wirtschaftlicheren Bodenaufbau zu erfüllen. Zukünftig werden Zimmereibetriebe davon profitieren, dass die Schutzziele der neuen Richtlinie mit deutlich weniger aufwendigen oder kostenintensive Zusatzmaßnahmen erreicht werden.
mikado: Welche Möglichkeiten bietet die neue Holzbaurichtlinie denn aktuell für den Einbau des Systems?
Jens Morscheid: Für die Gebäudeklasse 4 haben wir z. B. nach der MHolzBauRL (09/2024) folgende Aufbaumöglichkeit für Deckenbauteile ohne weiteren Nachweis für eine Brandbeanspruchung von oben: 12,5 mm fermacell Gipsfaserplatte, 25 mm fermacell Therm25, 12,5 mm fermacell Gipsfaserplatte, 20 mm geeignete nichtbrennbare Mineralwolldämmschicht für Bauteile hochfeuerhemmend tch=60 min. Das ist der Aufbau von oben nach unten. Das Gleiche gilt auch für die Gebäudeklasse 5: 15 mm fermacell Gipsfaserplatte, 25 mm fermacell Therm 25, 15 mm fermacell Gipsfaserplatte, 20 mm geeignete nicht brennbare Mineraldämmschicht für Bauteile abweichend feuerbeständig tch=90 min. Auch hier ist das wieder der Aufbau von oben nach unten. Das Ganze kann natürlich auch nachgelesen werden, in der MHolzBauRL 2024/09 im Anhang 2, Tabelle A2.1.
mikado: Welche holzbauspezifischen Details muss ein Verarbeiter unbedingt beherrschen, wenn er Ihr System einbaut?
Andreas Grübler: Tatsächlich sind keine speziellen holzbauspezifischen Kenntnisse erforderlich. Der Verarbeiter benötigt lediglich das technische Grundverständnis, das er als Zimmerer ohnehin mitbringt. Alles Weitere stellen wir zur Verfügung: einen detaillierten Verlegeplan, der sich in Rohrplan, Plattenplan sowie einen kombinierten Rohr- und Plattenplan gliedert, sowie eine vollständige Materialliste. So ist sichergestellt, dass der Verarbeiter ohne zusätzliche Spezialkenntnisse direkt und sicher mit dem Einbau unseres Trockenestrichsystems starten kann.
mikado: Welche Vorteile hat das System für den Zimmerer?
Jens Morscheid: Der größte Vorteil für den Zimmerer liegt in der trockenen Verarbeitung: Er arbeitet mit Holz und möchte keine zusätzliche Feuchtigkeit in den Bau einbringen. Er kann also ein Fußbodenheizungssystem komplett in Trockenausbauweise verlegen und so den Holzbau optimal schützen. Ein weiterer Vorteil ist die Geschwindigkeit: Das System lässt sich schnell und effizient verarbeiten, was insbesondere im Neubau und im wachsenden Bereich des Holzmodulbaus ein entscheidender Faktor ist. Deshalb setzen auch viele Holzmodulbauer auf fermacell Therm25, um ihre Projekte schneller umzusetzen.










