Wettbewerb

Max Kandler,

Fliesen-Nationalmannschaft erreicht beim PCI-AlpenCup den dritten Platz

Der internationale Wettbewerb der besten Nachwuchs- und Profifachkräfte im Fliesenhandwerk zeigt regelmäßig, wie anspruchsvoll moderne Verlegearbeiten im Bauwesen geworden sind. Beim diesjährigen PCI-AlpenCup im ABZ Ausbildungszentrum der Bauinnung Augsburg erreichte die deutsche Fliesen-Nationalmannschaft den dritten Platz. Das Team mit Lukas Blos und Luis Brauner konnte sich damit gegenüber dem vergangenen Wettbewerb deutlich steigern.

Lukas Blos und Luis Brauner holten sich beim diesjährigen PCI-AlpenCup im ABZ Ausbildungszentrum der Bauinnung Augsburg den dritten Platz. © Fachverband Fliesen und Naturstein

Nach Platz fünf beim PCI-AlpenCup 2024 in Bozen (Südtirol) bewies das deutsche Duo erneut seine Leistungsfähigkeit auf internationalem Niveau. Den ersten Platz sicherte sich erstmals die Mannschaft aus Frankreich, gefolgt vom Team aus der Schweiz. Insgesamt traten sieben Nationen bei dem dreitägigen Wettbewerb gegeneinander an.

Für Bauunternehmen und Projektverantwortliche zeigt der Wettbewerb, welchen Stellenwert qualifizierte Fachkräfte, präzise Ausführung und technisches Know-how im modernen Innenausbau haben. Gerade bei hochwertigen Fliesenarbeiten entscheiden Planung, Materialauswahl und handwerkliche Präzision über die Qualität des Endergebnisses.

Präzision unter Zeitdruck: Hohe Anforderungen an die Teilnehmer

Die Wettbewerbsaufgabe stellte die Teams vor eine anspruchsvolle Herausforderung. Gefordert war die Erstellung einer Badewannensituation mit erhöhter Sitz- und Liegefläche. Dabei mussten Fliesen im Großformat von 60 x 120 Zentimetern verarbeitet werden.

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Eine besondere Schwierigkeit lag in der exakten Linienführung der Fliesenstreifen. Die Verlegung musste so ausgeführt werden, dass die Fugen über mehrere Flächen hinweg durchgängig verliefen. Diese Präzision war ein entscheidender Faktor für die Bewertung der Werkstücke.

Für die Umsetzung stand den Teilnehmern ein klar begrenztes Zeitfenster zur Verfügung. Die Teams hatten insgesamt zwölf Stunden für die Fertigstellung ihrer Arbeiten. Bereits am ersten Wettbewerbstag mussten sie innerhalb von drei Stunden den Unterbau erstellen.

Die Aufgabe verdeutlichte einmal mehr, dass anspruchsvolle Fliesenarbeiten heute weit über das reine Verlegen von Belägen hinausgehen. Kenntnisse über Untergründe, Abdichtungssysteme, Materialeigenschaften und Ausführungstechniken sind zentrale Bestandteile professioneller Bauqualität.

Innovative Abdichtungstechnik als Wettbewerbsvorteil

Das deutsche Team setzte beim PCI-AlpenCup auf eine besondere technische Lösung. Während die meisten Nationen eine Vlies-Butyl-Bahnabdichtung verwendeten, entschied sich die Fliesen-Nationalmannschaft für eine mineralische Dichtschlämme.

Nach Einschätzung des deutschen Teams bot diese Vorgehensweise Vorteile hinsichtlich der Oberflächenstruktur. Die dadurch entstandene gleichmäßig raue Oberfläche sollte eine bessere Kontaktfläche für die weiteren Arbeitsschritte schaffen. Die eingesetzte Methode orientiert sich an Anforderungen, die auch bei anspruchsvollen Abdichtungsbereichen wie Swimmingpools eine Rolle spielen.

Gerade im professionellen Bauablauf sind solche technischen Entscheidungen relevant. Die Wahl geeigneter Systeme für Abdichtung, Untergrundvorbereitung und Fliesenverlegung kann maßgeblich beeinflussen, wie dauerhaft und sicher ein Bauteil ausgeführt wird.

Belastungsprobe in der Werkhalle: Handwerkliche Qualität entscheidet

Neben den technischen Anforderungen stellte auch die Wettbewerbssituation selbst eine Herausforderung dar. Die hohen Temperaturen in den Werkhallen belasteten die Teilnehmer körperlich und verlangten während der gesamten Arbeitszeit Konzentration und Ausdauer.

Trotz dieser Bedingungen zeigte das deutsche Team eine konstante Leistung und konnte sich mit dem dritten Platz ein Ergebnis sichern, das die positive Entwicklung nach dem vergangenen Wettbewerb bestätigt.

Der PCI-AlpenCup macht sichtbar, welche Bedeutung gut ausgebildete Fachkräfte für das Baugewerbe haben. Besonders bei komplexen Ausbauprojekten sind Erfahrung, Genauigkeit und die Beherrschung moderner Verarbeitungstechniken entscheidende Qualitätsfaktoren.

Ziel bleibt: Der Pokal soll zurück nach Deutschland

Die deutsche Mannschaft blickt bereits auf die nächste Ausgabe des Wettbewerbs. Die Premiere des PCI-AlpenCups im Jahr 2021 konnte das deutsche Team gewinnen. In den folgenden Wettbewerben erreichten die Teilnehmer unterschiedliche Platzierungen und behaupteten sich dabei kontinuierlich im internationalen Vergleich.

Der nächste PCI-AlpenCup findet 2027 statt. Die Fliesen-Nationalmannschaft verfolgt dabei ein klares Ziel: erneut um den Gesamtsieg kämpfen und den Pokal wieder nach Deutschland holen.

Unterstützt wird das Team durch Partnerunternehmen des Fachverband Fliesen und Naturstein. Zum Unterstützerkreis gehören unter anderem Unternehmen aus den Bereichen Baustoffe, Werkzeuge, Abdichtungssysteme und Fliesentechnik.

Als Materialsponsor unterstützt die Deutsche Steinzeug Solar Ceramics mit den Marken Agrob Buchtal und Jasba gemeinsam mit dem Fliesen-Zentrum Deutschland GmbH die Mannschaft. Für die Ausstattung des Teams sorgt die Firma DINO aus Göttingen.

Fazit: Der PCI-AlpenCup zeigt die Bedeutung qualifizierter Fachkräfte im Bauwesen

Der Erfolg der deutschen Teilnehmer beim PCI-AlpenCup unterstreicht die hohe Qualität des deutschen Fliesenhandwerks. Der dritte Platz zeigt, dass technische Kompetenz, sorgfältige Planung und präzise Ausführung auch im internationalen Vergleich entscheidende Faktoren bleiben.

Für Bauunternehmen und Projektverantwortliche ist der Wettbewerb ein Beispiel dafür, welchen Einfluss Fachwissen und kontinuierliche Weiterbildung auf die Qualität von Bauprojekten haben. Die Entwicklung der Fliesen-Nationalmannschaft zeigt zugleich, dass qualifizierter Nachwuchs und moderne Verarbeitungstechniken wichtige Grundlagen für die Zukunft des Baugewerbes sind.

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