Bagger und Radlader
„Zukunft braucht Herkunft“
Die Anfänge des heutigen Radlader-Klassikers Kramer liegen in 1925 als drei Brüder mit dem Bau einer Mähmaschine den Grundstein für ein heute international agierendes Unternehmen legten. Im Pfullendorfer Kramer-Werk wurde im September 2015 das 90ste Jubiläum gefeiert.
Auch ein Unternehmen, das auf Innovationen setzt, kann sich auf Tradition berufen. Das ist kein Widerspruch, wie der Radladerbauer Kramer zeigt. Denn das Unternehmen feierte Mitte September sein 90-jähriges Bestehen. Die Kramer-Radlader sind bekannt für ihre stetige technische Weiterentwicklung. Auch das hat schon wieder Tradition.
Begonnen hat alles Mitte der zwanziger Jahre mit dem Unternehmensgeist dreier Brüder in einem kleinen Dorf im Schwarzwald, Gutmadingen. Aufgewachsen auf einem Bauernhof waren alle drei mit landwirtschaftlicher Arbeit und deren effizienteren Bewältigung durch Maschinen vertraut. Emil Kramer sah seine Chance und begann mit dem Handel von Landmaschinen. Dann gewann er seine Brüder Hans und Karl für die eigene Produktion von Schleppern. Das war der Beginn des Unternehmens Kramer. Der Erfolg stellte sich schnell ein, die Produktion wuchs und bald bauten die Kramer-Brüder ihr Landmaschinenwerk in Überlingen, direkt am Ufer des Bodensees.
1940 wurden die ersten Traktoren serienmäßig gebaut. So folgten weitere Meilensteine, bis sich 1973 ein großer Wandel vollzog. Es war die Zeit der großen Fusionen, Lanz wurde beispielsweise von John Deere aufgekauft. Um die eigene Wirtschaftlichkeit zu sichern, trennten sich die Kramer-Brüder von der Traktorenherstellung und stiegen auf Baumaschinen um. Sukzessive wurden nun Radlader und andere Baumaschinen entwickelt und allmählich kristallisierte sich der Schwerpunkt auf die Radlader heraus. 1987 wurde dann das bis heute gültige Alleinstellungsmerkmal, die Allradlenkung, entwickelt und serienmäßig für alle Radlader übernommen.
Aber im Jahre 2000 konnte Kramer letztlich auch nicht mehr die Fusion verhindern, es kam zum Zusammenschluss mit dem österreichischen Baggerhersteller Neuson; man nannte sich fortan Neuson Kramer. Sieben Jahre später folgte dann ein weiterer Zusammenschluss mit dem Münchner Baumaschinen- und Baugerätehersteller Wacker zu Wacker Neuson.
Mittlerweile kann die Kramer-Belegschaft sich allerdings wieder eines stetigen Wachstums erfreuen. In den letzten zehn Jahren ist der Umsatz um durchschnittlich 14 % jährlich gewachsen und mit ihm auch die Mitarbeiteranzahl von 180 auf mittlerweile 500. Dieser Erfolg spiegelt sich zudem in dem modernen, 2008 bezogenen neuen und modernen Werk in Pfullendorf wider, wo in der Woche vom 15. bis 20. September das 90ste Jubiläum mit Belegschaft, Geschäfts- und Vertriebspartner, Kunden und Interessierten aus Pfullendorf und Region gefeiert wurde.
Auf dem 160.000m großen Werksgelände konzentriert sich die Entwicklung auf drei Maschinentypen: Radlader, Teleradlader und Teleskoplader. Der Hauptumsatz wird in Westeuropa und Nordamerika generiert. Aber auch Osteuropa, Asien, Afrika und Südamerika sind attraktive und wachsende Märkte für die Pfullendorfer. Im Bereich bis zu 80 PS stehen Kramer-Radlader weltweit an 2. Stelle nach Komatsu, in Europa an 1. Stelle. Mit den Teleskopen erreicht Kramer weltweilt die Position 4, nach JCB, Manitou und Merlo.
Im Jubiläumsjahr feilen die Kramer-Techniker natürlich auch an Neuentwicklungen. Ein großes Zugeständnis an die Umweltfreundlichkeit wird ein Elektrolader in der 0,6 m-Klasse sein, der im nächsten Jahr auf dem Markt kommt. Wie die Kramer-Geschäftsführer Karl Friedrich Hauri und Martin Eppinger versichern, wird es eine robuste und anwenderfreundliche Maschine sein, die sich vor allem im Indoor- und städtischen Baustellenbereich bewähren soll.
Eine Neuheit ist zudem der Teleskoplader 2706, eine Weiterentwicklung des bisher kleinsten Teleskopladers 2506. Er misst die kompakten Maße von ca. 2 x 2 Metern, wobei die Höhe optional auch höher ausfallen kann. Angetrieben wird er von einem der in den USA weit verbreiteten Kohler-Motoren, der den Abgasnormen entspricht. Erhöht wurde die Nutzlastkapazität von 2,5 auf 2,7 Tonnen. Der 2706 verfügt ebenso wie die großen Baureihen über das Smart Handling System, dank dessen sich das Heben und Senken der Ladeanlage sicher und ausbalanciert vollzieht.
Bis zum Jahre 2000 befand sich das Unternehmen im Eigentum der Familie Kramer und deren Nachfolgern. Seitdem lenken Geschäftsführer die Geschicke von Kramer. Die Geschäftsleitung von Kramer sowie des Wacker Neuson Konzerns schlugen bei der Jubiläumsfeier rednerisch Brücken von den Anfängen 1925 bis zum heutigen Tag und waren sich einig, dass sich das Unternehmen einer großen Erfolgsgeschichte erfreuen kann.
Karl Friedrich Hauri, der seit 2005 das Unternehmen führt, ist stolz auf die stetig wachsende Mitarbeiterzahl und die derzeit auf ca. 50 angestiegenen Auszubildenden und Werksstudenten: „Mittlerweile machen die Studenten und Auszubildenden einen Anteil von zehn Prozent der Belegschaft aus, was uns sehr freut. Denn Ausbildung zählt zur Wachstumsstrategie von Kramer. Wenn wir heute in die Mitarbeiter von morgen investieren, zahlt sich das sicher aus.“
Aufsichtsratsvorsitzender Hans Neunteufel schwärmte davon, dass in den letzten sieben, acht Jahren etwas „Großartiges“ entstanden sei und Cem Peksaklam, CEO des Mutterkonzerns Wacker Neuson Group bekräftigte, dass Kramer prozentual jährlich sogar stärker als Wacker Neuson gewachsen sei.








