Verbände
Mitgliederversammlung des Bundesverband Porenbetonindustrie e.V.
Mit einem Wechsel an der Spitze des Verbandes setzt die deutsche Porenbetonindustrie ein wichtiges Signal für die kommenden Jahre. Im Rahmen der ordentlichen Mitgliederversammlung des Bundesverband Porenbetonindustrie e.V. wählten die Mitgliedsunternehmen Christian Bertmaring zum neuen Vorstandsvorsitzenden. Die Versammlung fand am 18. Juni in Danzig statt und markiert zugleich das Ende einer zehnjährigen Amtszeit von Heinz-Jakob Holland als Vorsitzender.
Der Bundesverband vertritt den überwiegenden Teil der Porenbetonhersteller mit Produktionsstandorten in Deutschland und bündelt die Interessen einer Branche, die angesichts der Entwicklung im Wohnungsbau und steigender Produktionskosten vor weitreichenden Herausforderungen steht.
Christian Bertmaring übernimmt Verantwortung für die Verbandsarbeit
Mit der Wahl von Christian Bertmaring übernimmt ein langjährig in der Baustoffindustrie tätiger Geschäftsführer die Führung des Verbandes. Seit 2001 ist er in der Branche aktiv, seit 2016 Geschäftsführer der Baustoffwerke Havelland GmbH & Co. KG und seit 2024 zusätzlich Geschäftsführer der Vestischen Hartsteinwerke. Darüber hinaus verantwortet er die Entwicklung der Unika GmbH sowie der Porit Gruppe. Im Vorstand des Bundesverband Porenbetonindustrie e.V. engagiert sich Bertmaring bereits seit 2017, seit 2019 als stellvertretender Vorsitzender.
Heinz-Jakob Holland bleibt dem Verband als stellvertretender Vorstandsvorsitzender erhalten. Gemeinsam mit Julian Cirkel und Frederic Dörlitz bildet er weiterhin den vierköpfigen Vorstand und sorgt damit für Kontinuität in der Verbandsarbeit.
Wohnungsbau, Dekarbonisierung und Wettbewerbsfähigkeit bestimmen die Agenda
Mit dem Führungswechsel rücken die aktuellen Rahmenbedingungen der Bauwirtschaft noch stärker in den Mittelpunkt. Nach Einschätzung des neuen Vorstandsvorsitzenden steht die Porenbetonindustrie unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Der deutliche Rückgang der Nachfrage im Wohnungsbau trifft auf dauerhaft gestiegene Rohstoff-, Energie- und Transportkosten. Gleichzeitig erfordern die Transformationsziele hin zu einer klimaneutralen Produktion weiterhin hohe Investitionen.
Aus Sicht des Verbandes können diese Entwicklungen nicht nur die Innovationsfähigkeit der Unternehmen beeinträchtigen, sondern langfristig auch Produktionsstandorte gefährden. Werksschließungen würden nach Auffassung der Branche weitreichende Folgen für Beschäftigung, regionale Wertschöpfung und die Versorgung des Marktes mit Baustoffen haben. Gerade im Falle einer späteren Erholung des Wohnungsbaus könnten reduzierte Produktionskapazitäten zu Lieferengpässen führen.
Vor diesem Hintergrund sieht der Bundesverband Porenbetonindustrie e.V. die enge Zusammenarbeit zwischen Industrie, Wissenschaft und Politik als entscheidenden Faktor, um wirtschaftliche Stabilität und die Transformation der Baustoffproduktion gleichermaßen voranzubringen.
Nachhaltigkeitsbewertung bleibt ein zentrales Branchenthema
Auch die Bewertung nachhaltiger Bauweisen spielte auf der Mitgliederversammlung eine wichtige Rolle. Heinz-Jakob Holland machte deutlich, dass etablierte mineralische Baustoffe aus Sicht der Branche in der öffentlichen und politischen Diskussion häufig nicht umfassend berücksichtigt werden.
Dabei verweist der Verband auf wissenschaftliche Erkenntnisse zur CO₂-Einbindung durch Recarbonatisierung von zement- und kalkgebundenen Baustoffen wie Porenbeton und Kalksandstein. Darüber hinaus sieht die Branche weitere Kriterien wie Langlebigkeit, Wirtschaftlichkeit und den langfristigen Beitrag zum nachhaltigen Wohnungsbau bislang nicht ausreichend in die Gesamtbewertung von Gebäuden einbezogen.
Für die Unternehmen der Porenbetonindustrie bleibt deshalb die wissenschaftlich fundierte Einordnung verschiedener Bauweisen ein wesentlicher Bestandteil der Verbandsarbeit.
Bewährter Baustoff mit Bedeutung für den Wohnungsbau
Nach Auffassung des Verbandes erfüllt Porenbeton weiterhin wesentliche Anforderungen an modernes und wirtschaftliches Bauen. Hervorgehoben werden insbesondere die guten Wärmeschutzeigenschaften, die Nichtbrennbarkeit, die hohe Diffusionsfähigkeit sowie die effiziente Verarbeitung durch großformatige Bauelemente. Gleichzeitig verweist die Branche auf die Bedeutung des Baustoffs im Hinblick auf die CO₂-Einbindung und die langfristige Nutzung im Gebäudebestand.
Mit der Wahl von Christian Bertmaring verbindet der Bundesverband Porenbetonindustrie e.V. den Anspruch, die Interessen der Hersteller in einer wirtschaftlich anspruchsvollen Phase zu vertreten und gleichzeitig die Zukunftsthemen Dekarbonisierung, Versorgungssicherheit und nachhaltiges Bauen aktiv mitzugestalten. Die Ergebnisse der diesjährigen Mitgliederversammlung unterstreichen damit die strategische Bedeutung der Verbandsarbeit für die gesamte Bauwirtschaft und insbesondere für den Wohnungsbau in Deutschland.









