Zusammenarbeit

Max Kandler,

Kerschensteiner-Schule und Ernst Petershagen schließen Bildungspartnerschaft

Der Fachkräftemangel bleibt eine der zentralen Herausforderungen der Bauwirtschaft. Umso wichtiger sind langfristige Kooperationen zwischen Bildungseinrichtungen und Ausbildungsbetrieben, die jungen Menschen frühzeitig praxisnahe Einblicke in die Branche ermöglichen. Mit der Unterzeichnung einer Bildungspartnerschaft am 24. Juni 2026 setzen die BBS II Kerschensteiner-Schule Delmenhorst und die Ernst Petershagen GmbH & Co. KG ein gemeinsames Zeichen für die gezielte Nachwuchsförderung im regionalen Baugewerbe.

v.l.: Ulrich Droste, Sven Rauschenberger, Tim Schaffarzyk, Florian Bogun, Jörn P. Makko © Bauindustrieverband Niedersachsen-Bremen e.V.

Die Vereinbarung verfolgt das Ziel, Theorie und betriebliche Praxis enger miteinander zu verzahnen und Schülerinnen und Schülern frühzeitig Perspektiven in der Bauwirtschaft aufzuzeigen. Unterstützt wird die Zusammenarbeit vom Bauindustrieverbandes Niedersachsen-Bremen, der sich seit Jahren für den Ausbau nachhaltiger Kooperationen zwischen Schulen und Unternehmen engagiert.

Praxisnahe Berufsorientierung als Schlüssel zur Fachkräftesicherung

Mit rund 1.600 Schülerinnen und Schülern zählt die BBS II Kerschensteiner-Schule Delmenhorst zu den wichtigen beruflichen Bildungsstandorten der Region. Insbesondere im Berufsfeld Bautechnik eröffnet die Kooperation neue Möglichkeiten, theoretische Unterrichtsinhalte unmittelbar mit praktischen Erfahrungen zu verbinden.

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Geplant sind unter anderem gemeinsame Projekte wie Berufs- und Ausbildungsmessen, Betriebs- und Baustellenbesichtigungen, Fachvorträge sowie Praktika. Dadurch erhalten die Schülerinnen und Schüler realistische Einblicke in Arbeitsabläufe, Anforderungen und Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb der Bauwirtschaft. Gleichzeitig können Unternehmen frühzeitig potenzielle Auszubildende kennenlernen und den direkten Kontakt zu interessierten Nachwuchskräften aufbauen.

Ernst Petershagen setzt auf langfristige Nachwuchsgewinnung

Die Ernst Petershagen GmbH & Co. KG, gegründet 1925 in Delmenhorst, ist im Straßen-, Kanal-, Rohrleitungs- und Tankstellenbau tätig. Die Ausbildung junger Fachkräfte gehört seit vielen Jahren zu den festen Bestandteilen der Unternehmensentwicklung.

Im Unternehmen werden angehende Tiefbaufacharbeiter in verschiedenen Fachrichtungen ausgebildet. Dazu zählen der Straßenbau sowie die Bereiche Kanalbau und Rohrleitungsbau für Infrastrukturtechnik. Die Kooperation mit der BBS II Kerschensteiner-Schule Delmenhorst soll künftig dazu beitragen, Schülerinnen und Schüler bereits während ihrer schulischen Laufbahn mit den Berufsbildern der Branche vertraut zu machen und den Übergang in Praktikum oder Ausbildung zu erleichtern.

Gerade im Tiefbau zeigt sich, dass eine frühzeitige Berufsorientierung entscheidend sein kann, um junge Menschen dauerhaft für technische und handwerkliche Berufe zu begeistern. Die neue Bildungspartnerschaft schafft hierfür einen strukturierten Rahmen und stärkt gleichzeitig die regionale Bindung zwischen Schule und Ausbildungsbetrieb.

Brancheninitiative stärkt den Ausbildungsstandort Niedersachsen

Die Zusammenarbeit ist Teil einer übergeordneten Initiative von SCHULEWIRTSCHAFT Niedersachsen und dem Bauindustrieverbandes Niedersachsen-Bremen, die Bildungspartnerschaften innerhalb der Bauwirtschaft gezielt fördern. Ziel ist es, Unternehmen und Schulen dauerhaft miteinander zu vernetzen und den Fachkräftenachwuchs systematisch zu sichern.

Vor dem Hintergrund des steigenden Personalbedarfs in der Bauindustrie gewinnen solche Kooperationen zunehmend an Bedeutung. Sie ermöglichen Unternehmen einen direkten Zugang zu potenziellen Auszubildenden und unterstützen Schulen dabei, Berufsorientierung praxisnah und zukunftsorientiert zu gestalten.

Bedeutung für das Baugewerbe

Die neue Bildungspartnerschaft zwischen der BBS II Kerschensteiner-Schule Delmenhorst und der Ernst Petershagen GmbH & Co. KG verdeutlicht, wie regionale Kooperationen einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung leisten können. Durch die enge Verbindung von schulischer Ausbildung und betrieblicher Praxis entstehen frühzeitig Kontakte zwischen Nachwuchskräften und Unternehmen. Gleichzeitig profitieren beide Partner von einem kontinuierlichen Austausch über die Anforderungen moderner Bau- und Infrastrukturprojekte.

Für die Bauwirtschaft zeigt dieses Beispiel, dass nachhaltige Nachwuchsgewinnung dort besonders erfolgreich ist, wo Schulen, Unternehmen und Verbände gemeinsam Verantwortung übernehmen. Damit wird die Kooperation zu einem praxisnahen Modell für eine zukunftsfähige Ausbildung im Bauwesen.

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