Verbände

Max Kandler,

Studie: Wann sich ein Fenstertausch wirtschaftlich rechnet

Steigende Energiekosten und ambitionierte Klimaziele erhöhen den Druck auf Eigentümer und Bauunternehmen, Bestandsgebäude energetisch zu modernisieren. Eine aktuelle Studie des Bundesverband Flachglas (BF) und des Verbands Fenster + Fassade (VFF) liefert dabei eine klare Orientierung: Insbesondere Fenster, die vor dem Jahr 1995 eingebaut wurden, weisen häufig ein erhebliches Einsparpotenzial auf und können einen wirtschaftlich sinnvollen Ansatzpunkt für Sanierungsmaßnahmen darstellen.

Fenstersanierungen können sich energetisch und wirtschaftlich auszahlen. © Finstral

Für Bauunternehmen, Projektentwickler und Planungsverantwortliche bietet diese Erkenntnis eine belastbare Grundlage, um Modernisierungsvorhaben fachlich zu bewerten und Investitionsentscheidungen fundiert vorzubereiten.

Fenstertausch kann Energiekosten dauerhaft senken

Fenster älterer Baujahre entsprechen häufig nicht mehr den heutigen Anforderungen an den Wärmeschutz. Durch unzureichend gedämmte Verglasungen und veraltete Konstruktionen entstehen deutlich höhere Wärmeverluste als bei modernen Fenstersystemen. Die Folge sind steigende Heizkosten und ein unnötig hoher Energieverbrauch.

Die Studie des Bundesverband Flachglas (BF) und des Verbands Fenster + Fassade (VFF) kommt zu dem Ergebnis, dass der Fenstertausch bei Kunststoff-, Holz- sowie Holz-Aluminium-Fenstern aus der Zeit vor 1995 unter den zugrunde gelegten Annahmen in der Regel wirtschaftlich ist. Grundlage der Berechnungen sind Investitionskosten, die verbleibende Nutzungsdauer der Bestandsfenster, Heizenergiekosten von rund zehn Cent pro Kilowattstunde sowie die Berücksichtigung staatlicher Fördermöglichkeiten.

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Gerade für Unternehmen, die energetische Sanierungen im Wohnungsbestand oder bei Ein- und Mehrfamilienhäusern begleiten, kann das Baujahr der Fenster damit als erster wichtiger Indikator für den Modernisierungsbedarf dienen.

Mehr als Energieeinsparung: Moderne Fenster steigern die Gebäudequalität

Ein Fenstertausch wirkt sich nicht ausschließlich auf den Energieverbrauch aus. Moderne Fenstersysteme verbessern zugleich den Wohnkomfort und erhöhen die Qualität des Gebäudes. Wärmere Oberflächen auf der Innenseite der Verglasung reduzieren das Kälteempfinden in Fensternähe, während Zugerscheinungen deutlich geringer ausfallen. Gleichzeitig lassen sich Schall- und Einbruchschutz auf ein aktuelles technisches Niveau bringen.

Für Eigentümer bedeutet dies neben niedrigeren Energiekosten häufig auch einen langfristigen Werterhalt der Immobilie. Im Rahmen umfassender Sanierungskonzepte kann der Austausch veralteter Fenster daher mehrere Modernisierungsziele gleichzeitig erfüllen.

Positive Klimabilanz bereits nach wenigen Jahren

Moderne Fenster sparen Energie und erhöhen den Wohnkomfort. © Saint-Gobain Glass

Neben wirtschaftlichen Aspekten spielt zunehmend auch die ökologische Bewertung von Sanierungsmaßnahmen eine wichtige Rolle. Nach einer aktuellen ift-Studie amortisiert sich die Herstellung, der Transport und der Einbau neuer Fenster aus klimapolitischer Sicht – abhängig von der jeweiligen Bauart – bereits nach ein bis fünf Jahren. Der Grund liegt in den dauerhaft reduzierten Heizenergieverbräuchen, durch die die anfänglich verursachten CO₂-Emissionen innerhalb dieses Zeitraums ausgeglichen werden können.

Über die gesamte Lebensdauer moderner Fenster ergibt sich dadurch eine deutlich positive Energie- und Treibhausgasbilanz.

Rund ein Drittel der Fenster in Deutschland gilt als modernisierungsbedürftig

Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen zugleich das große Modernisierungspotenzial im Gebäudebestand. Im Jahr 2023 galten rund 200 Millionen Fenstereinheiten in Deutschland als sanierungsbedürftig. Damit entspricht etwa jedes dritte eingebaute Fenster nicht mehr dem heutigen Stand der Technik.

Zu diesen Beständen zählen insbesondere Fenster mit Einfachverglasung, Verbund- und Kastenfenster sowie Fenster mit unbeschichtetem Isolierglas. Gerade bei diesen Ausführungen lassen sich durch einen Fenstertausch erhebliche Energieeinsparungen erzielen.

Fördermöglichkeiten verbessern die Wirtschaftlichkeit

Für Bauunternehmen und Energieberater gehört die Prüfung möglicher Förderprogramme inzwischen zum Standard jeder Sanierungsplanung. Die in der Studie berücksichtigten Wirtschaftlichkeitsberechnungen beziehen staatliche Förderungen bereits mit ein und zeigen, dass diese den Fenstertausch zusätzlich attraktiver machen können.

Eine erste Orientierung bietet das Informationsportal „Fenster können mehr“, das neben einem Fördermittelassistenten auch Fachbetriebe für Fenster und Türen vermittelt. Für Unternehmen im Baugewerbe lohnt es sich, Fördermöglichkeiten frühzeitig in die Projektplanung einzubeziehen, um Investitionen wirtschaftlich und nachhaltig umzusetzen.

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