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Kai Ingmar Link,

Radlader 950M unterstützt Knauf Gips beim Abbau von Anhydrit

Nicht nur Autos werden tiefergelegt, um mehr Fahrdynamik auf den Asphalt zu bringen, auch Baumaschinen. So wie zwei Cat Radlader 950M, die abgesenkt werden mussten, um die Knauf Gips KG beim Abbau von Anhydrit unter Tage zu unterstützen.

Aufgrund der Firsthöhe von knapp vier Metern musste die Kabinenhöhe des Arbeitsgerätes abgesenkt werden. © Zeppelin

Der zweite Radlader unterstützt seit Dezember letzten Jahres die Knauf Gips KG im Werk Hüttenheim beim Abbau von Anhydrit unter Tage. Aufgrund der Firsthöhe von knapp vier Metern musste die Kabinenhöhe des Arbeitsgerätes von 3,80 auf 3,30 Meter reduziert werden. Den Umbau der Baumaschine übernahm die Zeppelin Niederlassung Erlangen. Dies war nicht die einzige Anpassung an den Rohstoffabbau unter harten Einsatzbedingungen.

Ein herkömmlicher Untertagelader kommt für den Abbau nicht in Frage. „Der wäre einfach zu lang, um sich zwischen den Kavernen zu bewegen. Anders der Radlader der 20-Tonnen-Klasse, der einen Wenderadius von 5,9 Metern hat“, erklärt Henning Jansen, Zeppelin Vertriebsleiter im Bereich Konzernkunden. Zeppelin bietet Knauf diese Lösung bereits seit mehreren Maschinengenerationen an. Der Cat 950M ist im Werk Hüttenheim schon lange im Einsatz. Aufgrund des Schichtbetriebs sitzen wechselnde Fahrer auf der Maschine. „Damit alle Fahrer die gleichen Arbeitsbedingungen haben, haben wir uns wieder für das gleiche Modell bzw. die gleiche Generation entschieden“, lauteten die Argumente bei der Anschaffung. Denn in der Regel kann hier jeder jedes Gerät bedienen und so sollten die nahezu baugleichen Maschinen den Fahrern die Handhabung erleichtern.

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Das Hubgerüst des Radladers muss über die Bordwand von zwei Metern und der Schaufelboden muss beim Abkippen des Materials über der Mulde des Anhängers positioniert werden. © Zeppelin

Wäre da nicht die Bauhöhe des Cat 950M Radladers als limitierender Faktor. Das gilt vor allem für die Beladung der Anhänger mit dem seit Jahren bewährten 3,3 m³ Trapezlöffel mit Messer, den Knauf speziell für die Anforderungen des Abbaus konstruiert hat. Das Hubgerüst muss über der zwei Meter hohen Bordwand und der Schaufelboden über der Mulde des Anhängers positioniert werden, wenn das Material abgekippt wird. Dafür war ein Umbau notwendig. Was sich bereits beim Vorgängergerät bewährt hatte, wurde übernommen bzw. einer erneuten Prüfung unterzogen und neu überdacht.

Die wesentliche Änderung betraf die Bauhöhe der Maschine: Servicemitarbeiter der Zeppelin Niederlassung Erlangen demontierten die Kabine und versetzten die darunter liegenden Aggregate, um Platz zu schaffen. So konnte die Bauhöhe der Maschine um knapp 20 Zentimeter reduziert werden. Um weitere Zentimeter einzusparen, erhielt die Baumaschine eine Bereifung mit geringerem Durchmesser (20,5 R25), wie sie üblicherweise bei einem Cat-Radlader 938 zum Einsatz kommt.

Sven Bauer (links), Produktionsleiter der Grube Hüttenheim bei Knauf, und Henning Jansen, Zeppelin Verkaufsleiter im Bereich Konzernkunden. © Zeppelin

Diese wurden als Felsreifen (L5) inklusive Verdrehsicherung ausgeführt, um das Risiko von Reifenschäden oder ungeplanten Stillständen zu minimieren. „Früher waren unsere Reifen mit Ketten ausgestattet, aber das hat die Staubentwicklung gefördert“, erklärt Sven Bauer, Produktionsleiter im Werk Hüttenheim von Knauf. Das scharfkantige Material wirkt mechanisch auf die Reifen ein. Deshalb hat man sich jetzt für Reifen mit einer Profiltiefe von 74 Millimetern entschieden, die für die extremen Einsatzbedingungen unter Tage ausgelegt sind. Auch das Dach der Kabine ist kein gewöhnliches, sondern für den Einsatz unter Tage konstruiert, um den Fahrer vor möglichem Steinschlag zu schützen. Für die Scheiben wurde eine bruchsichere Sicherheitsverglasung des Herstellers Hammerglass gewählt, die 300-mal stärker als normales Glas ist und rundum angebracht wurde, was zu einer sicheren Arbeitsumgebung für den Maschinisten beiträgt.

„Damit alle Fahrer die identischen Arbeitsbedingungen haben, wurde wieder dasselbe Modell beziehungsweise dieselbe Generation gewählt“, lauteten die Argumente bei der Beschaf- fung © Zeppelin

Um den Hubrahmen zu schützen, wurde dieser zusätzlich mit Stahlplatten verstärkt, damit bei Vibrationen unter den beengten Verhältnissen keine Risse an Bolzen und Buchsen entstehen. Eine Lernkurve gab es auch beim 1,4 Tonnen schweren Kontergewicht: Bei den Vorgängern war es zweigeteilt - jetzt ist es durchgehend mit einem Heckkühlerschutz versehen, der Kühler, Heck und Rahmen besser schützt. Sollte die Baumaschine dennoch einmal anecken, sind die Scheinwerfer vor einem Aufprall geschützt. Aber auch andere Bauteile wie Lenkzylinder, Hubzylinder, Kippzylinder, Vorderrahmen, Kurbelwelle und Achsabdichtung erhielten einen zusätzlichen Schutz. Die Kotflügel wurden aus Stahl gefertigt und für die Vorderreifen wurde die extra schmale Ausführung gewählt. Nachgerüstet wird noch eine Feuerlöschanlage, die der Fahrer automatisch auslösen kann.

Der Weg zum Einsatzort führt für den Cat 950M von Zeppelin nicht durch einen Schacht, sondern über eine 3,35 Meter hohe und 3,60 Meter breite Rampe, die von außen kaum zu erkennen ist. Statt mit 40 km/h bewegen sich die beiden Lader mit halber Geschwindigkeit durch die Abbaustätte. „Das reduziert die Vibrationsbelastung für die Mitarbeiter deutlich und macht das Fahren angenehmer. Gleichzeitig hat der Cat 950M eine hohe Felgenzugkraft, was sich im Fahrverhalten bemerkbar macht“, so Sven Bauer.

Gefördert werden an die 200 000 Tonnen im Jahr. © Zeppelin

Kleinere Wartungsarbeiten an Fahrzeugen oder Baumaschinen können unter Tage durchgeführt werden. Größere Wartungsarbeiten werden in der Werkstatt über Tage durchgeführt, ebenso die Reinigung, da dort die erforderlichen Absetz- und Abscheideanlagen vorhanden sind. Die Lagerstätte zeichnet sich durch eine acht Meter mächtige Anhydritschicht aus, von der nur die unteren vier Meter abgebaut werden. Die jährliche Fördermenge beträgt etwa 200.000 Tonnen. Der Abbau des Rohstoffs bis in eine Tiefe von 150 Metern erfolgt im Kammerpfeilerbau. Wenn der Radlader seine Schaufel mit dem gelösten Gestein gefüllt und abgekippt hat, bleiben zehn Meter lange und sechs Meter breite Pfeiler stehen.

Sie sichern das Bergwerk und halten das Gewölbe stabil. Wie ein großes Labyrinth durchziehen unzählige Stollen das Bergwerk - sechs Meter breit und vier Meter hoch sind die Wege unter Tage. Ohne die LED-Fahr- und Arbeitsscheinwerfer sowie die Rückleuchten der Baumaschinen und der anderen Fahrzeuge ist alles in ein dunkles Grau gehüllt. Um den 186 kW (253 PS) starken Sechszylinder-Dieselmotor Cat C7.1 vor Staub zu schützen, erhielt der Cat 950M deshalb einen speziellen Zyklonvorfilter. „Dass der Lader auf der neuesten Abgastechnik der Stufe V basiert, kommt uns hier natürlich entgegen“, sagt Sven Bauer.

Der Abbau erfolgt im Kammer-Pfeiler-Bau. © Zeppelin

Als Zugmaschinen fungieren Lkw mit knapp 320 PS, die im Zusammenspiel mit den eigens konstruierten Anhängern so flach sind, dass sie mit dem Cat 950M von Zeppelin in vier bis fünf Ladespielen mit bis zu 25 Tonnen Material beladen werden können. Anschließend wird das Material zum Brecher transportiert, der etwa drei Kilometer von der Verladestelle entfernt ist. Dort wird das Gestein zerkleinert. Über eine Bandanlage wird es dann zu Tage gefördert und weiter aufbereitet - aber das ist wieder eine andere Geschichte.

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