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Artikel und Hintergründe zum Thema

Gründach

Jessica Stütz,

Intensive Begrünung mit Schwung

Der Dachgarten des Ethnografischen Museums in Budapest /Ungarn ist Teil eines Parks. Für die Konstruktion der beiden künstlichen Hügel waren ausgeklügelte Lösungen gefragt.

Auf dem gewölbten Dach des Neubaus, das im oberen Bereich bis zu 27 Grad steil ist, entstanden insgesamt 7300 m2 zusätzliche Parkfläche

© Puren und Néprajzi Múzeum Budapest /Incze László

Am Eingang zu einer der ältesten Grünanlagen Budapests, dem Stadtpark Városliget, erheben sich von einem zentralen, ebenerdigen Platz aus zwei sanft gekrümmte Hügel. Auf ihnen wachsen zahlreiche immergrüne Pflanzen, Sträucher, Stauden und Bäume. Gemeinsam mit dem Platz bilden sie das Dach des neuen Ethnografischen Museums Budapest. Im Jahr 2022 eröffnet, gehört der Museumsneubau zum größten städtebaulich-kulturellen Projekt in Europa, dem Liget Budapest Project.

60 Prozent des Bauwerks liegen unter der Geländeoberfläche. Dank des begrünten Dachs und der Transparenz der über dem Boden liegenden Baukörper passt sich das neue Museum auch maßstäblich an seine Umgebung an. Die begehbare Dachfläche ist Teil des öffentlichen Raums, der die Besucher im Stadtpark erwartet.

Ein markantes Gestaltungsmerkmal des Neubaus ist sein riesiger Dachgarten. Grundlage der Bepflanzung sind über 3000 m³ mit speziellen Nährstoffen angereicherter Mutterboden, der auf den beiden „Hängen“ des Gebäudes ausgebracht wurde. Anschließend pflanzten die Gärtner etwa 1500 blühende Stauden, sieben Laubgehölze, fast 100 immergrüne Pflanzen und etwa 700 Ziergräser. Dadurch entstanden insgesamt 7300 m² zusätzliche Parkfläche auf dem gewölbten Dach.

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Zum Abschluss der Arbeiten mussten Abgrenzungen und Schubschwellen fachgerecht abgedichtet werden

© Puren und Néprajzi Múzeum Budapest /Incze László

Sowohl die Belastung durch die intensive Begrünung als auch die Krümmung der beiden künstlichen Hügel mit einer Neigung von bis zu 27 Grad in den oberen Dachbereichen stellten besondere Anforderungen an die Dachkonstruktion dar. Ausgeführt als Umkehrdach, mussten neben den durch die Begrünung aufgebrachten Lasten auch die zusätzlichen Speichermassen durch Regenwasser berücksichtigt werden. Weiterhin galt es, die Dachfläche entsprechend zu strukturieren, Teilbereiche abzutrennen und Schubschwellen zu installieren, ohne dadurch bauphysikalische Einbußen in Kauf zu nehmen. 

Um Teilbereiche abzutrennen und Schubschwellen anzuordnen, fixierten die ungarischen Dachdecker Metallstützen durch die bituminöse Abdichtung in der Dachschale. Anschließend wurden die in einem Abstand von etwa 30 cm gesetzten Stützen beidseitig mit dem Funktionswerkstoff Purenit von Puren beplankt. Unterstützung erhielt das ungarische Handwerksunternehmen durch das in der Nähe von Budapest angesiedelte Vertriebsbüro von Puren, über das solche Bauvorhaben sowie weitere Anwendungen technisch begleitet werden. In die so entstandenen Hohlräume zwischen den Metallstützen brachten die Dachdecker Mineralwolle ein, um Wärmebrücken zu vermeiden. Anschließend wurde der Aufbau mit einem Deckel aus Purenit geschlossen. Zum Abschluss konnten die so erstellten Abgrenzungen und Schubschwellen von den Handwerkern fachgerecht abgedichtet werden.

Auszug aus dachbaumagazin 07.2024.

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