Digitale Fertiger-Steuerung
Automatisierter Asphalteinbau mit Smart Pave
Im rheinland-pfälzischen Zerf wurde ein rund 1 km langer Abschnitt der Bundesstraße B268 erneuert. Das ausführende Bauunternehmen setzte dabei erstmals die digitale Steuerung Smart Pave von Vögele ein.
Wie sehr automatisierte Prozesse den Asphalteinbau in der Praxis erleichtern, zeigt die Baustelle in Zerf: Auf einem rund 1 km langen Abschnitt der Bundesstraße mussten zwei neue Tragschichten sowie eine Binder- und eine Asphaltbetondeckschicht eingebaut werden. Für den Einbau mit Breiten zwischen 6,5 m und 9,5 m kam der Vögele Fertiger SUPER 1800-5 X zum Einsatz – erstmals gesteuert durch die digitale Lösung Smart Pave. Das System, das Vögele auf der Bauma 2025 vorgestellt hat, steuert Einbaubreite, -lage und Fahrtrichtung des Fertigers anhand virtueller Referenzen vollautomatisch.
Material, Zeit und Kosten sparen
Die Vorteile von Smart Pave traten in Zerf bereits vor dem eigentlichen Asphalteinbau deutlich zutage. „Meine Arbeitsvorbereitung auf der Baustelle wird durch Smart Pave eindeutig einfacher“, erklärt Benjamin Biewen-Schreiner, Vermessungstechniker bei der Lehnen Gruppe.
Smart Pave reduziert unter anderem aufwendige Markierungsarbeiten und erhöht die Prozesssicherheit: Zunächst nahm Biewen-Schreiner mit einem Roverstab die Koordinaten und Positionsdaten der zu asphaltierenden Fläche auf. Auf Basis dieser Daten erstellte er ein CAD-Modell der Straße und lud es in den Work Planner der zentralen Plattform John Deere Operations Center™. Nach einer automatischen Fehleranalyse konnten die Auftragsdaten über das John Deere Operations Center™, das zentrale Baustellenmanagement-System der Wirtgen Group, direkt an den Straßenfertiger übermittelt werden.
Entlastung der Bediener
Anschließend fuhr der Straßenfertiger die vorgegebene Strecke anhand der virtuellen Referenzen ab, ohne dass vorher Montagearbeiten nötig waren. Auf dem Dach des SUPER 1800-5 X bestimmten zwei integrierte StarFire-Satellitenantennen von John Deere die exakte Maschinenposition und ermöglichten eine hochpräzise Steuerung. Ein mobiles RTK-Modem verbesserte die Positionierungsgenauigkeit durch ein lokales Korrektursignal. Die Bohlenbreite passte sich automatisch an, sodass der Bediener sich auf den eigentlichen Einbau konzentrieren konnte.
Die präzise Steuerung verhinderte Überbreiten, sparte Material und senkte die Kosten. Gleichzeitig erhöht Smart Pave die Arbeitssicherheit, da die Kontrolle der Kanten und Bohlenbreite am Straßenrand entfällt – ein Vorteil insbesondere in engen Bereichen nahe des fließenden Verkehrs.
Nutzerfreundliche Lösung
Der erste Einsatz der digitalen Steuerung überzeugte das gesamte Team der Lehnen Gruppe. „Mit Smart Pave können wir viele Arbeitsvorbereitungen digital am Computer wetterunabhängig ausführen und sind auf der Baustelle flexibler. Die Mitarbeiter bekommen ein Hilfsmittel an die Hand, was ihre Arbeit unterstützt und was zu einem entspannteren Arbeiten führt“, sagt Alexander Wollscheid, Asphaltbauleiter bei der Lehnen Gruppe.













