Baustelle

Marvin Meyke,

Alles im Griff – Handschutz im Winter

Kälte, Eisregen und Wind bei Minusgraden sind Hautbelastungen, für die die natürliche Barrierefunktion der Haut nicht ausreicht. Bei solchen Witterungs­bedingungen braucht es einen zuverlässigen Handschutz.

© Ejendals

Unsere Haut ist wie eine Barriere. Auf der obersten Hautschicht bildet und erneuert sich kontinuierlich der sogenannte Säure­schutzmantel. Er dient zum Beispiel als Schutz gegen schädigende und infektiöse Keime. Durch die Kälteeinwirkung verliert die Haut ihre natürliche Widerstandsfähigkeit. Besonderer Schutz ist geboten, damit die Hände geschützt bleiben. Jeder Arbeitsplatz birgt andere Gefahren und unterschied­liche Tätigkeiten erfordern spezielle, auf sie abgestimmte Maßnahmen, um einen optimalen Arbeitsschutz zu erreichen. Dementsprechend unterschiedlich sind die Anforderungen, die ein Schutzhandschuh erfüllen muss. Je nach Schutzziel sind die Handschuhe klassifiziert und gekennzeichnet. Gerade Handschutz für den Winter muss eine Reihe von Kriterien erfüllen.

Verletzungsgefahr reduzieren
Das Arbeiten bei schwierigen Witterungsverhältnissen oder in heruntergekühlten Produktions­räumen ist generell eine körperliche Herausforderung, doch vor allem reagieren die Hände sensibel. „Un­­geschützte Hände sollten keinen Temperaturen unter +10°C ausgesetzt werden. Bei niedrigeren ­Temperaturen, Wind und Feuchtigkeit sind schon Handschuhe mit Isolierfunktion erforderlich“, weiß Patrick Nock, geprüfter Fachberater für Persön­liche Schutzausrüstung bei Ejendals einem ­schwedischen Unternehmen für Hand- und Fußschutzlösungen. Fehlender Handschutz bedeutet eine akute und auch langfristige Gefahr für die Hände. Erste ­Anzeichen einer Unterkühlung sind rot-werdende, steife ­Finger, ein Kribbeln in den Händen, eine blasse bis weiße Hautfarbe und die eingeschränkte Handnutzung. Präzises Arbeiten ist so nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr möglich. Rötungen, Schuppenbildung und die Bildung von Rissen können weitere Folgen sein. Außerdem ist kontinuierliche Kälteeinwirkung ein Grund für Arthrose und weitere entzündliche, chronische Erkrankungen der Hände. „Zur Unfallprävention und Erhaltung der Gesundheit ist also ein zuverlässiger Kälteschutzhandschuh oberstes Gebot“, betont Patrick Nock.

Anzeige

Viele Funktionen sind gefragt
Winter- und Kälteschutzhandschuhe müssen vor durchdringender (konvektiver) Kälte und vor ­Kontaktkälte gleichermaßen schützen. Neben der Umgebungs- und Außentemperatur ist auch die Luftfeuchtigkeit relevant, die zum Beispiel einen Handschutz feucht werden lässt. „Das heißt, das ­Material des Arbeitshandschuhes muss so beschaffen sein, dass er Wind, Regen und Kälte trotzt und damit eine sichere Barriere bildet“, erklärt Nock. Daneben braucht der Handschuh isolierende Eigenschaften, um eine Auskühlung zu verhindern. Dies wird zum Beispiel mit hochwertigen Innenfuttern gewähr­leistet. „Ein Arbeitstag ist lang. Gefühlt noch länger, wenn man unter widrigen Bedingungen arbeitet“, betont der PSA-Fachberater. „Der Handschuh muss flexibel bleiben, muss ergonomisch perfekt angepasst sein und darf nicht zur Handermüdung führen.“

Grad und Umfang der Schutzfunktion von Kälteschutzhandschuhen werden nach den Prüfungskriterien Schutz vor Konvektionskälte (Level 0-4), Schutz vor Kontaktkälte (Level 0-4) und Wasserundurch­lässigkeit (Level 0 = durchlässig nach 30 Minuten, Level 1 = durchlässig nach mehr als 30 Minuten) bewertet. „Bei der Auswahl des geeigneten Handschuhs sollte auf jeden Fall die Fachberatung gegeben sein. Denn nur, wenn der Handschuh optimal auf seinen Träger und die Einsatzbedingungen abgestimmt ist, ist die volle Schutzfunktion gegeben“, so Nock.

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Jetzt Newsletter abonnieren