Sanierung
Die Kunst der Fuge
Über zwei Millionen Fachwerkhäuser prägen in Deutschland das historische Bild vieler Städte und Gemeinden. Ein großer Teil dieser Gebäude weist jedoch einen erheblichen Sanierungsbedarf auf, insbesondere im Hinblick auf den Wärmeschutz. Oft wird die energetische Verbesserung der Gebäudehülle als komplex eingeschätzt, doch in der Praxis lässt sie sich wesentlich einfacher umsetzen, als viele Eigentümer vermuten.
Wärmedurchgangskoeffizienten um 2,5 W/m²K sind bei Fachwerkhäusern keine Seltenheit. Dennoch zögern zahlreiche Bauherren mit einer Sanierung der Fassade. Neben der Sorge, die charakteristische Optik zu beeinträchtigen, führen vor allem Berichte über Schäden nach fehlerhaften Sanierungen zu Unsicherheiten. Bei fachgerechter Ausführung besteht jedoch kein Grund zur Sorge. Zentraler Aspekt bei der Sanierung von Fachwerkfassaden sind die Fugen, denn „Die Kunst der Fuge“ ist vielerorts verloren gegangen. Fugen eignen sich bauphysikalisch nur begrenzt für Schlagregen- und Winddichtigkeit, weshalb ihre fachmännische Ausführung entscheidend ist. Traditionelle Techniken, die sich über Jahrhunderte bewährt haben, bilden hierfür eine zuverlässige Grundlage. In Verbindung mit modernen Putzsystemen erreichen sie heute eine nochmals verbesserte Funktionsfähigkeit und eine deutlich höhere bauphysikalische Leistungsfähigkeit.
Fachwerkhäuser sind Bewegungskünstler
Das Zusammenspiel aus Ständerwerk und Ausfachungen führt zu einer statisch sehr anpassungsfähigen Konstruktion. Das gelenkige Tragwerk, der hohe Anteil an Fugen und die meist kleinformatigen Ausfachungen bewirken eine ausgeprägte Beweglichkeit. Während massives Mauerwerk bei Setzungen häufig Risse ausbildet, reagieren Fachwerkhäuser mit deutlichen Verformungen. Die Fugen bleiben somit ständig in Bewegung, verstärkt durch unterschiedliche Schwind- und Quellverhalten von Holz und Ausfachungsmaterial. Eine dauerhafte Abdichtung solcher Fugen ist technisch kaum erreichbar und wäre nur mit unverhältnismäßigem Aufwand möglich. Der sinnvollere Ansatz besteht daher darin, traditionelle Techniken zu übernehmen und Fugen konstruktiv in die Sanierung einzubeziehen.
Die Feuchte im Griff
Eine erfolgreiche Strategie ist, der Beweglichkeit des Fachwerks ein Feuchtemanagement entgegenzustellen. Die Fuge wird über einen sogenannten Kellenschnitt vom Ständerwerk bewegungstechnisch getrennt. Anschließend erfolgt die schlagregendichte Ausführung mittels Dreiecksleiste oder „Mörtelschloss“, eingebettet in die Putzschicht – ein Vorgehen, das bereits vor Jahrhunderten praktiziert wurde. Diese Konstruktion wird kombiniert mit einem diffusionsoffenen und kapillar leitfähigen Putzsystem.
Der Hersteller Hasit bietet hierfür mehrere geeignete Wärmedämmputze an. Im Mittelpunkt steht der Hasit 242 Calceclima Thermo. Wie alle Wärmedämmputze des Unternehmens basiert auch er auf Kalk und enthält ausschließlich mineralische Leichtzuschläge. Dadurch weist er eine hohe Diffusionsoffenheit und ausgeprägte kapillare Transportfähigkeit auf. Mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,042 W/mK bietet der Putz eine sehr gute Dämmwirkung bei wirtschaftlicher Verarbeitung. Schichtstärken von 20 bis 120 Millimetern ermöglichen vielseitige Lösungen – von der Ergänzung vorhandener Schichten bis zur kompletten Erneuerung von Ausfachungen. Häufig reicht bereits der Austausch des Bestandputzes für eine deutliche energetische Verbesserung. Die modellierbare Konsistenz und die Möglichkeit, bis zu 60 Millimeter in einem Arbeitsgang aufzutragen, erleichtern die Umsetzung vor Ort.
Bei geringem Platzangebot bietet der Hasit Fixit 222 Aerogel-Hochleistungsdämmputz eine Alternative. Sein Verarbeitungskonzept ähnelt dem des 242, doch mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,028 W/mK erreicht er nochmals höhere Dämmwerte. Beide Varianten zeichnen sich durch die Fähigkeit aus, eindringende Feuchtigkeit schnell über Diffusion und Kapillartransport wieder nach außen zu führen.
Bleibt der Wind
Auch nach der deutlichen Verbesserung der Wärmedämmung bleibt die Winddichtigkeit ein wichtiger Punkt. Sie lässt sich jedoch durch eine zweite Dämmebene einfach herstellen. Innendämmungen sind im Denkmalschutz seit Langem etabliert, und gerade bei Fachwerkhäusern entsteht durch die Kombination von Innen- und Außendämmung ein deutlicher bauphysikalischer Vorteil. Der U-Wert der Gesamtwand sinkt nochmals erheblich, und der Aufbau aus Putzträger – etwa aus Schilfrohr – sowie durchgehend aufgetragenem mineralischem Dämmputz sorgt für eine zuverlässige Winddichtigkeit. Auch hier kommt bevorzugt der Hasit 242 zum Einsatz.
Die homogen aufgebaute Wandkonstruktion bleibt vollständig diffusionsoffen und unterstützt damit ein Raumklima, das viele Bewohner von Fachwerkhäusern schätzen. Der Hasit 242 trägt dazu bei, da er sehr emissionsarm ist und das Emicode-Siegel EC-1 trägt. Die höheren Oberflächentemperaturen der Wände und der Wegfall störender Luftströmungen erhöhen zusätzlich die Wohnbehaglichkeit. Ein konstruktiver Grundsatz gilt weiterhin: Der Putzträger wird ausschließlich an den Ausfachungen befestigt, nicht am Ständerwerk.
„Man wird geholfen“
In der Praxis wird die technische Beratung durch Hasit oft durch einen Energieberater ergänzt. Dieser kann sich für Bauherren teilweise selbst refinanzieren, da gerade für die Sanierung von Fachwerkhäusern umfangreiche Förderprogramme zur Verfügung stehen. Im Gegensatz zu konventionellen Gebäuden sind die Anforderungen für eine Förderung hier deutlich niedriger. Grundsätzlich wird zwischen Innen- und Außendämmung unterschieden.
Für Innendämmungen entfällt bei Fachwerkhäusern die sonst notwendige Nachweisführung nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG). Bereits bei einem U-Wert unter 0,65 W/m²K sind die Förderkriterien erfüllt. Mit einer 30 Millimeter starken Innendämmung mit dem Hasit 242 wird eine deutliche energetische Verbesserung erreicht. Bei 50 Millimetern Schichtstärke ergibt sich ein U-Wert von 0,632 W/m²K – ausreichend für eine Förderung, ganz ohne zusätzliche Nachweise.
Bei der Außendämmung ist ein GEG-Nachweis erforderlich, um den Zielwert von 0,45 W/m²K zu belegen. Dies gilt auch für eine Kombination aus Innen- und Außendämmung. Im genannten Beispiel wird mit 80 Millimetern Hasit 242 ein U-Wert von 0,441 W/m²K erreicht, womit die Förderung möglich ist. Förderfähig sind somit entweder 80 Millimeter Außenputz oder eine Kombination aus 30 Millimetern Innen- und 50 Millimetern Außenputz, jeweils mit entsprechender Nachweisführung.
Die U-Werte von 0,65 und 0,45 W/m²K entsprechen Vorgaben des Denkmalschutzes. Sie orientieren sich eng an der praktischen Umsetzbarkeit und ermöglichen wirtschaftlich sinnvolle Sanierungen. Die Kombination von Innen- und Außendämmung berücksichtigt die etablierte Baupraxis, bei der beide Maßnahmen häufig gemeinsam angewendet werden.












