Kraftwerk Scholven
Rückbauprojekt erfolgreich - auch dank Epiroc
Ein Hydraulikhammer von Epiroc ebnet den Weg für den Rückbau von Kraftwerksblock F in Gelsenkirchen-Scholven.
Im Rahmen der Energiewende geht ein bedeutendes Rückbauprojekt im Ruhrgebiet in die nächste Runde: Der Block F des traditionsreichen Steinkohlekraftwerks Scholven wird bis 2026 vollständig zurückgebaut. Die Regrata Abbruch und Recycling, ein Unternehmen der Matthäi-Gruppe, übernahm im Auftrag der Uniper Kraftwerke die Projektleitung. Unterstützt wird das Vorhaben durch modernste Technik – darunter der neue Epiroc HB 5800 Hydraulikhammer.
Das Kraftwerk Scholven blickt auf eine über 100-jährige Geschichte zurück. Ursprünglich zur Eigenversorgung der Zeche Scholven errichtet, entwickelte sich der Standort in den 1960er und 1970er Jahren zu einem der leistungsstärksten Steinkohlekraftwerke Europas mit einer installierten Leistung von 2.126 MW. Block F wurde 1979 in Betrieb genommen und 2014 stillgelegt.
Mit dem Rückbau des Blocks F wird nun ein weiterer Schritt zur Transformation des Areals vollzogen. Ziel ist die Errichtung einer neuen Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD), die perspektivisch auch mit Wasserstoff betrieben werden kann (H2-ready). Damit wird der Standort Gelsenkirchen-Scholven zu einem zukunftsorientierten Energie- und Technologiestandort weiterentwickelt.
Effizienter Abbruch massiver Betonstrukturen
Für den Rückbau setzt Regrata auf eine Vielzahl spezialisierter Großgeräte. Hervorzuheben ist dabei der neue Epiroc HB 5800 Hydraulikhammer, kürzlich durch den Epiroc-Partner Baumaschinentechnik Nord bereitgestellt. Mit einem Einsatzgewicht von 5.800 kg eignet sich das Anbaugerät für Trägergeräte zwischen 58 und 100 Tonnen. Seine Schlagkraft ermöglicht den effizienten Abbruch massiver Betonstrukturen – ein entscheidender Vorteil bei der Demontage komplexer Kraftwerksanlagen.
"Der Einsatz des Epiroc HB 5800 unterstützt uns bei der technischen Umsetzung dieses anspruchsvollen Projekts. Leistung und Zuverlässigkeit sind die Grundvoraussetzungen zur Erledigung solcher komplexen Aufgaben", erklärt Björn Bassen, Prokurist und Oberbauleiter von Regrata.
Der Rückbau umfasst sämtliche Kraftwerks- und Nebenanlagen des Blocks F. Neben dem Epiroc-Hydraulikhammer kommen Longfrontbagger mit bis zu 175 Tonnen Einsatzgewicht, Raupengittermastkräne sowie leistungsstarke Brech- und Pressanlagen zum Einsatz. Die Thüringer Sprenggesellschaft, ebenfalls Teil der Matthäi-Gruppe, ist für den sprengtechnischen Rückbau einiger Gebäude von Block F eingebunden. Trotz der hohen technischen und logistischen Anforderungen verläuft das Projekt planmäßig. Die Bauzeit ist von April 2024 bis September 2026 angesetzt.
Mit dem Rückbau von Block F endet ein Kapitel industrieller Geschichte – und gleichzeitig beginnt ein neues. Die geplante GuD-Anlage markiert den Übergang von fossiler zu klimafreundlicher Energieerzeugung. Perspektivisch ist auch der vollständige Umstieg auf Wasserstoff vorgesehen. Damit leistet der Standort Scholven einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung in Nordrhein-Westfalen.
Dieser Artikel erschien zuerst in der November-Ausgabe des Baugewerbe Magazins.












